Hamburg startet Datenschutz-Offensive für KI-Zeitalter
07.01.2026 - 00:44:12Die Hamburger Datenschutzbehörde setzt auf proaktive Unterstützung für Unternehmen bei der Umsetzung der neuen EU-Digitalgesetze, um Compliance zu fördern und Verstöße zu reduzieren.
Die Hamburger Datenschutzbehörde startet 2026 eine Beratungsoffensive. Sie will Unternehmen bei der Umsetzung der neuen KI-Verordnung und des Data Act unterstützen – und setzt dabei auf Kooperation statt auf reine Strafverfolgung.
Die HmbBfDI reagiert damit auf die wachsende Verunsicherung in der Wirtschaft. Der Startschuss fiel am Mittwoch mit einer vollständig ausgebuchten Online-„Datenschutzsprechstunde“. Die enorme Nachfrage zeigt: Viele organisationen suchen dringend Orientierung im regulatorischen Dickicht der EU-Digitalgesetze.
Vom Strafen zum Beraten: Neue Strategie der Aufsicht
„Wir setzen auf proaktive Governance“, erklärt Thomas Fuchs, Hamburgs Datenschutzbeauftragter. Sein Ziel ist ein Kulturwandel: Datenschutz soll nicht als lästige Pflicht, sondern als integraler Bestandteil unternehmerischer Entscheidungen verstanden werden.
Passend zum Thema KI‑Aufsicht in Unternehmensstrukturen: Zahlreiche Unternehmen sind unsicher bei der Risikoklassifizierung und Dokumentation ihrer KI‑Systeme – und riskieren damit Bußgelder oder Betriebsstörungen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, wie Sie Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentationen umsetzen, welche Übergangsfristen gelten und welche To‑dos für KMU Priorität haben. Ideal für Vorstände, Datenschutz‑ und Compliance‑Verantwortliche. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Grundlage dieser Strategie ist das Ende 2025 veröffentlichte „Bridge Blueprint“-Diskussionspapier. Es zeigt, wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mit den Anforderungen der neuen KI-Verordnung (KI-VO) harmonisiert werden kann. Die Behörde will damit eine Brücke schlagen zwischen abstrakten Rechtstexten und ihrer praktischen Umsetzung in Betrieben.
Fokus auf Data Act und KI-Regulierung
Ein Schwerpunkt der Beratung liegt auf dem Data Act, der seit September 2025 gilt. Diese Verordnung schafft neue Regeln für den Zugang zu und die Weitergabe von Industriedaten. Besonders knifflig ist das Zusammenspiel mit den Schutzmechanismen der DSGVO – ein häufiges Problemfeld für Compliance-Verantwortliche.
Die Komplexität des „Brüsseler Digitalpakets“ aus DSA, DMA, Data Act und KI-Verordnung stellt vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor enorme Herausforderungen. Die Hamburger Initiative will hier niedrigschwellige Hilfe bieten. Geplant sind künftig auch branchenspezifische Formate, etwa zu Gesundheitsdaten oder automatisierten Entscheidungssystemen.
Die Kehrseite der Medaille: Konsequente Durchsetzung
Die neue Beratungsorientierung hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Allein in den ersten drei Quartalen 2025 verhängte die HmbBfDI Bußgelder in Höhe von rund 775.000 Euro. Betroffen waren unter anderem Finanzinstitute wegen intransparenter Scoring-Algorithmen und Unternehmen im Inkassobereich.
Rechtsexperten deuten dies als klare Botschaft: Die Behörde praktiziert ein „kooperatives Compliance“-Modell. Unternehmen, die Beratung aktiv nutzen und solide Governance-Strukturen aufbauen, dürften bei Kontrollen besser dastehen als solche, die diese Ressourcen ignorieren. Der Ansatz entspricht einem Trend deutscher Aufsichtsbehörden, systemische Compliance über die Verfolgung einzelner Verstöße zu stellen.
Modell für andere Bundesländer?
Sollte sich die Hamburger Initiative bewähren, könnte sie Schule machen. Erfolg misst sich daran, ob vermeidbare Verstöße zurückgehen und gleichzeitig eine Kultur der Datenverantwortung wächst. Für andere Landesbehörden, die den Spagat zwischen Digitalförderung und Grundrechtsschutz meistern müssen, wäre dies ein interessantes Vorbild.
Die nächste Phase der Offensive wird voraussichtlich konkrete Fragen der KI-Aufsicht in Unternehmensstrukturen behandeln. Viele Vorstände suchen hier noch nach praktikablen Lösungen. Angesichts der hohen Nachfrage rät die Behörde Interessierten, die Termine für kommende Sprechstunden auf ihrer Website im Auge zu behalten – die Plätze sind schnell vergeben.
PS: Die KI‑Verordnung ist bereits in Kraft – laufen Ihre Fristen? Dieser kostenlose Leitfaden zeigt genau, welche Übergangsfristen demnächst ablaufen, wie Sie Ihr KI‑System richtig klassifizieren und welche Dokumente Prüfer sehen wollen. Mit klaren Checklisten und schnellen Handlungsempfehlungen für Datenschutzbeauftragte und Unternehmensleitungen. Sichern Sie sich jetzt die praktische Umsetzungshilfe. KI‑VO-Umsetzungsleitfaden jetzt gratis herunterladen


