Google Play Store: Historische Wende nach Epic-Klage
06.03.2026 - 05:30:33 | boerse-global.deGoogle beendet den weltweiten Rechtsstreit mit Epic Games durch ein umfassendes Vergleichsabkommen. Der Tech-Riese senkt drastisch seine App-Store-Provisionen und öffnet das Android-System für mehr Wettbewerb. Diese historische Einigung folgt auf ein Urteil, das Googles Praktiken als wettbewerbswidrig einstufte.
Die neuen Regeln gelten ab dem 30. Juni 2026 zunächst in den USA, Großbritannien und dem Europäischen Wirtschaftsraum. Eine weltweite Umsetzung soll bis September 2027 abgeschlossen sein. Damit endet ein sechsjähriger Rechtsstreit, der im August 2020 mit einer Klage von Epic Games begann.
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Revolution der Gebühren: Weniger Abgaben für Entwickler
Das Herzstück der Einigung ist eine grundlegende Reform der Play-Store-Provisionen. Die seit langem kritisierte Standardrate von 30 Prozent für In-App-Käufe wird abgeschafft. Stattdessen gilt künftig:
- 20 Prozent Servicegebühr für Transaktionen in neu installierten Apps.
- 10 Prozent für wiederkehrende Abonnements – eine wichtige Einnahmequelle für viele Anwendungen.
- Sonderprogramme wie das „Apps Experience Program“ ermöglichen Spitzenentwicklern sogar Raten von nur 15 Prozent.
Zudem entkoppelt Google seine Gebühren transparenter. Wer das hauseigene Bezahlsystem nutzt, zahlt zusätzlich zur Servicegebühr eine separate Abwicklungsgebühr von 5 Prozent in Kernmärkten. Diese deckt konkret die Zahlungsabwicklungskosten ab.
Das Android-Ökosystem öffnet sich
Die Zugeständnisse gehen weit über niedrigere Gebühren hinaus. Google lockert seine umstrittenen „Anti-Steering“-Regeln. Entwickler dürfen Nutzer künftig offen auf günstigere Bezahloptionen auf ihren eigenen Webseiten hinweisen.
Die größte Zäsur ist jedoch das neue „Registered App Stores“-Programm. Es soll Nutzern die Installation alternativer App-Märkte auf Android-Geräten deutlich erleichtern und sicherer machen. Damit schafft Google direkten Wettbewerb für den Play Store – eine zentrale Forderung der Kläger.
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Finalakt eines epischen Rechtsstreits
Die Einigung beendet einen Prozess, der die App-Branche nachhaltig verändert hat. Auslöser war der Versuch von Epic Games, den beliebten Shooter Fortnite außerhalb des Play Stores mit eigener Zahlungsmethode anzubieten. Google warf das Spiel daraufhin aus seinem Shop.
Im Dezember 2023 fällte eine Jury ein einstimmiges Urteil: Google habe durch sein Vorgehen ein illegales Monopol auf dem Android-App-Markt geschaffen und Wettbewerbsgesetze verletzt. Ein Berufungsgericht bestätigte dieses Urteil im Juli 2025. Ein erster Vergleichsentwurf im November 2025 scheiterte noch an der richterlichen Prüfung.
Signalwirkung für die gesamte Branche
Die Branche wertet die Zugeständnisse als Sieg für Entwickler. Sie könnten höhere Einnahmen und mehr Kontrolle über ihr Geschäft erhalten. Für Verbraucher dürften In-App-Käufe günstiger werden, die Auswahl an Bezahl- und Bezugsquellen wächst.
Der Vergleich erhöht den Druck auf Apple. Dessen geschlossenes iOS-System mit strikten App-Store-Regeln steht ebenfalls weltweit in der Kritik von Regulierern und Entwicklern. Googles Zugeständnisse könnten sich zum neuen Maßstab in der Debatte um faire digitale Märkte entwickeln.
Die schrittweise Umsetzung bis 2027 wird nun genau beobachtet. Sie verändert die Spielregeln für einen der größten Mobilplattformen der Welt grundlegend.
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