Googles Intrusion Logging: Android bekommt forensische Blackbox
16.01.2026 - 13:02:12Google stattet Android mit einer forensischen „Blackbox“ aus, um gezielte Spionageangriffe aufzudecken. Das neue Intrusion Logging soll besonders gefährdete Nutzer wie Journalisten oder Aktivisten schützen.
Die Details des Werkzeugs tauchten im Code des aktuellen Google Play Services-Updates auf. Es zeichnet verschlüsselte Protokolle von Geräteaktivitäten auf, um auch raffinierte Kompromittierungen nachzuweisen. Damit adressiert Google eine kritische Lücke: Bisher war es oft unmöglich, nach einem mutmaßlichen Hack zu rekonstruieren, was genau geschah.
So funktioniert die digitale Forensik
Das System erstellt eine manipulationssichere Aufzeichnung spezifischer Ereignisse, die auf einen Angriff hindeuten. Die verschlüsselten Logs werden lokal gespeichert und in einem privaten Bereich von Google Drive abgelegt. Laut Google-Dokumentation hat nur der Nutzer selbst Zugriff.
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Überwacht werden unter anderem:
* Physische Verbindungen via USB, die für Datenextraktion genutzt werden könnten.
* Netzwerkaktivität wie Bluetooth-Kopplungen und WLAN-Verbindungen.
* Systemereignisse wie Entsperrzeitpunkte und App-Installationen.
* Browser-Daten, die auf Kommunikation mit Server von Angreifern hindeuten.
Die Protokolle werden nach zwölf Monaten automatisch gelöscht. Ein manuelles Löschen durch Nutzer oder Angreifer ist nicht möglich – ein entscheidender Schutz, um das Verwischen von Spuren zu verhindern.
Teil des Advanced Protection Program
Die Funktion wird in das Advanced Protection Program (APP) integriert, Googles Sicherheitsmodus für hochgefährdete Nutzer. Der offizielle Rollout ist für das Android-16-QPR3-Update im März 2026 geplant. Eine server-seitige Aktivierung für ausgewählte Nutzer könnte jedoch früher erfolgen.
Sicherheitsexperten empfehlen die Aktivierung allen, die Ziel staatlicher Akteure oder kommerzieller Spyware-Anbieter werden könnten. Es handelt sich um eine optionale, aber sinnvolle Zusatzsicherung.
Strategische Aufwertung der Android-Sicherheit
Die Einführung markiert eine Reifung der Android-Sicherheitsarchitektur. Während sich Konkurrent Apple mit dem „Lockdown Mode“ auf die Reduzierung der Angriffsfläche konzentriert, setzt Google auf Detektion und Forensik.
Die Branche wertet den Schritt als Antwort auf die wachsende Bedrohung durch kommerzielle Überwachungssoftware. Google demokratisiert damit digitale Forensik – ein Feld, das bisher spezialisierten Technikern vorbehalten war.
Langfristig könnten solche, zunächst für Hochrisiko-Nutzer entwickelten Features zum Standard für Unternehmens- und Behörden-Smartphones werden. Sie setzen damit neue Maßstäbe für das, was Organisationen von mobiler Sicherheit erwarten.
Nutzer in sensiblen Positionen wird geraten, ihre Geräte mit dem aktuellen Sicherheits-Patch von Januar 2026 aktuell zu halten und die APP-Einstellungen im Auge zu behalten.
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