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Groupe Caddac: Französischer Baustoffriese von Ransomware-Angriff getroffen

22.03.2026 - 00:00:37 | boerse-global.de

Die französische Groupe Caddac wurde von der Hackergruppe Thegentlemen angegriffen, die Daten stahl und Systeme verschlüsselte. Der Vorfall zeigt die gezielte Bedrohung für die Bau- und Industriebranche durch Ransomware-as-a-Service.

Groupe Caddac: Französischer Baustoffriese von Ransomware-Angriff getroffen - Foto: über boerse-global.de
Groupe Caddac: Französischer Baustoffriese von Ransomware-Angriff getroffen - Foto: über boerse-global.de

Der französische Baustoffkonzern Groupe Caddac ist das neueste Opfer einer schweren Cyberattacke. Die Erpressersoftware legte Teile des Netzwerks lahm – verantwortlich ist die berüchtigte Hackergruppe „Thegentlemen“. Der Angriff unterstreicht die wachsende Bedrohung für die europäische Industrie.

Doppelte Erpressung trifft kritische Infrastruktur

Am Samstag tauchte der Name des Unternehmens auf der Leak-Seite der Cyberkriminellen im Dark Web auf. Die Gruppe praktiziert die sogenannte Doppel-Erpressung: Sie verschlüsselt nicht nur Daten, sondern stiehlt auch sensible Unternehmensinformationen. Droht sie nun mit der Veröffentlichung? Der volle Umfang des Datendiebstahls und die Auswirkungen auf die 19 Betonwerke von Caddac sind noch unklar. Das Unternehmen selbst hat sich bisher nicht öffentlich geäußert.

„Thegentlemen“: Ein neuer, gefährlicher Player

Die Hackergruppe ist erst seit Mitte 2025 aktiv, hat aber schnell eine gefürchtete Reputation aufgebaut. Sie agiert als Ransomware-as-a-Service-Anbieter (RaaS). Das bedeutet: Die Gruppe vermietet ihre Schadsoftware an andere Kriminelle und profitiert von den Lösegeldern mit. Diese Geschäftsmodell führt zu einer hohen Angriffsfrequenz.

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Technisch sind die „Gentlemen“ versiert. Ihre Erpressersoftware, oft in der Programmiersprache Go geschrieben, kann Windows-, Linux- und Virtualisierungs-Systeme befallen. Ihr Standardvorgehen: Zuerst werden massenhaft Daten abgezogen, dann werden Systeme verschlüsselt. Dieser Doppelschritt erhöht den Druck auf das Opfer enorm.

Angriffswelle rollt durch Industrie und Gesundheitswesen

Der Angriff auf Caddac ist kein Einzelfall, sondern Teil einer aggressiven Serie. Erst in der vergangenen Woche meldete die Gruppe erfolgreiche Attacken auf das kanadische Maschinenbauunternehmen ControlGMC und den französischen Dienstleister Sodimatel Fasteners.

Die Gruppe hat seit Anfang 2026 Organisationen in mindestens 17 Ländern angegriffen, mit Schwerpunkt auf Produktion, Bau und Technologie. Am selben Tag wie der Caddac-Hack listete sie auch ein Krankenhaus in Indien, einen US-Leasinganbieter und einen japanischen Verlag als Opfer. Die Bandbreite zeigt die globale und simultane Operationsfähigkeit.

Warum die Bau- und Industriebranche im Fokus steht

Die Wahl von Groupe Caddac als Ziel ist strategisch. Ransomware-Banden konzentrieren sich zunehmend auf Branchen, in denen Betriebsausfälle sofort massive finanzielle Verluste bedeuten. Bei einem Betonhersteller kann ein Stillstand ganze Bauprojekte in Frankreich und darüber hinaus verzögern. Das macht Opfer aus Sicht der Kriminellen zahlungsbereiter.

Sicherheitsexperten raten zu einer proaktiven Verteidigung. Dazu gehören die kontinuierliche Überwachung des Dark Webs auf gestohlene Zugangsdaten, regelmäßige Sicherheitsaudits und vor allem sichere, offline gespeicherte Backups. Die wichtigste Verteidigungslinie bleibt jedoch der Mensch: Umfassende Sicherheitsschulungen für Mitarbeiter und die strikte Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung sind unverzichtbar.

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Was kommt auf Groupe Caddac zu?

In den kommenden Tagen muss der Konzern einen komplexen Krisenprozess bewältigen. Cybersecurity-Experten werden den Vorfall analysieren, den Umfang des Datenabflusses bestimmen und Systeme aus Backups wiederherstellen. Die größte Frage: Wird das Unternehmen mit den Erpressern verhandeln? Eine Entscheidung zwischen finanziellen Risiken und ethischen Bedenken.

Der Fall Caddac ist eine deutliche Warnung. Das RaaS-Modell hat Cyberkriminalität demokratisiert und macht hochkomplexe Angriffswerkzeuge für viele verfügbar. Robuste Cybersicherheit, Notfallpläne und Mitarbeitertraining sind für Unternehmen jeder Größe und Branche heute überlebenswichtig. Die digitale Landschaft ist feindselig – und die nächste Attacke kommt bestimmt.

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