GSK Aktie: Hoffnungsträger scheitert
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Medikament, das über Jahre als Kandidat für ein neues Behandlungsfeld galt, verschwindet nun aus der Pipeline. GSK beendet die Entwicklung von Camlipixant bei therapieresistentem chronischem Husten — die Studiendaten reichten dem Konzern nicht aus, um weiterzumachen.
Uneinheitliche Studienergebnisse geben den Ausschlag
Zwei Phase-III-Studien namens CALM-1 und CALM-2 sollten zeigen, ob Camlipixant Patienten mit chronischem Husten helfen kann, die auf bisherige Therapien nicht ansprechen. Das Ergebnis fiel gespalten aus. In CALM-1 reduzierte die zweimal tägliche Gabe von 50 Milligramm die Hustenfrequenz nach zwölf Wochen signifikant gegenüber Placebo. CALM-2 erreichte dieses Ziel bei gleicher Dosierung nach 24 Wochen nicht.
GSK zieht daraus einen klaren Schluss: Die in der Gesamtschau erzielte Wirksamkeit sei begrenzt und dürfte die Patientenversorgung nicht grundlegend verändern. Der Konzern stellt die Weiterentwicklung bei dieser Indikation deshalb ein. Eine laufende Studie in der mittleren klinischen Phase, die Camlipixant bei Reizdarmsyndrom mit Durchfall und wechselnden Stuhlgewohnheiten testet, läuft davon unberührt weiter.
Der Markt reagierte prompt. Die Aktie fiel im Handelsverlauf um rund drei Prozent auf etwa 1.898 Pence. Für ein Unternehmen, das zuletzt mit einer milliardenschweren Übernahme im Bereich Lungenkrebs positive Schlagzeilen lieferte, ist der Rückschlag bei Camlipixant ein Dämpfer — auch wenn er das große Bild der Pipeline nicht auf den Kopf stellt.
Nebensächliches am Rande
Weniger kursrelevant, aber Teil der Unternehmensführung: GSK bestätigte die Wiederbestellung von Deloitte als externem Wirtschaftsprüfer ab dem Geschäftsjahr 2028. Die Entscheidung fiel nach einem Ausschreibungsverfahren, das der Prüfungsausschuss geleitet hat — reine Pflichtübung im Rahmen der zehnjährigen Tender-Vorgabe für börsennotierte Unternehmen. Die Bestellung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Hauptversammlung 2028.
Für die Pipeline bleibt der Fokus nun auf anderen Projekten. Camlipixant war einer von mehreren Kandidaten, mit denen GSK sein Portfolio jenseits der etablierten Geschäftsfelder verbreitern wollte — dieser Versuch ist gescheitert, ohne dass er die strategische Ausrichtung des Konzerns grundsätzlich verändert.
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