Halliburton Aktie: Zahlen top, Kurs im Minus
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Halliburton übertrifft beim Gewinn und beim Umsatz die Erwartungen der Wall Street – und die Aktie fällt trotzdem. Ein Widerspruch, der zeigt: Anleger schauen längst über die reinen Quartalszahlen hinaus.
Der Ölfelddienstleister meldete für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn von 534 Millionen Dollar, das entspricht 0,64 Dollar je Aktie. Bereinigt um Sondereffekte blieben 0,55 Dollar je Aktie übrig – und damit einen Cent mehr, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Der Umsatz kletterte auf 5,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ebenfalls über der Konsensschätzung von 5,5 Milliarden Dollar.
Trotz dieser Bestmarken gaben die Papiere vorbörslich rund 3,1 Prozent nach. Das operative Ergebnis lag bei 778 Millionen Dollar, die bereinigte operative Marge bei 12 Prozent. Der operative Cashflow summierte sich auf 824 Millionen Dollar, während unterm Strich ein freier Cashflow von 668 Millionen Dollar blieb. Im gleichen Zeitraum kaufte Halliburton eigene Aktien im Wert von rund 200 Millionen Dollar zurück.
Regionen liefern ein gemischtes Bild
Der Blick auf die Segmente erklärt, warum der Markt trotz des Zahlenbeats zurückhaltend reagiert. Die Sparte Completion and Production wuchs sequenziell um 6 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar Umsatz, getragen von stärkerer Stimulationsaktivität in der westlichen Hemisphäre und verbesserten Well-Intervention-Services in Asien. Drilling and Evaluation legte um 5 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu, das operative Ergebnis der Sparte sank aber leicht – bedingt durch den saisonalen Rückgang der Softwareverkäufe.
Regional zeigt sich die Kluft am deutlichsten. Europa und Afrika verzeichneten mit einem Umsatzplus von 19 Prozent auf eine Milliarde Dollar die stärkste Entwicklung. Nordamerika legte um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zu und bestätigt damit die von CEO Jeff Miller angekündigte Erholung in der Region. Der Mittlere Osten und Asien hingegen verloren 2 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar – Kuwait, Irak und Katar bremsten das Geschäft wegen anhaltender geopolitischer Spannungen.
Miller zeigte sich mit dem Quartal zufrieden und verwies auf eine starke internationale Auftragspipeline sowie auf differenzierte Technologie als Wachstumstreiber für Umsatz und Marge. Die Kursreaktion deutet jedoch darauf hin, dass Investoren die Schwäche im Nahen Osten und den margenseitigen Rückgang bei Drilling and Evaluation stärker gewichten als die insgesamt soliden Konzernzahlen.
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