GoRed Day 2026: Kampf gegen den Gender-Gap bei Herzerkrankungen
05.02.2026 - 11:52:12Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer eins bei Frauen. Eine breite Allianz aus Medizin, Politik und Wirtschaft fordert nun einen Paradigmenwechsel in der geschlechterspezifischen Prävention. Der morgige #GoRed Day soll ein sichtbares Zeichen setzen.
Angeführt vom Business-Netzwerk Healthcare Frauen e.V. (HCF) und der Herz-Hirn-Allianz, zielt die Kampagne darauf ab, das Bewusstsein für die gravierenden Unterschiede bei Symptomen und Risikoprofilen zu schärfen. Rund 35 Prozent aller weiblichen Todesfälle in Deutschland gehen auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurück. Experten kritisieren, dass bestehende Präventionsstrategien, auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), diese Unterschiede oft ignorieren.
„Frauenherzen schlagen anders“: Symptome werden oft verkannt
Der medizinische Handlungsbedarf ist drängend. „Die Symptome eines Herzinfarkts werden bei Frauen häufig falsch gedeutet“, erklärt Prof. Dr. Christina Magnussen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Während Männer meist den klassischen Brustschmerz spüren, leiden Frauen oft unter diffusen Beschwerden: extreme Müdigkeit, Übelkeit, Rückenschmerzen oder Atemnot.
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Diese Unspezifik führt zu gefährlichen Verzögerungen. Laut der Herz-Hirn-Allianz rufen Frauen den Rettungsdienst später und erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Die Kampagne betont daher den Begriff der „Health Hygiene“ – eine disziplinierte Selbstbeobachtung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterinwerten und Stress.
Apotheken und Betriebe als Schlüssel zur Prävention
Die Kampagne findet breite Unterstützung. Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) hat sich dieser Woche dem Aufruf angeschlossen. „Apotheken sind Drehscheiben der Prävention“, sagt Vizepräsidentin Anke Rüdinger. Mit über drei Millionen Patientenkontakten täglich könnten die Teams, die zu 90 Prozent weiblich sind, Risikofaktoren früh erkennen.
Auch für die Arbeitswelt hat die Initiative Konsequenzen. Sie fordert eine geschlechtersensible Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Chronischer Stress belastet das weibliche Herz-Kreislauf-System oft anders, verstärkt durch die „Doppelbelastung“ aus Beruf und Fürsorgearbeit. Unternehmen werden aufgefordert, geschlechtsspezifische Herz-Checks in die betriebsärztliche Betreuung zu integrieren und „Herz-Hygiene“ – mit Fokus auf Schlaf, Stressbewältigung und Bewegung – zu fördern.
Gesetzlicher Rückenwind aus Berlin und Brüssel
Die Aktivitäten erhalten Rückenwind durch neue Gesetze. Das „Gesundes-Herz-Gesetz“ (GHG) des Bundesgesundheitsministeriums sieht verbesserte Früherkennungsuntersuchungen für 25-, 40- und 50-Jährige vor. Auf europäischer Ebene setzt der EU-„Safe Hearts Plan“ ambitionierte Ziele: Bis 2035 soll die vorzeitige kardiovaskuläre Sterblichkeit um 25 Prozent gesenkt werden. Der Plan fordert die Mitgliedstaaten explizit auf, gesundheitliche Ungleichheiten, auch aufgrund des Geschlechts, zu bekämpfen.
Mit der Illuminierung von Gebäuden in Rot am 6. Februar sendet die Allianz ein deutliches Signal: Effektive Prävention muss den Menschen in seiner Individualität sehen – nicht als statistische Durchschnittsgröße. Die Integration geschlechtersensibler Module in Erste-Hilfe-Kurse und Gesundheitsprogramme dürfte in den kommenden Jahren zum Standard werden.
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