Heidelberger, Druckmaschinen

Heidelberger Druckmaschinen Aktie: 3,77% Minus nach manroland-Deal

26.06.2026 - 21:26:57 | boerse-global.de

Heidelberg übernimmt Service-Sparte des insolventen Rivalen manroland. Die Aktie fällt trotz strategischer Neuausrichtung weiter.

Heidelberg Aktie: Übernahme von manroland Service-Geschäft fix
Heidelberger - Dunkle, stimmungsvolle Industrie-Druckerei mit verschwommenen Maschinen und kühlen Farbtönen, die einen Marktrückgang andeuten. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Heidelberger Druckmaschinen kauft das Service-Geschäft des insolventen Rivalen manroland sheetfed. Am Markt kommt der Deal allerdings nicht gut an.

Die Aktie fällt am Freitag um 3,77 Prozent auf 1,40 Euro. Seit Jahresanfang verlor das Papier damit knapp 31 Prozent an Wert. Der Abwärtstrend der vergangenen Woche setzt sich nahtlos fort.

Erbe aus der Insolvenz

Heidelberg übernimmt das weltweite Lifecycle-Geschäft von manroland. Dazu gehören Service, Ersatzteile und rund 35 Vertriebsgesellschaften mit etwa 600 Mitarbeitern. Auch die Technologie für Bogenoffsetmaschinen wechselt den Besitzer. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Manroland hatte im März ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Zum 1. Juni endete die Produktion am Standort Offenbach. Potenzielle Käufer interessierten sich im Investorenprozess ausschließlich für das lukrative Service-Netzwerk. Heidelberg will nun vor allem die wiederkehrenden Umsätze ausbauen.

Die mehr als 3.000 Manroland-Kunden erhalten künftig Service aus einer Hand. Sie können bei Bedarf auf aktuelle Speedmaster-Systeme von Heidelberg umsteigen. Zusätzlich sichert sich der Konzern die Rechte an der Großformat-Druckmaschine Roland 900.

Sparkurs und rote Zahlen

Der Zukauf flankiert einen tiefgreifenden Konzernumbau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag das Ergebnis nach Steuern bei 15 Millionen Euro. Der freie Cashflow rutschte mit minus 19 Millionen Euro in die roten Zahlen. Für das laufende Jahr 2026/27 plant der Vorstand mit stagnierenden Umsätzen.

Unterm Strich erwartet das Management einen Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Kein Wunder. Parallel dazu streicht der Konzern massiv Kosten. Das Management schloss bereits über 550 Aufhebungsverträge ab.

Die Produktion des Flaggschiff-Modells Speedmaster CX 104 wandert komplett nach China. Ein neuer Standort in Nordmazedonien befindet sich im Aufbau. Bis zu 200 Mitarbeiter sollen intern in den neuen Bereich Verteidigungstechnik wechseln.

Drohnenabwehr als neue Säule

Heidelberg sucht abseits des Druckgeschäfts nach neuen Erlösquellen. Die Tochter HDAT gründet mit dem amerikanisch-israelischen Anbieter Ondas das Joint Venture ONBERG. Das Ziel: autonome Drohnenabwehrsysteme für kritische Infrastruktur und die Bundeswehr. In wenigen Jahren soll dieser Bereich mindestens 300 Millionen Euro Umsatz liefern.

Aktuell macht die Sparte weniger als zwei Prozent der Gesamterlöse aus. Den finanziellen Spielraum für diesen Umbau hat sich Heidelberg gesichert. Das Unternehmen verlängerte einen Konsortialkredit über 436 Millionen Euro vorzeitig bis zum Jahr 2030.

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