Hensoldt Twinvis: Passives Radar für den zivilen Luftraum
12.06.2026 - 22:39:39 | ad-hoc-news.de
Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Lifestyle & Consumer. Vor der Veroeffentlichung am 12.06.2026, 22:38:32 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Mit Twinvis adressiert Hensoldt ein Thema, das durch Drohnen, kleine Fluggeräte und dicht genutzte Lufträume immer wichtiger wird: die möglichst lückenlose Luftraumüberwachung ohne zusätzliche Sendequellen. Das passive Radarsystem arbeitet, vereinfacht gesagt, als „Mithörer“ vorhandener Rundfunk- und Fernsehsignale und kann daraus die Position von Objekten im Luftraum ableiten. Damit eignet sich Twinvis für die Überwachung des unteren Luftraums, etwa im Umfeld von Flughäfen und kritischen Infrastrukturen, und ergänzt klassische aktive Radarsysteme.
Was Twinvis technisch auszeichnet
Beim passiven Radar wie Twinvis liegt der Kern darin, dass das System selbst keine Radarimpulse aussendet, sondern vorhandene terrestrische Signale – etwa von DVB-T- oder UKW-Sendern – als Beleuchtungsquelle nutzt. Das System erfasst die reflektierten Signale von Flugobjekten und berechnet daraus deren Position und Bewegung. Im praktischen Betrieb ergibt sich daraus ein Vorteil: Die Anlage bleibt selbst weitgehend „unsichtbar“, da sie nicht als aktiver Sender im elektromagnetischen Spektrum auftritt. Für Betreiber kann das auch regulatorische Hürden beim Betrieb von Hochleistungssendern reduzieren.
Hensoldt positioniert Twinvis als mobiles, containerbasiertes System, das sich mit vergleichsweise geringem Aufwand verlegen lässt. Das ist insbesondere in Szenarien interessant, in denen temporär Luftraumsicherheit gefragt ist, etwa bei Großveranstaltungen oder der Absicherung kritischer Infrastruktur. In der Praxis lassen sich mehrere Sensorköpfe vernetzen, um den abgedeckten Bereich zu vergrößern und die Ortungsgenauigkeit zu verbessern. Je dichter und vielfältiger die verfügbaren zivilen Sendernetze in einer Region sind, desto mehr „Beleuchtung“ steht dem System zur Verfügung.
Für Sicherheitsbehörden und Betreiber von Flughäfen ist dabei nicht nur die Verfolgung klassischer Luftfahrzeuge relevant, sondern zunehmend auch die Detektion kleiner Drohnen. Diese sind aufgrund ihrer geringen Radarreflexion und niedrigen Flughöhe für klassische Primärradare oft schwierig zu erfassen. Passive Systeme wie Twinvis, die auf Störungen im zivilen Funksignal reagieren, können hier eine zusätzliche Sensorik bieten und so in ein Mehrschicht-Konzept zur Drohnenabwehr eingebunden werden.
Im Kontext der deutschen Luftsicherheit spielt die Zusammenarbeit von Industrie und staatlichen Stellen eine große Rolle. So arbeitet die Deutsche Flugsicherung beispielsweise mit Hensoldt und der Deutschen Telekom an einem Netz zur Erkennung und Abwehr von Drohnen im unteren Luftraum bis etwa 300 Meter Höhe, um gefährliche Flugkörper frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen einleiten zu können. Twinvis fügt sich als passiver Sensor in solche konzeptionellen Ansätze ein, die auf eine dichte Sensorik und die Fusion verschiedener Datenquellen setzen.
Für Hensoldt ist Twinvis zudem ein Schaufensterprodukt für die Kompetenz im Bereich moderner Sensorik jenseits klassischer militärischer Lösungen. Der Konzern entwickelt integrierte Technologien für Luft, Land, See, Weltraum und Cyberspace und erzielt seinen Umsatz vor allem mit Sensoren und elektronischen Systemen für Verteidigung und Sicherheit. Produkte wie Twinvis, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können, unterstreichen diese Positionierung und eröffnen zusätzliche Anwendungsfelder bei Behörden und Betreibern kritischer Infrastrukturen.
Vor diesem Hintergrund ist Twinvis strategisch weniger ein Massenprodukt, sondern ein Spezialbaustein in Hensoldts Sensor-Portfolio, der in Projekten mit staatlichen und institutionellen Kunden eine Rolle spielen kann. Für die Börse ist vor allem relevant, dass Hensoldt mit solchen Systemen seine technologische Breite zeigt und an wachsenden Budgets für Luftraum- und Drohnensicherheit partizipieren kann. Die Aktie von Hensoldt (DE000HAG0005) notiert am 12.06.2026 auf Xetra zuletzt bei rund 77 Euro.
Hensoldt Twinvis im Kurzprofil
- Produkt: Hensoldt Twinvis
- Hersteller: Hensoldt
- Kategorie: Lifestyle/Consumer-nahe Luftsicherheitslösung
- Markteinfuehrung: nach 2018 schrittweise in Projekten, genaue Daten projektabhaengig
- UVP / Preis: projektspezifische Systempreise, keine frei veroeffentlichte Endkunden-UVP
- Verfuegbarkeit: Direktvertrieb an Behoerden, sicherheitsrelevante Betreiber und Institutionen
- Zielgruppe: Luftsicherheitsbehoerden, Flugsicherung, Betreiber kritischer Infrastrukturen, Streitkraefte
- Besonderheit / USP: passives Radar ohne eigene Aussendung, Nutzung vorhandener Rundfunk- und Fernsehsignale zur Luftraumueberwachung und Drohnendetektion
Weitere Hintergruende zur Hensoldt AG
Mehr Unternehmensmeldungen und Kapitalmarktinformationen zu Hensoldt sind im Themenueberblick gebuendelt.
Mehr Hensoldt-News Investor RelationsDieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Produktinformationen ohne Gewaehr; Preise und Verfuegbarkeit koennen sich kurzfristig aendern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
