Google, Gemini

Google Gemini wird zum aktiven Arbeits- und Alltagsassistenten

13.03.2026 - 00:30:53 | boerse-global.de

Googles KI-Plattform automatisiert nun komplexe Arbeitsabläufe in Workspace und steuert Apps auf Smartphones eigenständig, um Nutzern alltägliche Aufgaben abzunehmen.

Google Gemini wird zum aktiven Arbeits- und Alltagsassistenten - Foto: über boerse-global.de
Google Gemini wird zum aktiven Arbeits- und Alltagsassistenten - Foto: über boerse-global.de

Googles KI-Plattform Gemini verwandelt sich von einem Chat-Partner in einen handelnden digitalen Agenten. Mit einer Serie von Updates für Workspace, Smartphones und Maps automatisiert die KI nun komplexe Arbeitsabläufe und Alltagsaufgaben. Ein strategischer Schachzug im Wettlauf um die produktivste KI.

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KI-Automatisierung erobert den Arbeitsplatz

Ab dem 10. März agiert Gemini in Google Workspace nicht mehr nur als Recherche-Hilfe, sondern als aktiver Mitarbeiter. Die KI kann nun auf natürliche Sprachbefehle hin eigenständig komplexe Tabellen erstellen, Dokumente entwerfen und die gesamte Cloud-Speicher durchsuchen.

In Google Sheets erreicht Gemini eine Erfolgsquote von 70,48 Prozent bei realen Tabellenaufgaben. Ein Befehl wie „Organisiere meinen Umzug“ genügt: Die KI durchsucht automatisch das Gmail-Postfach nach Angeboten von Versorgern und trägt die Daten ein. Die Funktion „Fill with Gemini“ kategorisiert und vervollständigt Daten automatisch, teils mit Live-Informationen aus der Google-Suche.

In Docs und Slides generiert die KI auf Basis vorhandener Dateien komplette Marketingpläne oder Präsentationen im Corporate Design. Die neue „Ask Gemini in Drive“-Funktion macht den Cloud-Speicher zur Wissensdatenbank: Nutzer erhalten belegte Antworten aus Hunderten gespeicherter Rechnungen, E-Mails und Dokumente.

Der Smartphone-Butler: KI steuert Apps selbstständig

Ab dem 12. März erhalten ausgewählte Galaxy S26- und Pixel 10-Geräte in den USA und Südkorea ein revolutionäres Feature: Bildschirm-Automatisierung. Gemini navigiert eigenständig durch Dritt-Apps und erledigt mehrstufige Aufgaben.

Ein Sprachbefehl wie „Bestelle Abendessen“ reicht aus. Die KI öffnet die nötige App, wählt Gerichte aus, bestätigt die Lieferadresse und geht bis zur Kasse. In einem virtuellen Fenster zeigt sie jeden Schritt in Echtzeit an. Zahlungen bestätigt jedoch weiterhin der Nutzer. Der Prozess ist jederzeit unterbrechbar.

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Anfangs unterstützt die Automatisierung große Dienstleistungs-Apps wie Uber, Lyft, DoorDash und Starbucks. Integrationen für weitere Dienste wie Instacart sind geplant. Erfüllt sich damit der lang gehegte Wunsch nach einem echten digitalen Butler?

Kontext-Maps: KI plant Routen mit Weitblick

Parallel erweitert Google die kontextuelle Intelligenz auf Google Maps. Nutzer können nun hochspezifische Fragen stellen – etwa nach einem Sportplatz mit Flutlicht. Gemini analysiert Millionen Standortdaten und Nutzerbewertungen, um maßgeschneiderte Karten zu erstellen.

Zusammen mit einem neuen immersiven Navigationssystem bietet die KI ein tieferes räumliches Verständnis. Sie wertet Street View- und Luftbilder aus, hebt kritische Straßendetails hervor, vergleicht Alternativrouten und erstellt Reisepläne basierend auf der Suchhistorie. Das Feature rollt aktuell in den USA und Indien aus.

Wettlauf um die agentische KI

Die schnelle Update-Serie unterstreicht den Branchentrend zur agentischen KI. Google stellt sich mit direkter Integration in Arbeitsabläufe und Alltagsgeräte gegen Wettbewerber wie Microsoft Copilot. Dessen Tools für Office 365 sind der direkte Konkurrent im Produktivitäts-Sektor.

Die erweiterten Drive- und Smartphone-Funktionen sind zunächst regional und für Premium-Nutzer beschränkt. Eine globale Verbreitung ist in den kommenden Monaten geplant. Google deutet an, dass die App-Automatisierung nicht auf Gemini beschränkt bleiben wird – ein fundamentaler Wandel für Betriebssysteme steht bevor. Die manuelle Bedienung von Apps und Programmen könnte bald deutlich seltener werden.

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