Goldpreis, LBMA

Goldpreis LBMA: $4.546-Unterstützung unter Druck

30.04.2026 - 08:27:38 | boerse-global.de

Gold fällt auf 4.540 Dollar und nähert sich kritischer Marke. Ölpreisschock und Zinsängste belasten den Markt.

Goldpreis LBMA: $4.546-Unterstützung unter Druck - Foto: über boerse-global.de
Goldpreis LBMA: $4.546-Unterstützung unter Druck - Foto: über boerse-global.de

Im ersten Quartal jagte der Goldpreis noch von Rekord zu Rekord. Jetzt dominiert der Verkaufsdruck. Das Edelmetall verzeichnet die dritte Verlustsitzung in Folge und rutscht in Richtung 4.540 US-Dollar pro Unze. Ein Mix aus geopolitischen Schocks und Zinsängsten treibt Investoren aus dem Markt.

Öl-Schock bremst Zinshoffnungen

Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus blockiert rund ein Fünftel der globalen Ölströme. Die Internationale Energieagentur spricht vom größten Versorgungsschock der Geschichte. Die Folge: Energiepreise steigen rasant. Das heizt die Inflationssorgen massiv an.

Für das zinslose Edelmetall ist diese Entwicklung toxisch. Marktteilnehmer preisen Zinssenkungen rasant aus. Die Wahrscheinlichkeit für baldige Lockerungen fiel innerhalb einer Woche von 45 auf 27 Prozent. Das treibt die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben und stärkt den Dollar. Gold verliert dadurch an Attraktivität.

Das CME FedWatch-Tool zeigt eine fast hundertprozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause. Demnach hält die Notenbank die Zinsen vorerst auf dem Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent.

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ETFs bluten aus, Zentralbanken kaufen

Hinter den Kulissen zeigt sich eine tiefe Spaltung der Käufer. Physische Anleger und Zentralbanken griffen im ersten Quartal massiv zu. Letztere erwarben 244 Tonnen des Edelmetalls. Westliche Finanzinvestoren ziehen sich indes im großen Stil zurück.

Allein im März flossen über 12,7 Milliarden US-Dollar aus nordamerikanischen Gold-ETFs ab. Das markiert den stärksten monatlichen Abfluss der vergangenen fünf Jahre. Technischer Verkaufsdruck überwiegt derzeit das eigentlich stützende fundamentale Umfeld.

Blick auf die Charttechnik

Der jüngste Preisrutsch von rund 100 US-Dollar an einem einzigen Tag hat das Chartbild eingetrübt. Gold kämpft aktuell an der kritischen Unterstützungsmarke von 4.546 US-Dollar. Die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte bilden ein sogenanntes Death Cross. Verkäufer dominieren klar das Geschehen.

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Fällt der Preis unter dieses Level, rückt der langfristige Durchschnitt in den Fokus. Dieser verläuft aktuell bei rund 4.200 US-Dollar. Er diente seit Herbst 2025 als verlässliche Grenze zwischen Bullen- und Bärenmarkt.

Die Richtung für die kommenden Tage entscheidet sich heute. Am Nachmittag veröffentlichen die USA die BIP-Daten für das erste Quartal. Fällt das Wachstum schwächer aus als erwartet, könnte das Rezessionssorgen wecken und den Goldpreis stützen. Ein starkes Quartalsergebnis würde hingegen die harte Linie der US-Notenbank bestätigen und die aktuelle Korrekturphase verlängern.

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