Google und Microsoft beenden Legacy-Funktionen
04.01.2026 - 02:33:12Google schaltet POP-Import für Gmail ab und Microsoft beendet Sprachfunktionen in alten Office-Versionen. Die Tech-Konzerne setzen Sicherheit und moderne APIs vor Kompatibilität mit Altsoftware.
Die Tech-Giganten setzen auf Sicherheit und zwingen Nutzer zu Updates. Für Millionen Anwender beginnt das neue Jahr mit digitalen Einschnitten.
Google schaltet POP-Import und Gmailify ab, während Microsoft Sprachfunktionen in alten Office-Versionen beendet. Diese parallelen Maßnahmen markieren einen Wendepunkt: Die Ära der bequemen Kompatibilität mit veralteter Software ist vorbei. Stattdessen setzen die Konzerne konsequent auf moderne, sichere Protokolle.
Gmail: Ende der E-Mail-Sammelei
Seit dem 1. Januar 2026 ist Schluss. Nutzer können im Gmail-Webinterface keine E-Mails mehr von Drittanbietern wie Yahoo oder Outlook über das veraltete POP3-Protokoll abrufen. Auch Gmailify, das Gmail-Features wie Spam-Schutz auf externe Konten anwandte, funktioniert nicht mehr.
Google begründet den Schritt mit Sicherheitsbedenken. POP3 unterstützt oft keine modernen Authentifizierungsstandards wie OAuth oder Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das Unternehmen drängt Nutzer nun zu sichereren Alternativen: Entweder richten sie eine automatische Weiterleitung an ihr Gmail-Konto ein oder nutzen die Gmail-App mit dem IMAP-Protokoll.
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“Bereits importierte Nachrichten bleiben erhalten”, stellt Google klar. “Aber neue E-Mails von externen Servern werden nicht mehr abgeholt.” Für viele Privatanwender und kleine Unternehmen bedeutet das Umstellungsaufwand – und den Abschied von einer liebgewonnenen Gewohnheit.
Microsoft Office: Sprach-KI nur noch aktuell
Mitte Januar folgt der nächste Schnitt. Microsoft stellt Sprachfunktionen wie Diktat und Vorlesen in alten Office-Versionen ab. Betroffen sind alle Installationen vor Build 16.0.18827.20202.
Hintergrund ist eine Infrastruktur-Migration. Die Backend-Dienste für die KI-gestützten Sprachfeatures werden modernisiert – und sind mit veralteter Client-Software nicht mehr kompatibel. Wer weiter diktieren oder transkribieren will, muss updaten.
Beobachter sehen darin eine strategische Entscheidung. “Microsoft drängt Nutzer aggressiv in das Microsoft 365-Abonnement-Modell“, analysiert eine Branchenexpertin. Besonders betroffen sind Organisationen mit älteren Volumenlizenzen wie Office 2019, die keine regelmäßigen Updates erhalten.
Kalender-Interoperabilität: Graph API wird Standard
Doch die Umstellungen gehen weit über Januar hinaus. 2026 wird zum Schicksalsjahr für die Kalender-Kompatibilität zwischen Google Workspace und Microsoft 365.
Bis zum 1. Oktober müssen Administratoren von Exchange Web Services (EWS) auf die Microsoft Graph API migrieren. Google drängt Workspace-Administratoren bereits jetzt zur Umstellung. Die neue API bietet bessere Sicherheit – sie gewährt Zugriff nur auf Kalenderdaten – und mehr Zuverlässigkeit.
“Wer die Migration verpasst, riskiert Terminkonflikte zwischen Google Calendar und Outlook”, warnt das Google Workspace Team. Die Umstellung ist technisch anspruchsvoll, aber unausweichlich. Sie definiert neu, wie die beiden dominierenden Plattformen miteinander kommunizieren.
Strategischer Wandel: Sicherheit vor Bequemlichkeit
Die Entwicklungen zeigen ein klares Muster. Die Tech-Riesen opfern Rückwärtskompatibilität zugunsten von Sicherheit und vereinheitlichten Codebasen.
Googles Kalkül: Durch das Ende von POP-Import reduziert das Unternehmen die Angriffsfläche. Es müssen keine Zugangsdaten für externe Konten mehr gespeichert werden. Gleichzeitig vereinfacht sich die Gmail-Weboberfläche.
Microsofts Kalkül: Der Abbau der Legacy-Unterstützung verringert den technischen Schuldenberg. Das Unternehmen erzwingt einen schnelleren Update-Zyklus – und bindet Nutzer fester an das Microsoft-365-Ökosystem.
Für IT-Abteilungen weltweit bedeutet das mehr Arbeit. Die Zeit des “Einrichten und Vergessens” ist vorbei. Stattdessen sind kontinuierliche Updates und die Migration zu modernen API-Standards Pflicht.
Was Nutzer erwartet
Nach den anfänglichen Umstellungsschmerzen dürfte sich die Lage stabilisieren. Experten erwarten drei Trends:
Erstens werden dedizierte E-Mail-Clients wie Outlook oder Thunderbird wieder an Bedeutung gewinnen. Sie ersetzen den “All-in-One”-Ansatz im Webmailer.
Zweitens rechtfertigen verbesserte KI-Funktionen in aktuellen Office-Versionen die erzwungenen Updates. Microsoft wird seine Sprach-KI weiter ausbauen.
Drittens ermöglicht die Graph API nahtlose Terminplanung über Plattformgrenzen hinweg – zumindest für Organisationen, die rechtzeitig migrieren.
Der digitale Arbeitsplatz reift. Der Konflikt zwischen Google und Microsoft verlagert sich von einfacher Dateikompatibilität hin zu komplexen API-Integrationen und Sicherheitsprotokollen. Die Botschaft an Nutzer ist klar: Wer modern bleiben will, muss mitspielen.
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