Google, Gemini

Google Gemini: KI wird persönlich und lernt laufen

18.01.2026 - 07:10:12

Google verfolgt eine Doppelstrategie: Gemini wird als persönlicher Assistent getestet und soll künftig humanoide Roboter von Boston Dynamics steuern, um komplexe Aufgaben zu erlernen.

Google startet Beta für persönliche KI-Assistenten und schickt Gemini in Roboter von Boston Dynamics. Der Tech-Riese verfolgt eine Doppelstrategie: Seine KI soll Nutzer besser verstehen und gleichzeitig die physische Welt erobern.

Persönliche Intelligenz: Gemini durchsucht Ihre Daten

Google hat eine Beta-Version namens „Personal Intelligence“ für seinen KI-Assistenten Gemini gestartet. Die Funktion, die Nutzer manuell aktivieren müssen, verbindet Gemini mit persönlichen Daten aus Diensten wie Gmail, Fotos und der Suche. Ziel ist ein proaktiver Assistent, der komplexe Anfragen löst, ohne explizit sagen zu müssen, wo er suchen soll.

Ein Beispiel: Gemini findet ein Autokennzeichen auf einem Foto, identifiziert die genaue Ausstattung über eine Rechnung in Gmail und empfiehlt Allwetterreifen, indem es auf Bilder eines früheren Familienausflugs verweist. Die Beta ist zunächst für zahlende Abonnenten der Google AI Pro und AI Ultra Pläne in den USA verfügbar. Google betont, die privaten Daten nicht zum Training der KI-Modelle zu nutzen.

Vom reaktiven Chatbot zum proaktiven Helfer

Dieser Schritt markiert einen strategischen Wandel. Gemini soll nicht nur allgemeines Wissen haben, sondern den persönlichen Kontext des Nutzers verstehen. Durch die Integration kann die KI Informationen aus verschiedenen Quellen synthetisieren. So erstellt sie etwa eine Reiseroute basierend auf vergangenen Trips und Vorlieben aus E-Mails, anstatt generische Sehenswürdigkeiten vorzuschlagen.

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Angetrieben von den neuesten Gemini-3-Modellen, nutzt das System persönliche Daten nur, wenn eine maßgeschneiderte Antwort hilfreicher ist. Google verspricht sich so einen Vorteil gegenüber Konkurrenten, die oft auf externe Plug-ins angewiesen sind. Es ist die Antwort auf eine zentrale Nutzerforderung: eine KI, die persönlich nützlich ist und die mühsame Suche über mehrere Apps überflüssig macht.

Gemini trifft auf Atlas: KI erobert die Fabrikhallen

Parallel zum Consumer-Update macht Gemini einen gewaltigen Sprung in die reale Welt. Auf der CES wurde eine Partnerschaft zwischen Google DeepMind und Boston Dynamics bekannt. Ziel ist es, Gemini-Modelle in die humanoide Atlas-Roboter zu integrieren. Diese „Physical AI“ soll Robotern beibringen, komplexe Aufgaben in weniger als einem Tag zu lernen – ein Quantensprung gegenüber bisherigen Trainingszeiten.

Foundation-Modelle wie Gemini gelten als robuster im Umgang mit neuen Situationen. Sie können über Objekte und Szenarien nachdenken, die sie zuvor nie gesehen haben. Der erste Einsatz dieser KI-gesteuerten Roboter ist in Fabriken des Mutterkonzerns Hyundai geplant. Die Branche spricht von einem Wendepunkt für die Robotik.

Eine umfassende Strategie für das Gemini-Zeitalter

Googles Zwei-Fronten-Strategie ist klar: Die KI soll im Software-Bereich tief persönlich werden und gleichzeitig physische Hardware steuern. Der gemeinsame Nenner ist die Fähigkeit der fortschrittlichen Modelle, riesige und unterschiedliche Datensätze zu verarbeiten – ob persönliche Daten in Apps oder Sensordaten eines Roboters.

Die Personal-Intelligence-Beta dient als kontrolliertes Testfeld für Technologie und Datenschutz. Google plant, die Funktion nach der Lernphase auf weitere Länder und schließlich auch auf die kostenlose Gemini-Version auszuweiten. Auch eine Integration in den KI-Modus der Google-Suche steht bevor.

In der Robotik ist die Partnerschaft Teil einer breiteren Bewegung. Unternehmen wie Nvidia veröffentlichen ebenfalls offene Foundation-Modelle für Roboter, um eine Standard-Plattform zu schaffen. Wenn diese Technologien reifen, könnte die Verschmelzung von KI und Robotik Fertigung, Logistik und langfristig sogar den Alltag grundlegend verändern.

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