Google Find Hub wird Pflicht bei Android-Einrichtung
28.12.2025 - 12:23:12Google macht sein Ortungsnetzwerk Find Hub zum Pflichtbestandteil der Android-Ersteinrichtung, um die Gerätedichte zu erhöhen und Apples Find My zu konkurrieren. Nutzer können zwischen zwei Datenschutzmodi wählen.
Google verankert sein Geräte-Ortungsnetzwerk fest im Android-System. Seit dem Dezember-Update 2025 müssen Nutzer die Funktion direkt beim Einrichten ihres Smartphones aktivieren – ein strategischer Schachzug gegen Apple.
Die Integration von „Find Hub“ – der neuen Bezeichnung für den früheren „Find My Device“-Dienst – in den Einrichtungsassistenten ist abgeschlossen. Seit dieser Woche werden alle neuen oder zurückgesetzten Android-Geräte mit einem eigenen Konfigurationsbildschirm für das ortungsbasierte Netzwerk gestartet. Aus einer optionalen Einstellung im Hintergrund ist ein zentraler Bestandteil der Erstkonfiguration geworden. Das Ziel ist klar: die Lücke zu Apples „Find My“-Netzwerk durch eine höhere Gerätedichte zu schließen.
Der neue Assistent stellt Nutzer vor eine grundlegende Entscheidung. Sie können zwischen zwei Modi wählen: „Überall auffindbar“ und „Nur an belebten Orten auffindbar“.
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Der erste Modus aktiviert das Gerät als vollwertigen Netzwerkknoten. Es speichert dann Standortdaten und kann über Bluetooth auch in abgelegenen Gebieten zur Ortung verlorener Gegenstände beitragen – selbst ohne Internetverbindung. Das ist ideal, um etwa Schlüsselanhänger oder Kopfhörer wiederzufinden.
Die zweite, in vielen Regionen voreingestellte Option schränkt die Teilnahme auf Orte mit hohem Personenaufkommen ein, wie Flughäfen oder Innenstädte. Erst wenn mehrere Geräte ein Signal detektieren, wird ein Standort gemeldet. Diese Methode schützt die Privatsphäre stärker, schmälert aber die Nutzbarkeit des Netzwerks auf dem Land oder in ruhigen Wohngebieten.
Beobachter der Branche sehen in der prominenten Platzierung der Wahlmöglichkeit einen geschickten „Nudge“. Indem die Vorteile der „Überall“-Einstellung hervorgehoben werden, dürfte die Zahl der aktiven Netzwerkteilnehmer deutlich steigen. Eine kritische Masse an Geräten ist für die Funktionsweise eines Crowdsourcing-Netzwerks existenziell.
Die Integration krönt eine einjährige Neuausrichtung von Googles Ortungsdiensten. Im Mai 2025 erfolgte die Umbenennung zu „Find Hub“, die einen erweiterten Funktionsumfang signalisierte. Der Dienst soll nicht nur Geräte, sondern auch Personen (ähnlich wie „Find My Friends“) und beliebige Gegenstände via Tracking-Tags lokalisieren.
Das Dezember-Update setzt diesen Rebranding-Prozess im gesamten Betriebssystem um. „Find Hub“ ersetzt nun alle veralteten Bezüge in den Einstellungen. Parallel wächst die Hardware-Unterstützung: Eine eigene Find-Hub-App für Wear OS startete vor einer Woche, und eine neue Kartenebenen-Funktion im Find-Hub-App erlaubt seit Kurzem den Wechsel zwischen Standard-, Satelliten- und Geländeansicht. Das ist besonders für die Suche in Parks oder auf Wanderwegen wertvoll.
Die Aufnahme in den Pflicht-Einrichtungsprozess ist ein strategischer Pivot für den Tech-Riesen. Der größte Schwachpunkt von Googles Netzwerk war bislang die geringe Gerätedichte im Vergleich zum Konkurrenten Apple. Durch die Integration in den Out-of-the-Box-Erlebnisfluss sorgt Google nun für einen stetigen Strom neuer Netzwerkknoten.
Doch der aggressive Ausbau wird durch transparente Privatsphäre-Einstellungen begleitet. Der Einrichtungsbildschirm erklärt detailliert, wie Standortdaten verschlüsselt und gemeinsam genutzt werden. Die Voreinstellung „Nur an belebten Orten“ in vielen Rechtsräumen – besonders in der Europäischen Union – spiegelt Googles vorsichtigen Umgang mit Datenschutzregularien wider.
Sicherheitsexperten betonen: Die finale Kontrolle bleibt bei den Nutzern. Die Einstellungen lassen sich jederzeit unter „Einstellungen > Google > Find Hub“ anpassen oder deaktivieren. Dort kann auch der gespeicherte Standortverlauf gelöscht werden.
Mit dem Fundament, das nun im Kern des Betriebssystems verankert ist, plant Google für 2026 den nächsten Technologiesprung. Für unterstützte Hardware – wie die voraussichtliche Pixel-10-Serie – sollen satellitengestützte Ortungsfunktionen aktiviert werden. Diese würden es Geräten ermöglichen, selbst ohne Mobilfunk oder WLAN ihren Standort zu melden.
Zudem wird die Ausweitung der Ultra-Wideband (UWB)-Unterstützung erwartet. Diese Technologie ermöglicht eine „Präzisionsortung“ für mehr Tracking-Gadgets von Drittanbietern. Die tiefe Integration von Find Hub legt den Grundstein für eine breitere Palette offizieller und partnergebundener Zubehörteile im kommenden Jahr.
Für Android-Nutzer bedeutet die Änderung eine einfachere Entscheidung für mehr Sicherheit. Für Google ist es der entscheidende Schritt, um im Ökosystem endlich ein Ortungsnetzwerk zu etablieren, das dem größten Konkurrenten in Reichweite und Zuverlässigkeit ebenbürtig ist. Jede Geräteaktivierung macht das Netzwerk nun stärker.
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