Hai Robotics und Maveneer schließen Partnerschaft für Logistik-Automation
28.04.2026 - 15:42:31 | boerse-global.de
Die globale Robotik-Branche erlebt in den letzten Apriltagen 2026 eine wahre Welle strategischer Allianzen und milliardenschwerer Finanzierungsrunden. Im Zentrum steht der Skalierung intelligenter Systeme in Produktion, Logistik und Dienstleistung.
Am heutigen Dienstag gaben Hai Robotics AMER und Maveneer eine formelle Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Integration des HaiPick System 3 mit der Maveneer WxS-Softwareplattform. Die Lösung verspricht höhere Lagerdichte und schnellere Auftragsabwicklung bei optimiertem Personaleinsatz – ein entscheidender Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels.
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Flex und Teradyne setzen auf kollaborative Robotik
Bereits gestern weiteten Flex und Teradyne Robotics ihre Zusammenarbeit aus. Die beiden Unternehmen, die seit zwanzig Jahren im Halbleiter-Testgeschäft kooperieren, fokussieren sich nun auf die globale Skalierung intelligenter Automation. Flex setzt in eigenen Werken zunehmend kollaborative Roboter (Cobots) von Universal Robots und autonome mobile Roboter (AMRs) von Mobile Industrial Robots ein. Gleichzeitig fertigt Flex Komponenten für Universal Robots. Ziel der Partnerschaft: die Integration physischer Künstlicher Intelligenz für effizientere Produktionsumgebungen.
110 Millionen Dollar für Stuttgarter Robotik-Startup
Ein finanzielles Highlight der Woche kommt aus Deutschland: Das Stuttgarter Startup Sereact gab gestern den Abschluss einer Series-B-Finanzierungsrunde über 110 Millionen Dollar bekannt. Hauptinvestor ist Headline, unterstützt von Bullhound Capital, Daphni und Felix Capital sowie den Bestandsinvestoren Creandum und Point Nine. Insgesamt hat Sereact damit über 140 Millionen Dollar eingesammelt.
Das Unternehmen will das Kapital nutzen, um seine Cortex 2.0-Plattform zu skalieren und im Sommer 2026 einen neuen US-Hauptsitz in Boston zu eröffnen. Sereacts Technologie – ein sogenanntes „Roboter-Gehirn“ – kombiniert ein Vision-Language-Action (VLA)-Modell mit einer Weltmodell-Architektur. Dieser softwarezentrierte Ansatz erlaubt Robotern, Aufgaben vor der Ausführung zu durchdenken und sich so besser an unstrukturierte Umgebungen anzupassen.
Die Zahlen sprechen für sich: Über 200 Standorte in Europa nutzen die Systeme bereits, die mehr als eine Milliarde reale Picks durchgeführt haben. Die Zuverlässigkeit ist hoch: Nur ein menschlicher Eingriff pro 53.000 Picks ist nötig. Zu der Kunden zählen Schwergewichte wie BMW, Daimler Truck, Mercedes-Benz und PepsiCo.
ABB und FANUC bringen neue Cobot-Familien
Auch die Hardware-Hersteller legen nach. ABB Robotics launchte gestern seine PoWa-Cobot-Familie mit sechs Traglastkategorien von 7 bis 30 Kilogramm. Die Roboter erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 5,8 Metern pro Sekunde und werden von der OmniCore-Plattform gesteuert. ABB verspricht eine Einrichtungszeit von etwa einer Stunde dank No-Code-Programmierung – ideal für Maschinenbeschickung, Palettieren und Lichtbogenschweißen.
FANUC America erweiterte ebenfalls gestern seine CRX-Cobot-Reihe um das Modell CRX-3iA. Mit 11 Kilogramm Eigengewicht und 3 Kilogramm Nutzlast ist es besonders kompakt. Neu sind auch Software-Updates mit Python-Scripting-Unterstützung und ein High-Inertia-Modus für schwerere Palettieraufgaben.
Im Bereich mobiler Robotik präsentierte das Tokioter Unternehmen Doup Robotics den Doup1000 AMR. Er transportiert eine Tonne Last mit einer Stoppgenauigkeit von plus/minus 3 Millimetern – navigiert per Laser-SLAM-Technologie.
