GoPro Aktie: Bargeldbestand auf 49,7 Millionen geschrumpft
06.06.2026 - 16:04:11 | boerse-global.de
GoPro kämpft ums Überleben. Der Actioncam-Pionier hat in einer Pflichtmitteilung eingeräumt, dass die Fortführung des Geschäfts ernsthaft gefährdet ist. Der Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers bestätigte: Anhaltende Verluste, schrumpfende Barreserven und fällige Schulden gefährden die Zukunft des Unternehmens.
Going-Concern-Warnung erschüttert Anleger
2025 verbuchte GoPro einen Nettoverlust von 93,5 Millionen Dollar auf 651,5 Millionen Dollar Umsatz. Im Vorjahr waren es noch 801,5 Millionen Dollar. Der Bargeldbestand schmolz von 222,7 Millionen Dollar Ende 2023 auf 49,7 Millionen Dollar zum Jahresende 2025. Ein alarmierender Abstieg.
Schuldenlast und Liquiditätsklemme
Hinzu kommen Verbindlichkeiten von rund 88,7 Millionen Dollar. GoPro unterhält Kreditlinien bei Wells Fargo und Farallon Capital sowie Wandelschuldverschreibungen bei Yorkville Advisors. Sollte das Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen nicht bedienen, drohen Cross-Default-Klauseln. Das könnte die sofortige Rückzahlung aller Kredite auslösen. Derzeit verhandelt das Management mit den Gläubigern.
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Operativer Gegenwind und Neuausrichtung
Die Kosten explodieren: Speicherchips verteuerten sich um 80 bis 115 Prozent. Grund ist die enorme Nachfrage nach High-Bandwidth Memory aus der KI-Branche. Im ersten Quartal 2026 lag die Bruttomarge bei erschreckenden 4,5 Prozent – das operative Minus bei 80,8 Millionen Dollar.
Das Management reagiert mit einem harten Schnitt. Im Frühjahr fielen 23 Prozent der Stellen. Parallel dazu sucht GoPro strategische Alternativen, die einen Verkauf oder eine Fusion umfassen. Die Investmentbank Houlihan Lokey berät das Unternehmen. Neue Hoffnung setzt GoPro auf das Militär- und Luftfahrtgeschäft sowie die neue "Mission 1"-Kameraserie mit 8K-Auflösung.
Kursverfall setzt sich fort
Die Anleger reagieren mit Panik. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,79 Euro – ein Minus von 9 Prozent an einem Tag. Auf Wochensicht beträgt der Verlust 27 Prozent, auf Monatssicht 34 Prozent. Der 52-Wochen-Durchschnittskurs liegt bei 1,23 Euro, der RSI bei 37,9 signalisiert keine Trendwende. Die annualisierte Volatilität von 105 Prozent spricht für extreme Unsicherheit.
Ob GoPro einen Käufer findet oder die Sanierung allein stemmt, ist offen. Die "Mission 1"-Serie und der Einstieg in Verteidigungsmärkte sind erste Signale. Doch ob sie das Ruder herumreißen, bleibt fraglich. Klarheit bringen erst die nächsten Quartalszahlen – oder ein konkreter Investor.
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