Grab, KI-Robotik-Startup

Grab übernimmt KI-Robotik-Startup Infermove

06.01.2026 - 17:02:11

Der südostasiatische Tech-Konzern Grab stärkt seine Logistik durch die Akquisition des Pekinger KI-Startups Infermove, um die automatisierte Auslieferung in urbanen Räumen voranzutreiben.

Der südostasiatische Tech-Riese Grab stärkt seine Lieferlogistik mit einer strategischen KI-Übernahme. Das Unternehmen aus Singapur integriert damit autonome Roboter für die letzte Meile.

Singapur — Grab Holdings hat am Dienstag offiziell die Übernahme von Infermove bestätigt. Das Startup entwickelt KI-gesteuerte Robotiklösungen. Der strategische Schritt soll die Automatisierung vorantreiben – besonders bei der ersten und letzten Meile in der Lieferkette. Diese Bereiche gelten als besonders kostenintensiv und fehleranfällig.

Strategischer Schub für Automatisierung

In einer Stellungnahme vom Dienstag gab Grab den Zukauf des Pekinger Startups bekannt. Die finanziellen Details bleiben unter Verschluss. Berichten vom Dezember zufolge wurde Infermove vor der Übernahme jedoch auf mindestens 50 Millionen Euro bewertet.

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Das 2021 von Aaron Lu gegründete Unternehmen ist für autonome Fahrsysteme in komplexem Gelände bekannt. Laut Grab-CTO Suthen Thomas wird Infermove eigenständig weiterarbeiten. Lu bleibt Chef des Teams und berichtet direkt an Thomas.

Die Übernahme passt zu Grabs Strategie, künstliche Intelligenz tief in sein Ökosystem zu integrieren. Die eigene Technologie von Infermove soll die Lücke zwischen Online-Bestellung und physischer Auslieferung effizienter schließen. “Wir sehen die Chance, Infermoves Lösungen von Singapur aus weiterzuentwickeln”, erklärte das Unternehmen.

Roboter für chaotische Städte

Infermove setzt auf “verkörperte Intelligenz” und eine einzigartige Datensammlung. Das proprietäre “Rider Shadow System” sammelt Trainingsdaten über Elektroroller im Lieferverkehr. So lernen die Roboter menschliches Verhalten durch Imitation und bestärkendes Lernen. Sie meistern damit urbane Umgebungen, die herkömmliche autonome Systeme oft überfordern.

Zum Portfolio gehört die “Carri”-Serie von Lieferrobotern. Sie wird bereits in Pilotprojekten in Singapur, Japan und Australien getestet. Diese Roboter navigieren auf Gehwegen und können Gebäude betreten – für echte “Haustür-Lieferungen”.

Beobachter betonen: Die Technologie ist ideal für Südostasiens chaotische Verkehrsumgebungen. Anders als im Westen mit schachbrettartigen Straßen benötigen Roboter hier hohe Anpassungsfähigkeit. Genau hier liegen die Stärken von Infermoves Algorithmen.

Antwort auf steigende Kosten und Wachstum

Der Automatisierungsschub kommt zum richtigen Zeitpunkt für die Logistikbranche. Die Arbeitskosten steigen, die Nachfrage nach Sofortlieferungen wächst ungebremst. Plattformen setzen zunehmend auf Robotik, um Margen und Servicequalität zu halten.

Analysten prognostizieren, dass der globale Markt für Lieferrobotik bis 2027 über 20 Milliarden Euro erreichen könnte. Mit der Investition in Infermove sichert sich Grab einen Platz in diesem Wachstumssektor. Das könnte ein Wettbewerbsvorteil gegenüber regionalen Rivalen sein.

Die Akquisition folgt auf eine Reihe technologischer Fortschritte bei Grab. Im November 2025 erhielt das Unternehmen die Genehmigung für autonome Fahrzeugtests im Bezirk Punggol – in Partnerschaft mit WeRide. Die gehwegtauglichen Roboter von Infermove ergänzen diese straßenbasierten Fahrzeuge ideal. So entsteht ein umfassendes, automatisiertes Liefernetzwerk.

Hybrid-Flotte als Zukunftsvision

Nach der Integration wird Grab die Lösungen zunächst in Singapur hochskalieren. Später sollen weitere Schlüsselmärkte in der Region folgen. Eine Hybrid-Flotte aus menschlichen Lieferpartnern und autonomen Robotern für Kurzstrecken oder Stoßzeiten könnte die operative Effizienz erheblich steigern.

Die unmittelbaren Auswirkungen wird man in Pilotzonen und abgeschlossenen Umgebungen sehen. Denkbar sind Universitätsgelände oder Gewerbeparks. Langfristig könnte sich das Gig-Economy-Modell transformieren. Durch die Automatisierung routinehafter Kurzstreckenlieferungen könnte Grab seine menschlichen Arbeitskräfte für anspruchsvollere Aufgaben einsetzen. Das würde die Logistiklandschaft Südostasiens grundlegend verändern.

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