Volvo-Werk: 170 Roboter für einfache Montage
Wie weit die Technologie bereits in der Praxis angekommen ist, zeigt das Volvo-Werk New River Valley in Dublin, Virginia. Nach einer Investition von 500 Millionen Dollar arbeiten dort 170 Roboter an weniger komplexen Montageaufgaben. 3.000 Mitarbeiter kümmern sich weiterhin um anspruchsvollere manuelle Tätigkeiten. Die Werksleitung deutete gestern an: In 15 Jahren könnte die Anlage vollständig automatisisiert sein.
Pudu Robotics eröffnet US-Zentrale
Die geografische Verteilung der Robotik-Branche verschiebt sich ebenfalls. Pudu Robotics eröffnete am 23. April seinen US-Hauptsitz in Dallas, Texas. Das Unternehmen hält 23 Prozent Marktanteil bei kommerziellen Servicerobotern, hat knapp 15.000 Einheiten in Nord- und Südamerika im Einsatz und meldet einen Umsatzsprung von 285 Prozent im Jahresvergleich.
China: Rekordproduktion in Shenzhen
In China erreichte die Robotik-Industrie in Shenzhen 2025 einen Rekord-Produktionswert von 242 Milliarden Yuan (rund 35,4 Milliarden Dollar) – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stadt produziert damit 43 Prozent aller chinesischen Serviceroboter und 25 Prozent der Industrieroboter.
Großbritannien: 150 Milliarden Pfund Potenzial
Ein am 27. April von techUK veröffentlichter Bericht mit dem Titel „Seizing the Robotics Opportunity“ sieht für das Vereinigte Königreich ein Potenzial von bis zu 150 Milliarden Pfund für die Wirtschaft. Das Manufacturing Technology Centre (MTC) verzeichnete Produktivitätssteigerungen von 40 Prozent durch Automation. Der Bericht enthält neun Empfehlungen an die Regierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Humanoid-Roboter am Flughafen
Die Integration von Robotik dringt in spezialisierte Umgebungen vor: JAL Ground Service und GMO AI & Robotics kündigten an, ab Mai 2026 humanoide Roboter für die Gepäckabfertigung an japanischen Flughäfen zu testen. Das Pilotprojekt läuft in mehreren Phasen bis 2028 und zielt auf den chronischen Personalmangel in der Luftfahrt.
Poolroboter mit Roboterarm
Im Konsumentenbereich startete MAMMOTION heute eine Kickstarter-Kampagne für den SPINO S1 Pro – nach eigenen Angaben der erste Poolreiniger mit Roboterarm und Selbstlade-Station. Dreame Technology präsentierte gestern in San Francisco neue Produkte, darunter einen APEX-Roboterarm und den A3 AWD PRO-Mäherroboter. Dreame meldet für März 2026 ein Umsatzplus von 255 Prozent im Jahresvergleich – ein starkes Signal für die Nachfrage nach Outdoor-Smart-Home-Robotik.
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Ausblick: Software-definierte Robotik
Die jüngsten Ankündigungen deuten auf einen branchenweiten Wandel hin zur „software-definierten Robotik“. Physische KI und Weltmodelle machen Hardware zunehmend vielseitiger. Beobachter sprechen von einem Trend zu „brownfield-ready“-Lösungen – Automation, die sich in bestehende Anlagen integrieren lässt, ohne teure Umbauten. Die Partnerschaft zwischen ABB und Jacobi Robotics zur Integration der OmniPalletizer-Software ist ein Beispiel dafür.
Während Finanzierungsrunden wie die von Sereact die Entwicklung universeller „Roboter-Gehirne“ vorantreiben und Hardware-Hersteller wie ABB und FANUC die Grenzen von Geschwindigkeit und Nutzlast verschieben, steht die Robotik-Branche vor einer Phase nachhaltiger globaler Skalierung. Der Fokus bleibt: Arbeitskräftemangel adressieren und Effizienz steigern – durch Systeme, die leistungsfähig und einfach zu integrieren sind.
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