Großbritannien reformiert KI-Regeln und Cyberabwehr
09.02.2026 - 03:43:11Die britische Regierung treibt gleichzeitig eine Lockerung der KI-Regulierung und eine Verschärfung der Cybersicherheitsgesetze voran. Diese Doppelstrategie soll Innovation fördern und gleichzeitig kritische Infrastrukturen schützen.
Neue Freiheiten für KI und Datenverarbeitung
Seit dem 5. Februar gelten zentrale Teile des neuen Data (Use and Access) Act. Das Gesetz erleichtert den Einsatz automatisierter Entscheidungssysteme erheblich. Statt eines pauschalen Verbots erlaubt es nun automatisierte Prozesse – vorausgesetzt, angemessene Schutzvorkehrungen für Betroffene sind vorhanden.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie können KI-Tools in Bereichen wie Finanzdienstleistungen oder Gesundheitswesen einfacher einsetzen. Zudem führt das Gesetz eine neue Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ein: „Anerkannte legitime Interessen“. Damit sollen bestimmte Verarbeitungszwecke, etwa die Verbrechensbekämpfung, ohne umfangreiche Abwägungsprüfungen möglich sein.
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Die britische Datenschutzbehörde ICO aktualisiert derzeit ihre Leitlinien, um Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen. Sie betont jedoch, dass die Dokumentationspflicht für die Notwendigkeit der Datenverarbeitung bestehen bleibt.
Parlament berät über schärfere Cyber-Gesetze
Parallel dazu berät das Parlament intensiv über den Cyber Security and Resilience Bill. Dieser Entwurf stellt eine umfassende Überarbeitung der seit 2018 geltenden Vorschriften dar. Ein Kernziel: Die Regulierung soll auf mehr digitale Dienstleister ausgeweitet werden.
Dazu zählen künftig auch Managed Service Provider (MSP) und Rechenzentren – bisher oft vernachlässigte Glieder in der digitalen Lieferkette. In den Debatten wurde die wachsende Bedrohungslage betont, etwa mit Verweis auf den Ransomware-Angriff auf Londoner Krankenhäuser 2024.
Der Gesetzentwurf sieht strengere Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und deutlich höhere Bußgelder bei Verstößen vor. Die geplanten Vollmachten für Aufsichtsbehörden würden erheblich ausgeweitet.
Der Spagat zwischen Innovation und Sicherheit
Die gleichzeitigen Initiativen zeigen den schwierigen Balanceakt der Regierung. Einerseits will sie mit der Datenreform wirtschaftliche Chancen von KI nutzen und sich bewusst vom strengeren EU-Modell der DSGVO abgrenzen.
Andererseits reagiert sie mit dem Sicherheitsgesetz auf die Schattenseiten derselben Technologien. In den Parlamentsdebatten wurde gewarnt, dass KI auch von gegnerischen Staaten und Kriminellen als Werkzeug eingesetzt werden könnte.
Ein konkreter Vorschlag im Cyber-Gesetz sieht vor, dass der Technologieminister autorisierte Tester benennen kann. Diese sollen KI-Modelle gezielt auf möglichen Missbrauch – etwa zur Erzeugung schädlicher Inhalte – prüfen. Die Sicherheit der KI-Modelle selbst wird so zur Frage der nationalen Sicherheit.
Ausblick: Anpassung und Umsetzung
Für britische Unternehmen steht nun die Anpassung an die neuen Datenvorschriften im Fokus. Die ICO wird hier eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung spielen.
Der Cyber Security and Resilience Bill durchläuft derweil weitere parlamentarische Beratungen. Die Industrie beobachtet besonders die konkreten Pflichten für Dienstleister. Die erfolgreiche Umsetzung beider Gesetze wird darüber entscheiden, ob Großbritannien sein ambitioniertes Ziel erreicht: globale Führung in KI-Innovation und Cyber-Resilienz.
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