Goldpreis, Spot-Gold

Goldpreis stabilisiert sich bei über 4.670 US-Dollar: Erholung nach Rückgang durch US-Dollar-Stärke und Iran-Pause

06.04.2026 - 17:47:57 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Goldpreis erholt sich leicht auf rund 4.670-4.691 US-Dollar pro Unze nach jüngsten Verlusten. Ein schwächerer US-Dollar und anhaltende geopolitische Spannungen um Iran stützen das Edelmetall, während Experten langfristig Rekordprognosen sehen.

Goldpreis, Spot-Gold, Goldmarkt - Foto: THN

Der Spot-Goldpreis hat sich nach leichten Verlusten stabilisiert und bewegt sich derzeit um die 4.670 US-Dollar pro Feinunze. Diese Erholung folgt auf einen Rückgang, der durch einen stärkeren US-Dollar und erste Beruhigungssignale in der geopolitischen Lage um Iran ausgelöst wurde. Für europäische Investoren bleibt Gold als sicherer Hafen relevant, insbesondere vor dem Hintergrund unsicherer Zinsentwicklungen bei Fed und EZB.

Stand: Montag, 6. April 2026, 17:47 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Aktuelle Kursentwicklung im Spot- und Futures-Markt

Im Spot-Goldmarkt notiert das Edelmetall aktuell bei etwa 4.670 US-Dollar pro Unze, nach einer Erholung von leichten Verlusten in den letzten 24 Stunden. Bis 10:40 GMT (12:40 MESZ) stieg der Spot-Preis um 0,35 Prozent auf 4.691,86 US-Dollar, nachdem er zuvor um rund 1 Prozent gefallen war. Die US-Gold-Futures für die Juni-Lieferung an der COMEX kletterten stärker um 0,83 Prozent auf 4.718,20 US-Dollar pro Unze. Diese Differenz zwischen Spot und Futures unterstreicht die typische Prämie in den Terminkontrakten, die durch Rollkosten und Positionierungen entsteht. Der breitere Goldmarkt zeigt somit eine Stabilisierung, während europäische Märkte am Ostermontag teilweise geschlossen waren und den Handel dünn hielten.

Treiber: Schwächerer US-Dollar und geopolitische Unsicherheiten

Der leichte Aufschwung resultiert primär aus einem nachgebenden US-Dollar-Index, der um 0,2 Prozent sank. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer mit anderen Währungen günstiger und erhöht die Nachfrage. Gleichzeitig dämpfen Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Konflikt zwischen USA, Israel und Iran die Ölpreise, die um mehr als 1 Prozent auf unter 107 US-Dollar pro Barrel fielen. Niedrigere Ölpreise mindern Inflationsdruck, was Zinssenkungserwartungen bei der Fed stärkt – ein klassischer positiver Faktor für Gold als unverzinstes Asset. Dennoch bleibt die geopolitische Lage angespannt: US-Präsident Donald Trump hat geplante Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur bis zum 6. April verlängert, was die nächsten 48 Stunden als kritisch markiert. Solche Entwicklungen treiben typischerweise Safe-Haven-Nachfrage nach Gold.

Langfristige Prognosen trotz kurzfristigem Druck

Trotz des jüngsten Rückgangs auf 4.676,43 US-Dollar (Stand 4. April) halten Experten an bullischen Ausblicken fest. Ed Yardeni prognostiziert bis 2030 sogar 10.000 US-Dollar pro Unze, revidierte jedoch seine kurzfristige Einschätzung nach unten. Seine angepasste Jahresendprognose von 5.000 US-Dollar liegt immerhin 5 Prozent über dem aktuellen Niveau. Justin Lin von Global X ETFs sieht Potenzial für 6.000 US-Dollar bis Ende 2026, basierend auf Zentralbanknachfrage und asiatischen ETF-Zuflüssen, unabhängig von kriegsbedingten Risiken. Eine Bank erwartet eine Rückkehr auf 5.375 US-Dollar in den nächsten drei Monaten, mit Support bei 4.100 US-Dollar. Diese Einschätzungen beruhen auf anhaltenden geopolitischen Risiken, hoher Zentralbanknachfrage und einem potenziell schwächeren Dollar durch Fed-Zinssenkungen.

Charttechnische Analyse und Unterstützungen

Charttechnisch bleibt Gold im 4-Stunden-Chart chancenreich, solange es über der SMA20 bei 4.646,40 US-Dollar hält. Die abgelaufene Woche schloss bei 4.674,80 US-Dollar mit deutlicher Erholung. Im Tageschart ist das Bild neutral, doch ein Durchbruch über SMA20 bei 4.743,20 US-Dollar und SMA50 bei 4.937,80 US-Dollar könnte weitere Aufwärtsdynamik auslösen. Sollte der Kurs unter zentrale Retracements rutschen, rückt die Unterseite in den Fokus. Für die Woche KW 15/2026 gilt die Prognose als seitwärts bis leicht aufwärts, abhängig von Widerständen und Unterstützungen.

Einfluss auf europäische und DACH-Investoren

Für Investoren in Europa und der DACH-Region wirkt sich der starke Goldpreis in US-Dollar direkt auf Euro-Preise aus. Bei aktuellem Wechselkurs von rund 1,10 USD/EUR entspricht 4.670 US-Dollar etwa 4.245 Euro pro Unze. Dies stärkt die Attraktivität physischer Barren und Münzen, wie Degussa-Preise zeigen: Ein 1000-Gramm-Barren kostet um 126.290 Euro. Die EZB-Politik spielt hier eine Rolle – anhaltend hohe Inflation in der Eurozone könnte Zinssenkungen verzögern, was Gold kurzfristig belastet, langfristig aber durch Unsicherheit stützt. Deutsche Sparer sehen in Gold zudem einen Schutz vor Währungsrisiken und geopolitischen Schocks, wie der Iran-Krise.

Zentralbanken und ETF-Flows als Stütze

Strukturelle Nachfrage von Zentralbanken in Schwellenländern bleibt ein Kernstützer. Experten erwarten nach dem Ausverkauf höhere Käufe, um den Preis zu stabilisieren. Asiatische Gold-ETFs zeigen nachhaltige Zuflüsse, unabhängig von kurzfristigen Schwankungen. Diese Flows kompensieren oft spekulative Verkäufe. Im Gegensatz dazu wirken höhere US-Zinsen derzeit dämpfend, da Gold keine Rendite abwirft. Eine Fed-Senkung, erwartet durch Märkte, würde dies umkehren und den Dollar schwächen.

Risiken und nächste Katalysatoren

Kurze Frist birgt Risiken durch anhaltende Dollar-Stärke oder eine schnelle Deeskalation im Iran-Konflikt, was Ölpreise und Inflation dämpft. Längerfristig überwiegen bullische Faktoren wie anhaltende Defizite, Zentralbankkäufe und globale Unsicherheiten. Nächste Katalysatoren: Fed-Protokolle, US-Arbeitsmarktdaten und Entwicklungen um Iran bis Dienstagende. Technische Supports bei 4.646 US-Dollar sind entscheidend.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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