Hamburger Hafen schaltet PIN-Verfahren für Container ab
09.02.2026 - 00:42:12Ab heute müssen Spediteure am Hamburger Hafen auf ein neues, digitales Abholsystem umstellen. Die als Sicherheitslücke bekannte PIN-Alternative wird an wichtigen Terminals deaktiviert – ein Schlag gegen Drogenschmuggel und organisierte Kriminalität.
Digitaler Zwang für mehr Hafensicherheit
Die Umstellung ist kein freiwilliges Upgrade, sondern eine verpflichtende Maßnahme. An den Terminals von Eurogate Hamburg sowie den HHLA-Terminals Burchardkai und Tollerort ist das traditionelle PIN-Verfahren ab sofort nicht mehr verfügbar. Nur am Terminal Altenwerder bleibt die alte Methode vorerst noch eine Ausnahme. Dieser Schritt zwingt die gesamte Logistikbranche zur Nutzung der digitalen Secure Release Order (SRO) über die Plattform „German Ports“.
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Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben der norddeutschen Bundesländer, die seit Oktober 2025 einen vollständig PIN-freien Abholprozess vorschreiben. Die IT-Dienstleister DAKOSY und dbh Logistics IT treiben die Umsetzung voran. Das Ziel ist klar: Die Sicherheitslücken des alten Systems schließen.
Vom Schmuggelkanal zum geschlossenen System
Das PIN-Verfahren war simpel und anfällig. Eine vierstellige Zahl genügte, um einen Container freizugeben – eine Einladung für kriminelle Organisationen. Der Hamburger Hafen stand wiederholt im Fokus von Ermittlungen zu großangelegtem Kokain-Schmuggel aus Südamerika. Immer wieder wurden Hafenmitarbeiter von Kartellen rekrutiert, um PINs zu stehlen oder Prozesse zu manipulieren.
Das neue SRO-Verfahren beendet diese Anonymität. Jede digitale Freigabe ist verschlüsselt, einem konkreten Transportauftrag und einem bestimmten Fahrer zugeordnet. Jeder Schritt in der Kette – von der Reederei bis zum Lkw-Fahrer – wird lückenlos dokumentiert. Für die Behörden wird damit nachvollziehbar, wer wann Zugriff hatte. Ein System, das Transparenz schafft, wo früher Grauzonen herrschten.
Neue Kosten und Apps für die Logistikbranche
Für Speditionen und Fuhrunternehmen bedeutet die Umstellung mehr als nur einen Technologiewechsel. Sie müssen sich bei „German Ports“ registrieren und ihre Prozesse anpassen. Die Nutzung der Plattform ist kostenpflichtig: Eine monatliche Grundgebühr von 60 Euro fällt an, dazu kommen nutzungsabhängige Entgelte. Die Erstellung und Weitergabe eines digitalen Abholrechts kostet zwischen 0,40 und 0,80 Euro. Einige Speditionen kündigen bereits an, diese Kosten als Zuschlag an ihre Kunden weiterzugeben.
Auch für die Lkw-Fahrer ändert sich der Alltag am Terminal. Statt mit PIN oder physischer Karte identifizieren sie sich nun per Smartphone-App. Die HHLA setzt auf die App „passify“, Eurogate auf „CONROO GATE PASS“. Die Apps dienen nicht nur zur sicheren Authentifizierung, sondern auch zur Slot-Buchung und digitalen Abfertigung. Das soll den Prozess beschleunigen und Wartezeiten reduzieren – ein kleiner Effizienzgewinn in einer ansonsten aufwändigen Transition.
Ein Meilenstein für die „Allianz sicherer Hafen“
Die Abschaltung des PIN-Downgrades ist ein zentraler Erfolg für die „Allianz sicherer Hafen“. Diese Initiative von Sicherheitsbehörden und Hafenwirtschaft wurde 2023 gegründet, um die Abwehrkräfte gegen kriminelle Infiltration zu bündeln. Die digitale SRO ist eine direkte Antwort auf die Forderung nach manipulationssicheren Systemen.
Der heutige Tag sendet ein klares Signal: Der Hamburger Hafen rüstet sich konsequent gegen internationale Drogenkriminalität. Die Digitalisierung wird hier als Schlüssel zur Sicherung der kritischen Infrastruktur genutzt. In den kommenden Monaten sollen weitere Terminals in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven folgen, bis ein einheitlicher, PIN-freier Standard für alle deutschen Seehäfen gilt.
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