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Google Workspace knackt Microsofts Passwort-Schutz

16.01.2026 - 01:32:12

Google entfernt eine zentrale Hürde für gemischte Arbeitsumgebungen, indem Nutzer passwortgeschützte Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien nun direkt in Docs, Sheets und Slides öffnen können.

Google beseitigt eine der letzten großen Hürden im Kampf um Büro-Software: Ab sofort lassen sich passwortgeschützte Microsoft Office-Dateien direkt in Google Docs, Sheets und Slides bearbeiten. Der Schritt soll gemischte Arbeitsumgebungen deutlich vereinfachen.

Die neue Funktion rollt seit dieser Woche etappenweise aus. Sie ermöglicht es, geschützte Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien in der Google-Cloud zu öffnen und zu editieren – ohne Umweg über Desktop-Programme. Bisher mussten Nutzer die Dateien herunterladen, in Microsoft Office entsperren und wieder hochladen. Ein mühsamer Prozess, der die Zusammenarbeit behinderte.

Von der Neuerung profitieren alle Google Workspace-Kunden sowie Nutzer persönlicher Konten. Domänen mit „Rapid Release“ erhalten den Zugriff zwischen dem 13. und 16. Januar 2026. Für die meisten Unternehmen mit „Scheduled Release“ folgt die Freischaltung zwischen dem 19. und 21. Januar.

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So funktioniert die nahtlose Bearbeitung

Versucht ein Nutzer, eine passwortgeschützte Office-Datei in Google Drive zu öffnen, erscheint eine Abfrage für das Passwort. Anschließend stehen zwei Optionen zur Verfügung: „Vorschau“ oder „Bearbeiten“.

Die Vorschau öffnet die Datei nur lesend, der Passwortschutz bleibt bestehen. Wählt der Nutzer hingegen „Bearbeiten“, öffnet sich die Datei nativ in der entsprechenden Google Workspace-App. Der Clou: Der ursprüngliche Passwortschutz wird entfernt. Fortan gelten die Sicherheits- und Freigabeeinstellungen der Google-Umgebung. Die Zugriffskontrolle wird so in Google Drive zentralisiert – ein klarer Schritt für einfachere Kollaboration.

Strategischer Schachzug im Büro-Software-Krieg

Die Funktion ist der jüngste strategische Coup von Google, um Workspace zum nahtlosen Zentrum für alle Office-Nutzer zu machen. Indem das Unternehmen die Reibung bei passwortgeschützten Dokumenten beseitigt, stärkt es seine Position im hart umkämpften Markt für Produktivitätssoftware.

Für Analysten ist klar: Verbesserte Interoperabilität ist entscheidend, um Unternehmenskunden zu gewinnen und zu halten. Viele Firmen setzen auf eine gemischte Software-Landschaft und können nicht über Nacht auf eine einzige Suite umstellen.

Bereits Mitte 2025 führte Google eine Beta-Funktion für die Bearbeitung clientseitig verschlüsselter Word-Dateien ein. Die aktuelle Aktualisierung zielt jedoch auf den weit verbreiteten passwortbasierten Schutz auf Nutzerebene ab. Sie hat damit eine breitere, alltägliche Anwendbarkeit. Die Fokussierung auf praktische Verbesserungen zeigt das Commitment, tägliche Arbeitsabläufe zu erleichtern.

Technische Details und Verfügbarkeit

Administratoren müssen nichts aktivieren; die Bearbeitungsfunktion wird standardmäßig für alle berechtigten Konten freigeschaltet. Unterstützt werden die gängigen Microsoft-Office-Formate .docx, .xlsx und .pptx, sofern sie passwortgeschützt sind.

Das gestaffelte Roll-out soll Stabilität gewährleisten. Nutzer des Rapid-Release-Tracks erhalten neue Features zuerst. Die Mehrheit der Scheduled-Release-Nutzer folgt in der kommenden Woche. Dieser Ansatz erlaubt es Google, die Einführung zu überwachen und mögliche Probleme früh zu erkennen.

Ausblick: Die digitalen Mauern fallen

Die native Bearbeitung passwortgeschützter Office-Dateien markiert einen bedeutenden Schritt in Googles Bestreben, die Lücke zwischen seinem Ökosystem und dem von Microsoft zu schließen. Durch die Vereinfachung im Umgang mit sicheren, plattformübergreifenden Dokumenten wird Google Workspace für Unternehmen und Privatnutzer attraktiver.

Mit der breiten Verfügbarkeit rückt nun das Nutzerfeedback in den Fokus. Zwar löst das Update ein großes Ärgernis, doch die grundsätzliche Herausforderung perfekter Dokumententreue und Feature-Kompatibilität zwischen den Suites bleibt. Künftige Updates könnten die Unterstützung für komplexere Office-Funktionen in Google Workspace erweitern.

Die fortgesetzten Investitionen in Interoperabilität zeigen eine klare Langzeitstrategie: Google Workspace soll die zentrale, flexible Plattform sein, auf der gearbeitet wird – unabhängig vom Ursprung der Datei.

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