Google lanciert Universal Commerce Protocol für KI-Einkäufe
13.01.2026 - 23:22:12Googles neuer Standard soll KI-Assistenten zum universellen Einkaufsboten machen – und den Online-Handel auf den Kopf stellen. Das Universal Commerce Protocol (UCP) schafft eine gemeinsame Sprache für KI-Agenten, um selbstständig bei verschiedenen Händlern einzukaufen.
Ein offener Standard für den KI-Handel
Auf der Einzelhandelsmesse NRF 2026 in New York hat Google gemeinsam mit Branchengrößen wie Shopify, Walmart und Target das Universal Commerce Protocol vorgestellt. Über 20 Unternehmen, darunter Visa und Mastercard, unterstützen die Initiative. Ziel ist eine einheitliche Schnittstelle, über die KI-Shopping-Assistenten Produktkataloge abfragen, Preise vergleichen und Bestellungen abschließen können – ohne für jede Plattform eigene Integrationen zu entwickeln.
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„Das ist ein strategischer Schachzug“, analysiert eine Handelsexpertin. „Google positioniert sich damit als Architekt des aufkommenden ,agentic commerce‘.“ Das Protokoll wird direkt in Googles KI-Modus der Suche und die Gemini-App integriert. Kunden könnten so zukünftig Einkäufe tätigen, ohne die Google-Oberfläche zu verlassen.
So funktioniert der KI-gesteuerte Checkout
Die Kerninnovation: UCP standardisiert die Kommunikation zwischen KI-Agenten und Online-Shops. Ein Assistenz-Bot versteht plattformübergreifend Lagerbestände, Preise und Aktionen. Kombiniert mit dem bereits existierenden Agent Payments Protocol (AP2) für sichere Transaktionen entsteht ein durchgängiger Prozess.
Ein Beispiel: Der Nutzer gibt den Befehl „Finde und kaufe eine wasserdichte Laptoptasche unter 100 Euro“. Der KI-Assistent sucht, vergleicht und kauft – vollautomatisch. Initially startet der Service für US-Händler mit in Google Pay hinterlegten Daten. Eine PayPal-Integration soll folgen.
Doch birgt das nicht Risiken? „Autonome Kaufentscheidungen durch KI erfordern neue Sicherheits- und Betrugspräventionskonzepte“, gibt ein Cybersecurity-Experte zu bedenken.
Business Agents und Direct Offers für Händler
Parallel zum Protokoll stellt Google neue KI-Tools für Händler vor. Der Business Agent erlaubt es Marken, einen virtuellen Verkäufer in den Google-Suchergebnissen zu platzieren. Kunden können direkt mit diesem Assistenten chatten – im Tonfall der Marke. Early Adopter sind Lowe‘s, Poshmark und Reebok.
Die Anzeigenform Direct Offers geht noch weiter: Erkennt die KI in der Suche, dass ein Nutzer kaufbereit ist, können Händler exklusive Rabatte oder Gratis-Versand anbieten. Entdeckung und Transaktion verschmelzen in einem Gespräch. „Das komprimiert den klassischen Sales-Funnel radikal“, kommentiert ein Digital-Marketing-Manager.
Kampf um die Vorherrschaft im KI-Handel
Die Initiative ist Googles Antwort auf einen fundamentalen Wandel: Immer häufiger starten Einkaufsreisen heute bei KI-Chatbots wie ChatGPT. Mit einem offenen Standard will der Tech-Riese verhindern, dass geschlossene Ökosysteme dominieren – und sich gegen Konkurrenten wie Amazon, OpenAI und Microsoft behaupten.
„Google bietet eine offene Alternative zu den geschlossenen Systemen der Wettbewerber“, so ein Branchenbeobachter. „Der Startpunkt des Einkaufs könnte sich von einzelnen Marktplätzen hin zu Googles KI-Schnittstellen verschieben.“ Doch der Erfolg hängt von der Adoption durch Händler und die Akzeptanz der Nutzer ab.
Was bedeutet das für den europäischen Handel?
Die Expansion nach Europa ist für die kommenden Monate geplant. Deutsche Händler und DAX-Konzerne wie Zalando oder SAP-Handelspartner müssen sich auf eine neue Realität einstellen. Hochwertige, strukturierte Produktdaten werden entscheidend, damit KI-Agenten sie korrekt interpretieren können.
Affiliate-Marketing und etablierte Vertriebsmodelle könnten disruptiert werden. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für direktere Kundenbeziehungen. „Standards wie UCP werden die Wettbewerbsdynamik des nächsten Jahrzehnts prägen“, prognostiziert ein Analyst. Die Reise zum autonomen Handel hat begonnen – und Google buchstabiert die Regeln mit.
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