GoPro Aktie: Mission 1 Pro ILS auf Cine Gear LA
08.06.2026 - 16:45:02 | boerse-global.de
GoPro rutscht tiefer in die Krise. Am Montag legte die Aktie zwar um fast sechs Prozent auf 0,83 Euro zu – ein kleiner Hoffnungsschimmer nach einer verlustreichen Woche. Doch der Schein trügt. Der Kurs liegt 29 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen und ganze 66 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Was wie eine technische Erholung aussieht, spielt sich vor einem düsteren Hintergrund ab.
Neue Kamera, alte Probleme
Auf der Cine Gear LA in Universal Studios präsentierte GoPro am Wochenende die Mission 1 Pro ILS. Eine professionelle Kamera mit 8K-Sensor und Micro-Four-Thirds-Anschluss. Das Gerät richtet sich an ein völlig neues Publikum: Filmemacher, nicht Action-Sportler. 8K bei 60 Bildern pro Sekunde, 4K bei 240, 32-Bit-Audio – die technischen Daten sind eindrucksvoll.
Doch dieser Schritt in die Profi-Nische kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. GoPro kämpft ums Überleben.
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Going Concern? Kein Wort mehr
In Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht räumte das Unternehmen „erhebliche Zweifel“ an der Fortführung der Geschäftstätigkeit ein – ein sogenannter Going-Concern-Vermerk. 2025 verbuchte GoPro einen Nettoverlust von 93,5 Millionen Dollar, der Umsatz fiel auf 651,5 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel schrumpften auf 49,7 Millionen Dollar.
Das Management reagierte mit einem harten Sparkurs. Im Frühjahr strich GoPro 23 Prozent der Belegschaft. Finanzberater prüfen derzeit einen möglichen Verkauf oder eine Fusion.
Hinzu kommt ein externer Preisschock: Die Kosten für Flash-Speicher stiegen seit März um 80 bis 115 Prozent – ein massiver Kostentreiber für ein Unternehmen, das von Speicherkarten lebt.
Kurs und Krise
Die Aktie notiert 12,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 41,5 – neutral, aber nah an der überverkauften Zone. Der Markt wartet ab, ob die neue Profikamera GoPro aus der Abwärtsspirale reißen kann. Die Chancen stehen schlecht. Ein einzelnes Nischenprodukt wird kaum reichen, um einen Konzern mit 93 Millionen Verlust zu retten.
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