Google warnt: Eine Milliarde Android-Smartphones sind nicht mehr sicher
13.02.2026 - 01:10:11Google schlägt Alarm: Weltweit sind über eine Milliarde Android-Geräte akut von Malware bedroht. Der Grund: Sie laufen mit veralteter Software, die keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Betroffen ist etwa jedes dritte aktive Android-Handy.
Das Update-Dilemma: Warum 40 Prozent der Geräte schutzlos sind
Das Kernproblem ist die Fragmentierung des Android-Ökosystems. Im Gegensatz zu Apple, das Hardware und Software in einer Hand hält, sind Android-Updates von einer Vielzahl einzelner Hersteller abhängig. Viele von ihnen, besonders bei Einsteiger- und Mittelklasse-Modellen, stellen Support und Sicherheits-Patches nach nur wenigen Jahren ein. Die Geräte sind dann aus Sicherheitssicht sich selbst überlassen.
Aktuelle Verteilungszahlen von Google zeigen das Ausmaß: Nur rund 58 Prozent aller Geräte nutzen Android 13 oder neuer – die einzigen Versionen, die noch umfassende Sicherheitsupdates erhalten. Ganze 42 Prozent der Nutzerbasis arbeiten mit nicht mehr unterstützter Software. Die neueste Version, Android 16, läuft gerade einmal auf 7,5 Prozent der Telefone. Diese Verzögerung bei Updates bedeutet: Werden Schwachstellen in alter Android-Software entdeckt, bleiben sie ungepatcht – ein permanentes Einfallstor für Cyberkriminelle. Ein prominentes Beispiel: Samsungs beliebte Galaxy S21-Serie erhält keine Updates mehr.
Neue Spyware nutzt alte Lücken aus
Die Gefahr für Nutzer dieser Geräte ist alles andere als theoretisch. Sicherheitsforscher identifizierten kürzlich ein neues kommerzielles Spyware-Toolkit namens „ZeroDayRAT“. Seit Anfang Februar 2026 wird es aktiv auf Plattformen wie Telegram verbreitet. Die Schadsoftware kann Android- und iOS-Geräte komplett fernsteuern: Sie streamt Live-Bilder von der Kamera, zeichnet über das Mikrofon auf, überwacht die App-Nutzung und stiehlt Bankzugangsdaten.
Wenn Sie sich vor Bedrohungen wie ZeroDayRAT schützen wollen, hilft ein kompakter Leitfaden mit aktuellen Bedrohungsbildern und praxiserprobten Schutzmaßnahmen. Das kostenlose E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt, wie Sie Geräte absichern, Phishing und Social‑Engineering erkennen und welche Sofortmaßnahmen wirklich helfen. Jetzt kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen
Die Existenz solch mächtiger, leicht verfügbarer Tools unterstreicht das Risiko, ein Gerät ohne aktuelle Sicherheits-Patches zu nutzen. Zwar scannt Google Play Protect täglich Milliarden Apps, doch Experten betonen: Er kann Schwachstellen auf Betriebssystem-Ebene nicht ausgleichen. Ohne System-Updates können sophisticated Angriffe den app-basierten Schutz umgehen und so an Passwörter, private Nachrichten und Finanzdaten gelangen.
Staatliche Hacker greifen gezielt an
Die Bedrohung geht über gewöhnliche Cyberkriminelle hinaus. In einem Bericht vom 10. Februar 2026 dokumentiert Googles Threat Intelligence Group laufende Kampagnen von mutmaßlich russischen und iranischen Hackergruppen. Diese zielen gezielt auf Android-Geräte ab, um etwa den Banking-Trojaner GREYBATTLE einzuschleusen. Ziel sind oft Regierungs-, Militär- und Luftfahrt-Einrichtungen. Die Angreifer tricksen Nutzer mit gefälschten Apps nachgeahmter Dienste aus – ein Hinweis auf ausgeklügelte Social-Engineering-Taktiken. Dass Nationalstaaten diese Plattformen aktiv ausnutzen, zeigt die kritische Bedeutung zeitnaher Sicherheitsupdates für den Schutz persönlicher und nationaler Sicherheit.
Die digitale Spaltung vertieft sich
Googles Warnung wirft ein Schlaglicht auf eine wachsende digitale Kluft. Für Millionen Nutzer ist der Kauf eines neuen Smartphones alle paar Jahre finanziell nicht machbar. Sie stehen vor der unmöglichen Wahl: ein unsicheres Gerät weiter nutzen oder auf essentielle Online-Dienste verzichten. Es entsteht ein Zwei-Klassen-System, in dem Besitzer neuer, teurer Hardware deutlich besser geschützt sind.
Die offizielle Empfehlung des Unternehmens ist eindeutig: Nutzer, deren Geräte nicht auf Android 13 oder höher aktualisiert werden können, sollten so bald wie möglich ihr Telefon austauschen. Selbst ein modernes Einsteiger-Smartphone biete mehr Sicherheit als ein Premium-Flaggschiff von vor Jahren ohne Updates. Diese Realität stellt den traditionellen Wertbegriff eines Geräts infrage: Nicht mehr die pure Leistung, sondern die Langlebigkeit des Software-Supports rückt in den Fokus.
Was Nutzer jetzt tun müssen
Angesichts eskalierender Bedrohungen liegt ein Großteil der Verantwortung beim Nutzer. Der erste Schritt: In den Einstellungen die Software-Version des Geräts prüfen. Läuft es mit Android 12 oder älter und sind keine Updates mehr verfügbar, gilt es als unsicher.
Wer sein Gerät nicht sofort ersetzen kann, sollte Risiken minimieren: Apps ausschließlich aus dem Google Play Store laden, App-Berechtigungen genau prüfen und extrem vorsichtig mit Links in E-Mails oder SMS sein. Diese Maßnahmen sind jedoch nur Notlösungen. Sie ersetzen nicht den grundlegenden Schutz durch regelmäßige System-Updates. In einer Zeit immer ausgefeilterer Cyber-Bedrohungen ist ein unterstütztes, aktuelles Betriebssystem kein Nice-to-have mehr, sondern eine essenzielle Voraussetzung für digitale Sicherheit.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


