Goodman Group: Logistik-Riese überrascht – Chance für deutsche Anleger?
23.02.2026 - 04:52:31 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Während klassische Immobilienwerte noch immer unter hohen Zinsen leiden, gehört die australische Goodman Group zu den internationalen Gewinnern – dank boomender Logistik, KI-Rechenzentren und globalem Mieter-Mix. Für deutsche Anleger mit Fokus auf Sachwerte und Dividenden wird die Aktie damit plötzlich wieder interessant. Was Sie jetzt wissen müssen...
Goodman ist kein klassischer Büroturm-Vermieter, sondern einer der weltweit größten Entwickler und Betreiber von modernen Logistik- und Industrieimmobilien – von E-Commerce-Lagern bis hin zu Standorten, die zunehmend für Rechenzentren genutzt werden. Genau dieses Profil hebt den Wert deutlich von vielen angeschlagenen Immobilienkonzernen ab.
Obwohl die Aktie in Sydney notiert, rückt sie immer stärker auf die Watchlist institutioneller und privater Investoren aus Deutschland: globale Wachstumsstory, stetige Mieteinnahmen, Fokus auf Megatrends wie Online-Handel und Cloud – und das in einem Umfeld, in dem der deutsche Immobilienmarkt (v. a. Wohnen/Büro) unter Druck steht.
Offizieller Überblick zu Strategie, Projekten und Kennzahlen der Goodman Group
Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Um die aktuelle Bewertung der Goodman-Group-Aktie zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Geschäftsmodell: Goodman entwickelt, besitzt und managt Logistik- und Industrieparks in über einem Dutzend Ländern, u. a. in Europa, Asien, Nordamerika und Australien. Die Kundenliste liest sich wie ein Who-is-Who des globalen Handels und der Tech-Branche.
Anders als viele klassische REITs setzt Goodman stärker auf kapitalleichte Strukturen: Ein erheblicher Teil der Assets liegt in Co-Investment-Vehikeln und Fonds, die Goodman gemeinsam mit institutionellen Partnern hält und managt. So verdient der Konzern nicht nur an Mieten, sondern auch an Management- und Performancegebühren.
Für den Kursverlauf entscheidend: Während Büroimmobilien weltweit mit Leerständen und sinkenden Bewertungen kämpfen, bleiben hochwertige Logistikflächen in Top-Lagen knapp. E-Commerce-Anbieter, Industrie und zunehmend auch Betreiber von Rechenzentren suchen Flächen nahe an Ballungsräumen und Knotenpunkten – genau hier ist Goodman stark positioniert.
Besonders aufmerksam verfolgen Analysten den Ausbau in Richtung Rechenzentren, da KI-Anwendungen und Cloud-Dienste enorme zusätzliche Infrastruktur erfordern. Viele dieser Data-Center brauchen Standorte mit guter Strom- und Glasfaseranbindung, häufig in bestehenden oder hybriden Industrie-Clustern. Für Goodman ist das eine natürliche Erweiterung des Geschäfts.
Der Kurs der Goodman Group reflektiert daher weniger die Probleme des traditionellen Immobiliensektors, sondern eher die Bewertung eines globalen Infrastruktur- und Logistik-Players. Genau das erklärt, warum sich die Aktie seit dem Immobilien-Tief deutlich erholen konnte, während viele Büro- und Wohnimmobilienwerte noch am Boden liegen.
Warum das für deutsche Anleger relevant ist
Für Anleger in Deutschland, die überwiegend über den DAX und heimische Immobilienwerte wie Vonovia, LEG oder TAG Immobilien engagiert sind, eröffnet Goodman eine Regionen- und Sektor-Diversifikation, die im heimischen Markt kaum zu finden ist. Die gesamtwirtschaftliche Abhängigkeit von der deutschen Konjunktur wird damit reduziert.
Besonders spannend ist der Vergleich mit dem deutschen Logistikmarkt: Hier dominieren wenige große Player, und viele der börsennotierten Vehikel konzentrieren sich auf Deutschland oder Europa. Goodman hingegen agiert global – etwa in Nordamerika und Asien – und partizipiert so an unterschiedlichen Konjunkturzyklen.
