Graphite, One

Graphite One Aktie: Zoll-Schutz gestrichen

17.04.2026 - 22:23:49 | boerse-global.de

Das US-Graphitprojekt von Graphite One sieht sich mit wachsendem lokalen Widerstand und dem Wegfall geplanter Importzölle konfrontiert, was die Finanzierung erschwert.

Graphite One Aktie: Zoll-Schutz gestrichen - Foto: über boerse-global.de
Graphite One Aktie: Zoll-Schutz gestrichen - Foto: über boerse-global.de

Der Weg zur eigenen Graphit-Mine in Alaska wird für Graphite One steiniger. Während der lokale Widerstand gegen das Projekt wächst, bricht dem Unternehmen auf politischer Ebene ein wichtiger Schutzschild weg. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Vorhaben verschlechtern sich zusehends.

Gegenwind bei den Genehmigungen

Das U.S. Army Corps of Engineers hat die öffentliche Anhörung für das Graphite-Creek-Projekt abgeschlossen. Die Auswertung der eingereichten Kommentare zeigt ein klares Bild. Mehr als die Hälfte der Stimmen äußerte Bedenken, gut ein Viertel lehnt die Mine strikt ab. Lediglich 17 Prozent unterstützen das Vorhaben.

Zwei lokale indigene Gemeinden fordern nun Konsultationen auf höchster Ebene. Dieser Schritt bringt zusätzliche prozessuale Hürden in einen ohnehin engen Zeitplan. Das Projekt nimmt am FAST-41-Programm teil, das eine harte Frist setzt. Bis Ende September 2026 müssen alle bundesstaatlichen Genehmigungen vorliegen, damit der Bau wie geplant im Folgejahr starten kann.

Wegfall der Zölle erhöht Finanzierungsdruck

Parallel dazu trübt sich das kommerzielle Umfeld ein. Die US-Handelskommission entschied kürzlich, dass Graphit-Importe aus China die heimische Industrie nicht wesentlich schädigen. Folglich entfallen die geplanten Schutzzölle. Dieser Beschluss erschwert die wirtschaftliche Kalkulation des Unternehmens erheblich.

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Graphite One ist dadurch noch stärker auf staatlich gestützte Kredite angewiesen. Die US-Export-Import-Bank hat bereits unverbindliche Absichtserklärungen über rund zwei Milliarden US-Dollar ausgestellt. Diese Summe soll etwa 70 Prozent der geschätzten Gesamtkosten abdecken. Für die verbleibende Lücke verhandelt das Management derzeit mit fünf großen nordamerikanischen Investmentbanken.

Steigende Verluste und ein Lichtblick

Einen potenziellen Trumpf hält das Unternehmen bei den Rohstoffen in der Hand. Unabhängige Analysen bestätigen hohe Konzentrationen von Seltenen Erden in der Lagerstätte. Darunter befinden sich begehrte Magnetmetalle wie Dysprosium und Scandium. Ein nationales US-Labor wird ab 2026 untersuchen, wie sich diese kritischen Mineralien wirtschaftlich fördern lassen.

Bis dahin verbrennt die Entwicklung viel Geld. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Graphite One einen Nettoverlust von 9,1 Millionen US-Dollar. Das Defizit stieg damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an, was primär an den hohen Projektkosten liegt.

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