Google schaltet Dark Web Report endgültig ab
12.01.2026 - 19:39:11Der Tech-Riese Google stellt seinen kostenlosen Dark Web Report ein. Ab dieser Woche sucht der Dienst nicht mehr nach gestohlenen Daten im Untergrund des Internets. Nutzer müssen sich auf andere Sicherheitswerkzeuge umstellen.
Die finale Abschaltung erfolgt in zwei Schritten. Die aktive Suche nach neuen Datenlecks auf dunklen Marktplätzen endet bereits am Donnerstag, 15. Januar 2026. Nutzer haben damit nur noch wenige Tage, um letzte Warnungen zu prüfen.
Anschließend folgt eine Übergangsfrist. Das Berichts-Interface und alle gespeicherten historischen Daten bleiben bis zum 16. Februar 2026 abrufbar. Danach wird der Dienst komplett aus den Google-Konten entfernt. Alle Überwachungsprofile und gesammelten Daten werden dann endgültig von den Servern gelöscht.
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Die Einstellung markiert das schnelle Ende eines Features, das erst im Juli 2024 für alle Nutzer freigeschaltet wurde. Ursprünglich startete der Dienst im März 2023 als exklusiver Vorteil für Google-One-Abonnenten. Er durchsuchte automatisch das Dark Web nach gestohlenen persönlichen Daten wie Namen, Adressen, E-Mails oder Sozialversicherungsnummern.
Strategiewechsel: Von der Info zur Aktion
Hinter der Entscheidung steckt eine strategische Neuausrichtung. In Mitteilungen an die Nutzer begründete Google den Schritt mit dem begrenzten Nutzen des rein informierenden Dienstes. Der Dark Web Report habe zwar über Datenleaks informiert, aber oft keine “hilfreichen nächsten Schritte” oder klaren Lösungswege angeboten.
„Wir konzentrieren uns nun auf Werkzeuge, die Ihnen konkretere, umsetzbare Schritte zum Schutz Ihrer Daten online geben”, so das Unternehmen.
Sicherheitsexperten sehen das ähnlich. Ein reiner Warnmechanismus könne bei Nutzern unnötige Ängste schüren, ohne direkte Abhilfe zu bieten. Im Gegensatz zu einem Passwort-Manager, der sofort eine Änderung der Zugangsdaten anrege, bleibe bei einer Dark-Web-Warnung oft nur allgemeine Wachsamkeit – besonders wenn es um unveränderbare Daten wie Sozialversicherungsnummern geht.
Diese Google-Tools treten an seine Stelle
An die Stelle des passiven Monitors treten aktive Sicherheitsfeatures. Google lenkt die Aufmerksamkeit nun auf sein integriertes Sicherheits-Dashboard.
Im Fokus steht das Werkzeug „Results about you“ („Suchergebnisse über Sie“). Es ermöglicht Nutzern aktiv, ihre persönlichen Kontaktdaten – wie Privatadressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen – in den Google-Suchergebnissen aufspüren und deren Entfernung beantragen zu lassen. Das Ziel: Die öffentliche Sichtbarkeit sensibler Daten reduzieren und so Risiken wie Doxxing oder Identitätsdiebstahl mindern.
Zusätzlich empfiehlt Google die regelmäßige Nutzung des Security Checkup und des integrierten Passwort-Managers. Diese Tools bieten direkte Lösungen für Sicherheitslücken, indem sie etwa kompromittierte Passwörter identifizieren und sofortige Updates anmahnen oder nicht genutzte Berechtigungen für Drittanbieter-Apps kennzeichnen.
Gemischte Reaktionen aus der Sicherheitsbranche
Die Abschaltung spiegelt einen Branchentrend wider: Plattformen konsolidieren Features, um die sogenannte „Alert Fatigue“ (Warnmüdigkeit) bei Nutzern zu verringern. Durch die Integration in umfassende Sicherheits-Dashboards soll das Nutzererlebnis gestrafft werden.
Doch die Reaktionen in der Cybersicherheits-Community sind geteilt. Einige Experten bedauern den Schritt. Trotz seiner Grenzen habe der Dark Web Report eine wertvolle „Sichtbarkeits-Schicht“ geboten, die das Bewusstsein für allgegenwärtige Datenlecks schärfte. Sein Wegfall hinterlasse eine Lücke für Nutzer, die sich auf die enorme Datenreichweite Googles verlassen hatten, um ohne kostenpflichtige Dienste Überwachung zu betreiben.
„Das Ende des Reports nimmt eine einfache Sichtbarkeitsfunktion, erinnert Nutzer aber auch daran, dass Cybersicherheitsbewusstsein vor allem auf dem offenen Web beginnt”, kommentieren Branchenbeobachter.
Das sollten betroffene Nutzer jetzt tun
Angesichts der nahenden Fristen empfiehlt Google folgende Schritte:
- Letzte Warnungen prüfen: Noch vor Donnerstag die Seite des Dark Web Reports aufrufen und offene Warnungen sichten.
- Daten exportieren: Wer seinen Überwachungsverlauf archivieren möchte, muss die relevanten Informationen vor dem 16. Februar herunterladen.
- Profile löschen: Nutzer, die ihre Daten sofort entfernen wollen, können ihre Überwachungsprofile manuell in den Einstellungen des Reports löschen.
- Alternativen aktivieren: Die Dashboards von „Results about you“ und dem Passwort-Manager kennenlernen und für grundlegende Kontosicherheit nutzen.
Die digitale Bedrohungslage entwickelt sich weiter. Der Fokus verschiebt sich vom bloßen Wissen über Datenlecks hin zu Werkzeugen, die die eigene Exposition begrenzen. Der Dark Web Report wird bald Geschichte sein – die Notwendigkeit einer wachsamen Überwachung der persönlichen Daten bleibt.
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