Hadrian-Studie: Cybersicherheit steckt in der Verifikationskrise
14.02.2026 - 00:52:1170 Prozent der Unternehmen kommen mit der Flut an Schwachstellen nicht mehr mit. Eine neue Studie zeigt eine tiefgreifende Krise in den Sicherheitsteams. Der Grund: veraltete Methoden. Die Lösung heißt Continuous Threat Exposure Management (CTEM) – ein proaktiver Ansatz, der zum strategischen Muss für 2026 wird.
Warum alte Sicherheitskonzepte versagen
Die digitale Bedrohungslage ist komplexer und feindseliger denn je. Traditionelle, reaktive Methoden wie periodische Scans reichen längst nicht mehr aus, um Angreifern voraus zu sein. Das belegt eine diese Woche veröffentlichte Studie des Sicherheitsunternehmens Hadrian schonungslos. Die Ergebnisse sind alarmierend: Ganze 95 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen sind unzufrieden mit ihrer Fähigkeit, Risiken effektiv zu priorisieren. Die Folge ist eine lähmende „Verifikationskrise“.
Die Teams ersticken in Warnmeldungen, können aber nicht unterscheiden, welche Schwachstellen wirklich gefährlich sind. Sie konzentrieren sich auf veraltete Metriken wie die reine Anzahl gefundener Lücken. Nur 33 Prozent der Unternehmen messen jedoch, ob das tatsächlich ausnutzbare Risiko auch sinkt. Mehr Transparenz führt so nicht zu besseren Entscheidungen, sondern zu mehr Unsicherheit – trotz steigender Investitionen.
CTEM: Vom Suchen zum Verstehen
Continuous Threat Exposure Management (CTEM) ist die Antwort auf diese Krise. Es ist kein neues Tool, sondern ein strategischer Rahmen, den Analysten wie Gartner als eine der wichtigsten Cybersecurity-Entwicklungen für 2026 einstufen. Der Kern: CTEM verschiebt den Fokus von der Identifizierung hin zur Bewertung der tatsächlichen Ausnutzbarkeit.
Statt sich in endlosen Risikolisten zu verlieren, konzentrieren sich Teams auf die Bedrohungen, die in ihrer spezifischen IT-Landschaft wirklich Schaden anrichten können. CTEM funktioniert in einem zyklischen Fünf-Phasen-Modell:
- Umfang festlegen: Welche Systeme sind geschäftskritisch?
- Entdeckung: Kontinuierliche Suche nach Schwachstellen.
- Priorisierung: Bewertung nach realer Ausnutzbarkeit und Geschäftsimpact.
- Validierung: Simulierte Angriffe testen, ob Lücken exploitbar sind.
- Mobilisierung: Gezielte Behebung und Nachverfolgung.
Die Praxis zeigt den dringenden Handlungsbedarf
Warum dieser Ansatz so entscheidend ist, zeigt ein aktueller Fall von Pentera Labs. In Cloud-Umgebungen großer Konzerne fanden sich öffentlich zugängliche, absichtlich verwundbare Trainings-Anwendungen – die aktiv für Krypto-Mining missbraucht wurden. Eine solche Lücke hätte der Discovery- und Validierungs-Prozess von CTEM aufdecken müssen.
Die Priorisierungsphase ist der Schlüssel, um die Verifikationskrise zu überwinden. CTEM analysiert nicht nur den theoretischen Schweregrad einer Schwachstelle (CVE-Score), sondern ob ein Angreifer sie im konkreten Firmennetzwerk überhaupt erreichen kann. Die automatisierte Validierung bestätigt diese Annahme. So versanden Erkenntnisse nicht in Berichten, sondern münden in konkrete Aktionen.
KI und Regulierung treiben den Wandel voran
Die Dringlichkeit für CTEM wird durch technologische und regulatorische Entwicklungen verstärkt. KI-gestützte Angriffe operieren autonom und in Maschinengeschwindigkeit, was manuelle Abwehr obsolet macht. Gleichzeitig werden IT-Landschaften durch Cloud, APIs und vernetzte Industrieanlagen (OT) immer undurchsichtiger.
Hinzu kommt der wachsende regulatorische Druck. Richtlinien wie NIS-2 in Europa verlangen einen Nachweis kontinuierlicher Sicherheitsüberwachung. CTEM wird damit zur operativen Grundlage für Compliance. Gartner prognostiziert, dass Unternehmen mit einem CTEM-basierten Sicherheitsansatz bis 2026 dreimal seltener von erfolgreichen Angriffen betroffen sein werden.
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Messbare Resilienz wird zum neuen Standard
Die Cybersecurity-Landschaft 2026 wird nicht mehr von der Frage dominiert, ob angegriffen wird, sondern wie resilient ein Unternehmen ist. Der reine Rahmen reicht nicht aus. Der Erfolg muss an der messbaren Reduzierung von Angriffsrisiken gemessen werden.
Für Führungskräfte bedeutet das eine Abkehr von reiner Aktivitätsverfolgung. Die zentrale Frage für CISOs lautet künftig nicht mehr: „Wie viele Schwachstellen haben wir gefunden?“, sondern: „Um wie viel haben wir die Angriffswahrscheinlichkeit gesenkt?“ Nur so wird Cybersicherheit vom Kostenfaktor zum strategischen, nachweisbaren Unternehmenswert.
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