H-Power, Kurs

H-Power: Kurs fällt 10 Prozent trotz Umsatzsprung

12.06.2026 - 05:12:34 | boerse-global.de

Trotz massivem Umsatzwachstum und operativer Fortschritte fällt die H-Power-Aktie. Anleger zeigen sich von den anhaltenden Verlusten enttäuscht.

H-Power Aktie: Umsatzsprung, aber Verluste belasten den Kurs
H-Power - Eine Wasserstoff-Brennstoffzelle mit einem roten, nach unten zeigenden Pfeil über einem Börsendiagramm, das einen Kursrückgang von 10 % anzeigt, während im Hintergrund steigende Umsatzbalken zu sehen sind. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fünfzehnfaches Umsatzwachstum — und der Kurs fällt trotzdem. H-Power plc, der unter dem neuen Ticker HPOW auf dem AIM gehandelte Wasserstoffspezialist, hat am 10. Juni seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Reaktion der Anleger war ernüchternd.

Umsatz springt, Verlust bleibt

Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 auf 253.000 Pfund — nach nur 17.000 Pfund im Vorjahreszeitraum. Das klingt nach Aufbruch. Allerdings bleibt der Nettoverlust mit 5,82 Millionen Pfund erheblich. Der operative Mittelabfluss sank immerhin von 10,7 auf 7,5 Millionen Pfund.

Die Liquidität hält sich stabil. Mit 17,4 Millionen Pfund in der Kasse und erwarteten Steuerrückerstattungen von 3,2 Millionen Pfund im zweiten Halbjahr hat das Unternehmen noch Spielraum.

Operative Fortschritte im Detail

Das Unternehmen hat im Berichtszeitraum mehrere konkrete Meilensteine erreicht:

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  • Erster Großverkauf von grünem Wasserstoff aus geknacktem Ammoniak in Großbritannien
  • Wasserstoffliefervertrag über 5.000 kg mit Protium
  • Produktionsstart am Standort Dunsfold
  • Nachbestellung von 15 LC30-Generatoren durch Speedy Hire
  • Joint-Development-Abkommen mit Komatsu im Wert von rund zwei Millionen US-Dollar

Das portable Crackergerät HY5 — mit einer Kapazität von bis zu 500 kg Wasserstoff täglich — soll bis Ende 2026 marktreif sein. Das Gemeinschaftsunternehmen Speedy Hydrogen Solutions peilt bis Oktober 2026 Auslastungsziele auf Preisniveau vergleichbar mit Dieselalternativen an.

Grüner Ammoniak gewinnt an Attraktivität

Ein unerwarteter Rückenwind kommt aus der Geopolitik. Seit der Eskalation des Iran-Konflikts sind die Preise für grauen Ammoniak um bis zu 60 Prozent gestiegen — weil grauer Ammoniak an Erdgaspreise gekoppelt ist. Grüner Ammoniak hingegen basiert auf erneuerbarer Energie mit Fixkosten. Seine Preise legten nur rund fünf Prozent zu.

Das Ergebnis: Grüner Ammoniak aus Asien ist aktuell günstiger als grauer. Für das „Fuel as a Service"-Modell von H-Power ist das eine strukturelle Verbesserung.

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Kurs unter Druck

Die Zahlen überzeugten den Markt nicht. Am Tag der Veröffentlichung verlor die Aktie knapp zehn Prozent. Aktuell notiert sie bei 0,15 Euro — rund 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,21 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von gut 26 Prozent.

Das Muster ist klassisch für frühe Wachstumsunternehmen: operative Fortschritte, aber anhaltende Verluste und hoher Cashburn bremsen die Kursfantasie. Ob das HY5-Gerät bis Jahresende tatsächlich liefert, wird entscheidend sein — nicht nur für die Technologie, sondern für das Vertrauen der Anleger in den Zeitplan.

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