Grafikkarten, KI-Boom

Grafikkarten: KI-Boom treibt Preise 2026 in die Höhe

13.01.2026 - 10:03:12

Die ungebremste Nachfrage der KI-Industrie nach Speicherchips treibt die Produktionskosten für Grafikkarten in die Höhe, was zu direkten Preiserhöhungen bei AMD und Nvidia führt.

Die kurze Phase stabiler Grafikkarten-Preise ist abrupt zu Ende. Nachdem sich Verbraucher gerade an normale Preise nach dem Crypto-Crash gewöhnt hatten, zwingt eine neue Welle steigender Komponentenkosten Hersteller zu Aufschlägen. Der Grund: Die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz (KI) nach Hochleistungs-Speicherchips lässt die Produktionskosten für Consumer-GPUs explodieren.

Die Speicher-Krise: KI frisst Gaming-Ressourcen

Die Preisexplosion hat eine klare Ursache: eine dramatische Verknappung auf dem Speichermarkt. Der Aufbau riesiger KI-Rechenzentren monopolisiert die Produktion von Hochleistungsmodulen. Hersteller von GDDR6 und dem neuen GDDR7-Standard bedienen zuerst lukrative Unternehmensverträge. Für den Gaming-Sektor bleiben nur noch Restkontingente.

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Analysen zeigen: Der Speicheranteil an den Gesamtkosten einer Grafikkarte ist heute doppelt so hoch wie vor zwei Jahren. Die Preise für Grafik-DRAM sind zuletzt sprunghaft gestiegen. Giganten wie Samsung und Micron verlagern ihre Produktionslinien gezielt in den hochprofitablen KI-Markt. Die Folge: Die Ausstattung einer Karte mit 16 oder 24 GB VRAM – heute Standard für 1440p- und 4K-Gaming – wird unverhältnismäßig teurer.

Anders als der Crypto-Boom, der von spekulativer Nachfrage getrieben war, ist diese Krise strukturell. Sie liegt in den gestiegenen Kosten der Grundkomponenten begründet.

Hersteller reagieren: Gezielte Preiserhöhungen rollen an

Die Hardware-Hersteller geben die gestiegenen Kosten umgehend an die Kunden weiter. ASUS setzte bereits am 5. Januar strategische Preisanpassungen über seine Produktlinien hinweg durch. Als Grund nannte das Unternehmen „steigende Komponentenkosten und Lieferketten-Druck“. Andere Board-Partner zogen nach.

AMD und Nvidia gehen dabei unterschiedlich vor:
* AMD hat eine gestaffelte Preiserhöhung eingeführt, die direkt an den Speicher gebunden ist. Pro 8 GB VRAM kommt ein Aufschlag von etwa 10 US-Dollar hinzu. Eine 16-GB-Karte wie die Radeon RX 9070 wird damit rund 20 Dollar teurer.
* Bei Nvidias neuem RTX-50-Series driften die Straßenpreise bereits über die UVP. Modelle der RTX 5070 Ti sind statt der erwarteten 749 Dollar oft für 830 Dollar gelistet. Das Flaggschiff RTX 5090 bleibt rar, und Gerüchte sprechen von weiter steigenden Preisen für Premium-Modelle im Jahresverlauf.

Marktfolgen: Die Ära der UVP ist vorbei

Die direkte Konsequenz: Die „UVP-Fenster“ – jene Phase, in der Karten zum Einführungspreis verfügbar sind – schließen sich. Noch im späten Jahr 2025 herrschte ein Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage. Die Daten der ersten beiden Januarwochen 2026 zeigen nun: Der Lagerbestand für beliebte Mittel- und Oberklasse-Karten schwindet erneut.

Händler stocken angesichts der höheren Großhandelspreise nur zögerlich nach. „Launch-Price“-Ware ist sofort ausverkauft, übrig bleiben nur teurere Overclocking-Modelle. Selbst die als preiswert positionierte Radeon-RX-9000-Serie von AMD verliert ihr Preis-Leistungs-Verhältnis. Die einst für 599 Dollar gelobte RX 9070 XT findet sich nun häufig für 619 Dollar oder mehr.

Einziger Lichtblick: Das Budget-Segment bleibt vorerst stabil. Intels Arc B580 und B570 behalten ihre Preise, wohl aufgrund weniger speicherintensiver Konfigurationen und Intels Strategie, Marktanteile zu gewinnen. Doch Experten warnen: Auch diese Karten sind nicht immun gegen die generell steigenden Halbleiter-Fertigungskosten.

Ausblick 2026: Ein teures Jahr für Gamer

Die Prognose für das restliche Jahr 2026 ist verhalten. Die „Speicher-Klemme“ wird voraussichtlich bis mindestens das dritte Quartal 2026 anhalten. Neue Fertigungskapazitäten für DRAM brauchen Jahre, bis sie online gehen. Zudem werden die bereits für 2025 angekündigten Wafer-Preiserhöhungen des Chip-Fertigers TSMC die Probleme später im Jahr noch verschärfen.

Für Verbraucher ändert sich die Strategie. Die „Abwarten“-Taktik, die 2025 noch funktionierte, gilt nun als riskant. Bei weiter steigenden Komponentenkosten und ungebremster KI-Nachfrage könnten die aktuellen – bereits erhöhten – Preise den Boden für die kommende Zeit darstellen. 2026 wird kein Jahr der Miner, sondern ein Jahr, in dem die KI-Industrie den Preis für High-End-Gaming diktiert.

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