Hinzu kommt der Währungseffekt: Die Aktie ist in australischen Dollar (AUD) notiert. Deutsche Investoren, die über ihr Depot beispielsweise an der Börse Frankfurt oder Xetra auf die ISIN AU000000GMG2 zugreifen, erhalten damit neben dem Immobilien-Exposure auch eine zusätzliche Währungsstreuung. Das kann in Phasen eines schwächeren Euro von Vorteil sein, ist aber umgekehrt ein Risikofaktor bei starkem Euro.
Ein weiterer Punkt: Viele deutsche Immobilieninvestoren haben in den vergangenen Jahren schmerzhafte Kursverluste erlitten, insbesondere bei wohn- und bürolastigen Werten. Goodman bietet mit seinem Fokus auf Logistik und Industrie eine Art thematischen Hedge gegen klassische deutsche Immobilienrisiken – allerdings zu einem Bewertungsniveau, das diesen Qualitätsanspruch bereits teilweise einpreist.
Für institutionelle Anleger aus Deutschland, die an den Benchmarks wie MSCI World Real Estate oder globalen Infrastrukturindizes ausgerichtet sind, ist Goodman längst ein Pflichtwert. Privatanleger holen hier nach: In einschlägigen deutschen Communitys wird die Aktie zunehmend als "Qualitäts-Immobilienwert mit Tech- und E-Commerce-Fantasie" diskutiert.
Bewertung: Qualität hat ihren Preis
Die Kehrseite der starken Marktposition ist die Bewertung. Goodman wird im internationalen Vergleich häufig mit einem Aufschlag gegenüber klassischen REITs gehandelt. Der Markt zahlt für:
- das globale Portfolio in Top-Lagen,
- die stark nachgefragten Asset-Klassen (Logistik, Industrie, teilweise Data-Center),
- die Managementgebühren aus Co-Investment-Vehikeln,
- und die robuste Bilanzstruktur im Vergleich zu vielen hochverschuldeten Peers.
Für deutsche Anleger bedeutet das: Die Aktie ist keine klassische Value-Immobilie mit „Schnäppchen-Charakter“, sondern eher ein Quality-Growth-Play im Immobiliensektor. Entsprechend sensibel reagiert der Kurs auf Veränderungen bei Zinsen, Wachstumserwartungen und Projektpipeline.
Auch die Dividendenrendite liegt – wie bei vielen wachstumsorientierten Immobilienplattformen – tendenziell niedriger als bei deutschen Wohnungs-Riesen, die einen Großteil ihrer Cashflows ausschütten. Der Investment-Case bei Goodman zielt stärker auf kombinierte Rendite aus Kurswachstum und Dividende.
Risiken, die deutsche Investoren im Blick behalten sollten
So eindrucksvoll das Modell wirkt, deutsche Anleger sollten mehrere Risikofaktoren aktiv in ihre Analyse einbauen:
- Zinsrisiko: Ein neuer Aufwärtszyklus bei den globalen Zinsen könnte Bewertungsmultiples im Immobiliensektor erneut unter Druck setzen – auch bei Qualitätswerten.
- Projekt- und Entwicklungsrisiko: Ein relevanter Gewinnanteil stammt aus Projektentwicklungen. Verzögerungen, Kostensteigerungen oder schwächere Nachfrage würden direkt auf die Marge schlagen.
- Währungsrisiko: Schwankungen zwischen AUD und EUR können die Euro-Rendite sichtbar beeinflussen.
- Strukturelle Nachfrage: Der Boom in E-Commerce und KI-Rechenzentren gilt derzeit als Megatrend – dennoch müssen Investoren Szenarien prüfen, in denen sich das Wachstum verlangsamt.
Verglichen mit deutschen Immobilienwerten ist Goodman damit zwar in einem strukturell attraktiveren Segment unterwegs, aber keineswegs frei von zyklischen und zinsbedingten Schwankungen. Für langfristig orientierte Anleger kann das jedoch akzeptabel sein, wenn sie die Volatilität bewusst einplanen.
Das sagen die Profis (Kursziele)
International wird die Goodman Group von einer Reihe großer Investmenthäuser gecovert. Die Mehrheit der Analysten sieht den Titel als Qualitätswert mit überdurchschnittlichen Perspektiven, was sich in überwiegend positiven Ratings widerspiegelt.
In aktuellen Einschätzungen großer Banken wird insbesondere hervorgehoben:
- die hohe Auslastung der Logistikportfolios in Kernregionen,
- die Fähigkeit, Mieten in vielen Märkten über die Inflationsrate hinaus anzuheben,
- und die starke Positionierung in wachstumsstarken Korridoren rund um Mega-Cities.
