Google öffnet Android und senkt drastisch Play-Store-Gebühren
05.03.2026 - 10:54:53 | boerse-global.deNach einem jahrelangen Rechtsstreit mit Epic Games und massivem Druck von Regulierungsbehörden hat Google sein Android-Ökosystem grundlegend geöffnet. Der Konzern senkt die umstrittenen Kommissionssätze im Play Store und erlaubt erstmals konkurrierende App-Stores mit einfacher Installation.
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Das Ende der 30-Prozent-Gebühr
Ab dem 30. Juni 2026 gilt ein neues, zweigeteiltes Gebührenmodell. Die pauschale Kommission von 30 Prozent für In-App-Käufe wird abgeschafft. Stattdessen erhebt Google künftig eine maximale Servicegebühr von 20 Prozent für Käufe in bereits installierten Apps. Für Entwickler, die am neuen Apps Experience Program teilnehmen, sinkt dieser Satz auf 15 Prozent bei Neukunden. Digitale Abonnements werden pauschal mit nur noch 10 Prozent belastet.
Die entscheidende Neuerung: Entwickler sind nicht mehr gezwungen, das hauseigene Google Play Billing zu nutzen. Wer es dennoch einsetzt, zahlt in der EU, Großbritannien und den USA zusätzlich 5 Prozent Transaktionsgebühr. Wer eigene Zahlungssysteme integriert oder Käufe auf externe Webseiten auslagert, umgeht diese Zusatzkosten komplett.
Drittanbieter-Stores werden einfach installierbar
Historisch war die Installation von Apps außerhalb des Play Stores mit umständlichen Warnhinweisen und versteckten Einstellungen verbunden. Das ändert sich mit dem neuen Registered App Stores Program. Geprüfte alternative App-Märkte können Nutzern künftig eine ebenso einfache Installation bieten wie der offizielle Store.
Das Programm startet noch dieses Jahr zunächst außerhalb der USA. Die Einführung im Heimatmarkt hängt von der Genehmigung durch das zuständige Gericht im Kartellverfahren ab. Für große Publisher und Unternehmen eröffnet dies erstmals die realistische Möglichkeit, eigene dedizierte Storefronts auf Android zu etablieren.
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Epic Games-Prozess als Katalysator
Der unmittelbare Auslöser für die Kehrtwende ist die Beilegung des jahrelangen Rechtsstreits mit Epic Games, dem Entwickler von Fortnite. Nach einem Urteil, das Googles Praktiken 2023 als illegales Monopol wertete, einigten sich beide Parteien nun weltweit. Epic-Chef Tim Sweeney begrüßte die Änderungen öffentlich als Schritt zu einem „echt offenen“ Android. Fortnite kehrt in Kürze in den Play Store zurück.
Doch der Vergleich ist nur ein Teil des Drucks. Die Europäische Kommission ermittelt bereits aggressiv unter der neuen Digital Markets Act (DMA). Google drohten hier Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes. Auch die britische Wettbewerbsbehörde CMA hatte dem Konzern bereits einen Sonderstatus auferlegt, der zu solchen Marktöffnungen verpflichtet.
Globale Umsetzung und Marktausblick
Die neuen Regeln gelten ab Juni 2026 in der EU, Großbritannien und den USA. Bis September folgen Australien, bis Jahresende Südkorea und Japan. Die weltweite Umsetzung soll bis September 2027 abgeschlossen sein.
Analysten schätzen, dass die Gebühreneinbußen Googles Play-Store-Gewinne um etwa eine Milliarde Euro jährlich schmälern könnten. Der strategische Schachzug schützt den Konzern jedoch vor weitaus höheren regulatorischen Strafen und sichert den Zugang zu entscheidenden Märkten.
Für Entwickler bedeutet die Reform deutlich höhere Gewinnmargen. Das freiwerdende Kapital dürfte in Innovationen, bessere Nutzererfahrungen und letztlich auch niedrigere Preise für Verbraucher fließen. Der Druck auf konkurrierende mobile Ökosysteme, insbesondere Apples geschlossenes iOS, steigt damit erheblich.
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