Google Chrome: Notfall-Update schließt kritische Sicherheitslücke
20.02.2026 - 00:51:12Google hat ein Notfall-Update für seinen Chrome-Browser veröffentlicht, um eine schwerwiegende, bereits aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke zu schließen. Die Schwachstelle mit dem Kürzel CVE-2026-2441 ist die erste sogenannte Zero-Day-Lücke in Chrome in diesem Jahr und gefährdet Milliarden Nutzer weltweit. Ein Besuch auf einer manipulierten Webseite könnte Angreifern bereits die Ausführung von Schadcode ermöglichen.
Was die Zero-Day-Lücke so gefährlich macht
Bei der Sicherheitslücke handelt es sich um einen „Use-after-free“-Fehler in der CSS-Komponente des Browsers. Dieser Speicherfehler kann ausgelöst werden, wenn Nutzer eine präparierte HTML-Seite aufrufen. Im schlimmsten Fall stürzt der Browser nicht nur ab, sondern Angreifer können Code innerhalb der abgeschotteten Sandbox-Umgebung ausführen. Die Schwachstelle erhielt einen hohen CVSS-Risikowert von 8,8.
Die Sicherheitsforscherin Shaheen Fazim meldete den Fehler am 11. Februar 2026. Google reagierte umgehend und veröffentlichte nur Tage später einen Patch, nachdem bestätigt wurde, dass ein Exploit bereits aktiv genutzt wird. Um weitere Angriffe zu verhindern, hält Google die technischen Details der Lücke vorerst unter Verschluss, bis die Mehrheit der Nutzer das Update installiert hat.
Dringende Warnung für alle Chromium-Nutzer
Die aktive Ausnutzung der Lücke macht ein sofortiges Update zur absoluten Pflicht. Die Bedrohung betrifft nicht nur Google Chrome, sondern das gesamte Ökosystem Chromium-basierter Browser. Dazu zählen Microsoft Edge, Brave und Opera. Die potenzielle Angriffsfläche ist damit enorm.
Auch Behörden schlagen Alarm. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstelle in ihren Katalog bekannter, ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen und Bundesbehörden zur sofortigen Installation der Patches angewiesen. Nutzer sollten manuell auf die Versionen 145.0.7632.75/76 (Windows/macOS) oder 144.0.7559.75 (Linux) updaten. Dazu in den Einstellungen auf „Über Google Chrome“ klicken und den Browser anschließend neu starten.
Neben dem sofortigen Chrome-Update sollten Sie auch Ihr Smartphone absichern – viele Angriffspfade beginnen über mobile Browser oder manipulierte Webseiten. Ein kostenloser Ratgeber erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android (App‑Prüfung, Berechtigungen, sichere Updates, Backup und Browser‑Einstellungen) und liefert leicht umsetzbare Schritt‑für‑Schritt‑Tipps. Schnell, praxisnah und per E‑Mail-Download verfügbar. Gratis-Ratgeber: Die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android-Smartphone
Browser im Fadenkreuz der Cyberkriminellen
Der Chrome-Zero-Day ist kein Einzelfall. Er spiegelt eine branchenweite Herausforderung wider. Erst kürzlich veröffentlichte Mozilla ein wichtiges Sicherheitsupdate für Firefox und Thunderbird, um eine kritische Lücke (CVE-2026-2447) zu schließen, die über manipulierte Videodateien Systemübernahmen ermöglichen könnte.
Der Browser ist das primäre Tor zum Internet und damit ein lukratives Ziel für Angreifer. Ein aktueller Incident-Response-Report von Palo Alto Networks zeigt, dass browserbasierte Aktivitäten bei 48 Prozent aller untersuchten Cybervorfälle eine Rolle spielten. Häufig nutzen Kriminelle manipulierte Suchergebnisse oder präparierte Downloads, um über einen simplen Webseitenbesuch in Systeme einzudringen.
Warum Browser so anfällig sind
Webbrowser sind allgegenwärtig und verarbeiten permanent nicht vertrauenswürdige Daten aus dem Netz, während sie gleichzeitig sensible Nutzerinformationen wie Passwörter und Finanzdaten verwalten. Die Ausnutzung von Zero-Day-Lücken ist besonders tückisch, weil Angreifer sie nutzen, bevor ein Schutz verfügbar ist.
Moderne Browser setzen zwar auf Sicherheitsfeatures wie Sandboxing, doch Angreifer suchen ständig nach Wegen, diese zu umgehen. Eine Lücke, die Code-Ausführung in der Sandbox erlaubt, kann mit einem zweiten Exploit kombiniert werden, um die Abschottung zu durchbrechen und die vollständige Kontrolle über ein System zu erlangen. Die aktive Ausnutzung von CVE-2026-2441 deutet auf gezielte Angriffe hin, bei denen Systeme kompromittiert werden, um Daten zu stehlen oder weitere Schadsoftware einzuschleusen.
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