Bei den Kurszielen reflektiert sich diese Einschätzung typischerweise in einem moderaten bis deutlichen Aufwärtspotenzial gegenüber den jeweils aktuellen Kursständen, allerdings mit dem klaren Hinweis, dass die Bewertung bereits ambitioniert ist. Einige Analysten argumentieren, Goodman sei eher mit globalen Infrastruktur- oder Logistikwerten als mit klassischen Immobilienaktien zu vergleichen – und rechtfertigen so höhere Multiples.
Für deutsche Investoren ist wichtig: Die Analystenmeinungen sind kein Kaufbefehl, sondern ein zusätzlicher Baustein in der eigenen Due-Diligence. Wer sich primär an Kurszielen orientiert, unterschätzt häufig Zinswenden, Währungseffekte und Sonderfaktoren, die gerade bei internationalen Werten eine größere Rolle spielen als beim heimischen DAX.
Spannend ist zudem, dass mehrere internationale Häuser Goodman in Themenlisten führen, etwa in Listen zu "Profiteuren des E-Commerce-Wachstums" oder "Immobilienwerten mit KI- und Data-Center-Exposure". Das stärkt die Story gegenüber Fondsmanagern, die immer stärker themengetrieben investieren.
Wie deutsche Privatanleger praktisch investieren können
Der Zugang zur Goodman-Group-Aktie ist für deutsche Anleger vergleichsweise unkompliziert. Die ISIN lautet AU000000GMG2, gehandelt wird u. a. über:
- deutsche Börsenplätze wie Xetra oder Frankfurt (überteuerter Spread möglich, je nach Volumen),
- oder direkt an der Heimatbörse in Australien, sofern der Broker das anbietet.
Anleger sollten dabei auf Handelszeiten und Liquidität achten: Der Hauptumsatz findet in Sydney statt. Wer zu deutschen Handelszeiten über Xetra kauft, muss gelegentlich mit etwas höheren Spreads leben, insbesondere bei kleineren Ordervolumina.
Für langfristige Anleger kann sich ein Sparplan auf globale Immobilien- oder Infrastruktur-ETFs lohnen, in denen Goodman bereits enthalten ist – das reduziert das Einzelwertrisiko. Wer die Story gezielt spielen will, kann die Aktie aber auch direkt ins Depot nehmen und sie als strategische Beimischung im Bereich Immobilien / Infrastruktur führen.
In puncto Steuer gilt für deutsche Privatanleger die übliche Abgeltungsteuer auf Dividenden und Kursgewinne. Ausländische Quellensteuern auf Dividenden sollten vor einem Einstieg geprüft werden – viele Broker und Steuerberater bieten hierzu Übersichten, wie Australien im Vergleich zu anderen Ländern geregelt ist.
Fazit: Globale Logistik-Story als Ergänzung zum Deutschland-Depot
Die Goodman Group ist kein spekulativer Turnaround-Wert, sondern ein etablierter, globaler Immobilien- und Logistikplayer, der von mehreren strukturellen Trends profitiert: E-Commerce, Urbanisierung, Supply-Chain-Neuordnung und wachsende Infrastruktur-Anforderungen für die digitale Wirtschaft.
Für deutsche Anleger, die bisher stark auf heimische Wohn- oder Büroimmobilien gesetzt haben, kann Goodman eine strategische Ergänzung sein – mit klar anderer Risikostruktur und globaler Streuung. Zugleich ist die Aktie kein Schnäppchen: Die hohe Qualität ist im Preis teilweise eingearbeitet, was Disziplin beim Einstiegszeitpunkt und ein nüchternes Erwartungsmanagement verlangt.
Wer die Story spielen will, sollte:
- das Zinsumfeld und die globale Konjunktur im Blick behalten,
- die Entwicklung von Logistikmieten und Auslastung in den Kernmärkten verfolgen,
- und die Fortschritte bei Projekten rund um Rechenzentren und Infrastruktur beobachten.
Dann kann die Goodman Group – richtig eingeordnet – im deutschen Depot genau jene Lücke schließen, die klassische DAX-Immobilienwerte nicht füllen: globale Logistik und Infrastruktur mit strukturellem Rückenwind.
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