Hellenic, Heritage

Hellenic Heritage und KI-Tools revolutionieren Kulturbesuch

07.02.2026 - 09:51:12

Griechenland startet eine zentrale Buchungsplattform für Kulturerbestätten, während Google und andere Anbieter KI-gesteuerte, personalisierte Besuchererlebnisse entwickeln.

Das Smartphone wird zum Schlüssel für Geschichte: Neue digitale Plattformen und KI-Features verändern, wie wir Museen und Denkmäler erleben. Diese Woche markiert einen Wendepunkt.

Griechenland startet nationale Digital-Offensive

Griechenland hat eine digitale Revolution für sein Kulturerbe eingeläutet. Am 6. Februar 2026 startete die Regierung die Plattform Hellenic Heritage – ein einheitliches Portal für über 350 archäologische Stätten, Museen und Monumente. Das von der EU geförderte Projekt soll Besuchern den Zugang erheblich erleichtern.

Über hh.gr können künftig Tickets für mehr als 100 bedeutende Stätten gebucht werden, darunter die Akropolis und der Palast von Knossos. Besonders bemerkenswert: Das System integriert erstmals umfassende Barrierefreiheit. Besucher mit Behinderungen können benötigte Services wie Rollstühle oder Aufzugszugang direkt bei der Buchung reservieren – eine Funktion, die bisherige Systeme oft vermissen lassen.

Premier Kyriakos Mitsotakis und Kulturministerin Lina Mendoni präsentierten die Plattform persönlich. Sie kombiniert virtuelle Rundgänge, 3D-Exponate und mehrsprachige Audioguides. Bis April 2026 soll das integrierte Mitglieder- und Ticketsystem vollständig laufen. Ziel ist nicht nur besseres Besuchermanagement, sondern auch präzisere Einnahmenverfolgung für den vitalen Tourismussektor.

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Google setzt auf persönliche KI-Erlebnisse

Während Griechenland die Infrastruktur schafft, revolutioniert Google das individuelle Kulturerlebnis. Der Konzern testet zwei KI-gesteuerte Features in seiner Google Arts & Culture-App: „City Guide“ und „Comic Postcards“.

Der City Guide bedeutet den Abschied von statischen Empfehlungen. In elf Metropolen – darunter Berlin, Paris und Rom – filtert eine KI Vorschläge basierend auf persönlichen Interessen und verfügbarer Zeit. Sucht jemand nach „versteckten Schätzen“ oder hat nur zwei Stunden? Die App berücksichtigt es. Sie verlinkt direkt zu Tickets und Karten und erfasst sogar temporäre Ausstellungen, die klassische Führer oft übersehen.

Noch spielerischer wird es mit Comic Postcards: Hier verwandelt generative KI Selfies in comicartige Postkarten, gestaltet im Stil der besuchten Stadt. Ob Graphic Novel Noir oder Manga – das Tool schafft persönliche, teilbare Erinnerungen und verbindet so Kunstgeschichte mit modernem Digitalvergnügen.

Apps machen Kultur barrierefrei und interaktiv

Auch spezialisierte Museums-Apps ziehen nach. Smartify, oft als „Shazam für die Kunstwelt“ bezeichnet, brachte am 3. Februar ein großes Update. Der Fokus liegt auf Barrierefreiheit: Text-zu-Sprache-Funktionen für Werkbeschreibungen und Untertitel für Videos sollen allen Besuchern Zugang ermöglichen. Die App begleitet nun auch Großausstellungen wie „Ramses und das Gold der Pharaonen“ in London als digitaler Partner.

Parallel startete in Singapur „WonderBot 2.0“ – ein Projekt von Tencent und HeritageSG. Im Kindermuseum setzt die Software auf spielerisches Lernen mit Konversations-KI und 3D-Avataren. Junge Besucher führen Sprachdialoge und erhalten personalisierte Lernpfade. Eine dreijährige Kooperation soll solche gamifizierten Erlebnisse in alle Heritage-Einrichtungen des Stadtstaats bringen.

Vom passiven Guide zum aktiven Ökosystem

Experten deuten diese Entwicklungen als Reifepunkt digitaler Museumsbegleiter. Diese sind keine simplen Audioguide-Ersätze mehr, sondern umfassende Ökosysteme. Sie managen die gesamte Besucherreise: von der Entdeckung und Buchung über den Vor-Ort-Besuch bis zum Teilen der Erinnerungen.

Die Betonung von Barrierefreiheit ist dabei zentral. Sowohl die griechische Plattform als auch Smartify zeigen, dass Inklusion zum Standard wird. Gleichzeitig demonstrieren Google und Tencent den nächsten Schritt: Statt Objekte nur zu digitalisieren, schaffen sie dynamische Erlebnisse, die sich dem Nutzer anpassen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Bis April wird Griechenlands Plattform voll operationell sein – ein mögliches Vorbild für andere Nationen. Sollte Googles KI-Experiment erfolgreich sein, dürften weitere Plattformen nachziehen. Dann planen Apps nicht nur Routen, sondern managen Buchungen und Logistik in Echtzeit.

Für Museumsdirektoren und Kulturpolitiker ist die Botschaft klar: Der digitale Begleiter ist kein optionales Extra mehr. Er ist eine essentielle Infrastrukturschicht, die das moderne Besuchererlebnis definiert. Die Frage ist nicht mehr, ob man digitale Tools braucht, sondern wie man sie optimal einsetzt.

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