Gürtelrose-Impfung, Luftverschmutzung

Gürtelrose-Impfung und Luftverschmutzung: Zwei neue Wege im Kampf gegen Demenz

18.02.2026 - 21:30:11

Zwei aktuelle Studien zeigen neue Wege der Demenzprävention: Eine Gürtelrose-Impfung kann das Risiko senken, während Feinstaub es direkt erhöht.

Zwei neue Studien erweitern das Verständnis von Demenzprävention. Eine deutsch geführte Untersuchung zeigt einen möglichen Schutz durch die Gürtelrose-Impfung, während eine US-Studie die direkte Gefahr durch Luftverschmutzung belegt.

Gürtelrose-Impfung halbiert Demenz-Risiko bei Frauen

Ein internationales Team um die Medizinische Fakultät Heidelberg veröffentlichte überraschende Ergebnisse im Fachjournal „Cell“. Die Analyse eines walisischen Impfprogramms legt nahe: Die Impfung gegen Gürtelrose könnte das Demenzrisiko senken.

Die Forscher nutzten ein „natürliches Experiment“. Ab 2013 erhielten in Wales nur Personen den Impfstoff, die an einem Stichtag genau 79 Jahre alt waren. Der Vergleich der Daten von knapp darüber- oder darunterliegenden Jahrgängen zeigte klare Effekte. Besonders deutlich war der Schutz bei Frauen: Ihr Risiko, an den Folgen einer Demenz zu sterben, halbierte sich im neunjährigen Beobachtungszeitraum. Die Wissenschaftler vermuten geschlechtsspezifische Unterschiede in der Immunantwort.

Feinstaub schädigt das Gehirn direkt

Parallel veröffentlichte das Fachmagazin „PLOS Medicine“ eine US-Studie mit fast 29 Millionen Teilnehmern. Das Ergebnis: Langfristige Belastung mit Feinstaub erhöht das Alzheimer-Risiko deutlich.

Die Forscher der Emory University werteten Daten über 18 Jahre aus. Ihre Kern-Erkenntnis: Die schlechte Luft wirkt offenbar direkt auf das Gehirn – unabhängig von bekannten Risiken wie Bluthochdruck oder Schlaganfällen. Bisher nahm man an, Luftverschmutzung schade primär dem Herz-Kreislauf-System und wirke so indirekt. Die neue Studie legt nahe, dass die Schadstoffe Entzündungsprozesse im Gehirn selbst fördern. Damit wird der Umweltschutz zu einem zentralen Faktor der Demenzvorsorge.

Bewährte Prävention bleibt fundamental

Neben diesen neuen Erkenntnissen bleibt ein gesunder Lebensstil die wichtigste Säule. Experten schätzen, dass sich über ein Drittel der Demenzfälle durch die Beeinflussung bekannter Risikofaktoren verhindern ließe.

Zu den etablierten Schutzmaßnahmen zählen:
* Die Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes und hohen Blutfettwerten.
* Der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
* Regelmäßige körperliche Aktivität, soziale Kontakte und geistige Anregung.

Eine Langzeitstudie der Johns-Hopkins-Universität zeigt die Langzeitwirkung: Schon fünf bis sechs Wochen kognitives Training kann das Demenzrisiko zwei Jahrzehnte später noch um 25 Prozent senken.

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Paradigmenwechsel in der Forschung

Die Studien markieren einen Wandel. Die Demenzforschung rückt weg vom Fokus auf einzelne Hirnablagerungen hin zu einem ganzheitlichen Bild. Dieses schließt das Immunsystem, Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten ein.

Die Verbindung zur Gürtelrose-Impfung deutet auf eine größere Rolle viraler Infektionen hin. Die Daten zur Luftverschmutzung machen klar: Prävention ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die politische Maßnahmen erfordert. Diese Puzzleteile bestätigen, was Expertengremien wie die „Lancet-Kommission“ betonen: Demenz ist für viele kein unausweichliches Schicksal. Ein Bündel aus individuellen und gesellschaftlichen Maßnahmen kann das Risiko deutlich reduzieren.

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