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Google Workspace Studio: KI-Agenten für alle kommen später

16.01.2026 - 11:24:44

Der breite Rollout von Google Workspace Studio wird für große Firmenkunden verschoben, um Stabilität und Governance-Einstellungen zu gewährleisten. Die No-Code-Plattform nutzt Gemini 3.

Google verschiebt den breiten Rollout seiner neuen No-Code-Plattform für KI-Agenten auf Februar 2026. Der Schritt betrifft vor allem große Unternehmen und zeigt, wie vorsichtig der Tech-Riese mächtige KI-Tools einführt.

Vorsichtiger Start für Unternehmenskunden

Eigentlich sollten Nutzer in sogenannten Scheduled Release-Domänen – dem Standard für die meisten Firmen – bereits seit dem 5. Januar auf Google Workspace Studio zugreifen können. Doch Google hat den Zeitplan angepasst. In einer Mitteilung vom 14. Januar teilte das Unternehmen mit, dass der allgemeine Zugang für Endnutzer nun erst im Februar beginnt. Bereits seit Dezember erhalten ausgewählte Rapid Release-Kunden Zugriff.

Hintergrund ist ein abgestufter Rollout, um Stabilität zu gewährleisten. Die Plattform, die seit dem 3. Dezember 2025 schrittweise verfügbar ist, nutzt das leistungsstarke Gemini 3-Modell. Die Verzögerung soll sicherstellen, dass die Infrastruktur dem erwarteten Ansturm großer Organisationen standhält. Administratoren können die Einstellungen zwar schon jetzt in der Konsole vornehmen, die Mitarbeiter müssen sich jedoch noch gedulden.

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Vom starren Regelwerk zum denkenden Assistenten

Workspace Studio markiert einen Paradigmenwechsel in der Büroautomatisierung. Statt starre „Wenn-dann“-Regeln zu programmieren, erstellen Nutzer per natürlicher Sprache adaptive KI-Agenten. Diese können mehrdeutige Anweisungen verstehen und eigenständig komplexe Workflows ausführen.

Ein Beispiel: Ein Agent kann beauftragt werden, den Posteingang auf „dringende Rechnungen“ zu überwachen und automatisch eine Zahlungsfreigabe zu entwerfen. Die KI analysiert dabei den Kontext der E-Mails, erkennt relevante Dokumente – unabhängig vom Dateinamen – und leitet den Prozess ein. Möglich wird dies durch die multimodalen Fähigkeiten von Gemini 3.

Aktuell verfügbare Funktionen für Testnutzer sind:
* Natürlichsprachliche Erstellung: Der Agent wird einfach auf Englisch beschrieben, die Logik baut das System selbst.
* App-übergreifende Integration: Nahtlose Funktion in Gmail, Drive, Docs, Sheets und Google Chat.
* Externe Anbindung: Connectors für Dienste wie Salesforce, Jira und Asana brechen Daten-Silos auf.

Ökosystem wächst parallel

Während Studio verzögert wird, treibt Google andere Teile seiner KI-Offensive voran. So erhielt der Videodienst Google Vids am 13. Januar ein neues „Ingredients to Video“-Feature. Nutzer können damit aus Referenzbildern und kurzen Prompts Videoclips generieren lassen.

Zudem öffnet Google die Plattform für Entwickler. Seit dem 7. Januar können diese Chat-Apps bauen, die Workspace-Add-ons erweitern. Diese Erweiterbarkeit ist entscheidend, um Studio von einem Produktivitätstool zu einer echten Unternehmensplattform zu machen.

Sicherheit und Schatten-IT im Fokus

Die Demokratisierung der KI-Erstellung birgt Risiken durch unkontrollierte Schatten-IT. Google begegnet dem, indem Studio als Kernservice mit strengen Admin-Kontrollen eingeführt wird. Die Verzögerung gibt IT-Abteilungen mehr Zeit, diese Governance-Einstellungen zu konfigurieren.

Administratoren können:
* Den Zugriff für bestimmte Organisationseinheiten oder Gruppen freigeben.
* Agenten-Aktivitäten und Datenzugriffe überwachen.
* Externe Freigaberegeln steuern, um Datenlecks zu verhindern.

Die Agenten operieren im Rahmen der Berechtigungen ihres Erstellers. Sie können nur auf Dateien und E-Mails zugreifen, die auch der Nutzer selbst sehen darf.

Offene Fragen zum Preis und Ausblick

Während sich Unternehmen auf den Februar vorbereiten, sind die langfristigen Kosten noch unklar. Google gewährt aktuell „promotionalen Zugang“ mit höheren Nutzungslimits für ausgewählte Business- und Enterprise-Editionen. Detaillierte Informationen zu Nutzungsgrenzen und Preismodellen kündigte das Unternehmen für Anfang 2026 an.

Analysten vermuten, dass die Verzögerung auch mit der Finalisierung dieser kommerziellen Konditionen zusammenhängen könnte. Die Tests der Early Adopter liefern wertvolle Daten, die die finale Plattform-Konfiguration für den Massenmarkt prägen werden. Die Botschaft dieser Woche ist klar: Das Zeitalter der KI-Agenten für alle steht bevor, aber seine Einführung erfordert ein bedachtes Vorgehen.

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