Goldpreis, Iran-Krieg

Goldpreis crasht um 6 Prozent: Iran-Krieg dreht Safe-Haven-Narrativ um – Jahresgewinne weg

23.03.2026 - 09:12:18 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Goldpreis fällt am 23. März 2026 auf unter 4.300 USD, nach 6 Prozent Minus in 24 Stunden. Trotz Iran-Eskalation drücken hohe Energiepreise, steigende reale Renditen und Liquiditätsverkäufe. Für DACH-Investoren: Warum der Euro-Goldpreis jetzt unter 3.700 EUR liegt und was das für Portfolios bedeutet.

Goldpreis,  Iran-Krieg,  Spot-Gold - Foto: THN
Goldpreis, Iran-Krieg, Spot-Gold - Foto: THN

Der Goldpreis startet die Woche mit einem dramatischen Einbruch von rund 6 Prozent auf 4.207 USD pro Feinunze. Dieses Minus löscht alle Jahresgewinne aus und markiert den stärksten Tagesverfall seit Jahren. Im Zentrum: Die Eskalation im Iran-Krieg, die statt Safe-Haven-Nachfrage zu massiven Verkäufen führt.

Bestätigte Fakten: Am Montagmorgen 8 Uhr notiert Spot-Gold bei 4.207 USD oder 3.648 EUR, nach einem Rückgang von 6,5 Prozent zum Vortag. Silber bricht um 7,8 Prozent auf 62,65 USD ein. Seit dem Jahreshoch von 5.598 USD im Januar sind das Verluste von über 23 Prozent.

Stand: 23. März 2026

Dr. Markus Goldmann, Edelmetall-Analyst und Makro-Experte. Spezialist für geopolitische Risiken und Goldmärkte in Europa.

Iran-Krieg als Trigger: Von Rally zu Crash

Der Iran-Krieg, der Anfang März eskalierte, hat den Goldpreis zunächst auf 5.420 USD getrieben. Doch neue Drohungen von Donald Trump gegen iranische Energieinfrastruktur am Wochenende kehren das Narrativ um. Statt Zuflucht wirken Edelmetalle nun wie risikoreiche Assets in einem Risk-off-Umfeld.

Warum jetzt? Hohe Ölpreise durch Kriegsrisiken – Brent ist seit Kriegsbeginn um 64 Prozent gestiegen – befeuern Inflationsängste. Das macht Zinssenkungen der Fed unwahrscheinlich und treibt reale Renditen in die Höhe. Gold, das keine Zinsen zahlt, leidet direkt darunter.

Für Spot-Gold konkret: Der Preis bricht unter die 200-Tage-EMA und das Unterstützungsniveau bei 4.330 USD. Charttechnisch reaktiviert sich der Abwärtstrend seit dem Januar-Hoch.

Marktdruck verstärkt den Einbruch

Neben Geopolitik sorgen Liquiditätsverkäufe für zusätzlichen Abwärtsdruck. Private-Equity-Fonds und Anlagegesellschaften räumen Gold-Positionen, um Abflüsse zu bedienen. Dieses Phänomen ist seit Wochen im Gange und beschleunigt den Crash.

Die vergangene Woche war bereits katastrophal: Gold minus 10 Prozent auf 4.497 USD am Freitag. Silber verlor 16 Prozent. Der Montag verstärkt diesen Trend – Goldpreis aktuell der schwächste seit 15 Jahren wöchentlich.

In Zahlen: Jahresperformance nun minus 3,7 Prozent. Silber minus 16 Prozent. Der Euro-Goldpreis fällt parallel auf 3.648 EUR, was physische Käufer in Deutschland und der Schweiz hart trifft.

Warum kein Safe Haven mehr?

Typischerweise steigt Gold in Krisen als sicherer Hafen. Hier nicht: Der Iran-Krieg erhöht Energiepreise, stärkt den US-Dollar und drückt reale Renditen nach oben. Interpretation: Safe-Haven-Demand wird von makroökonomischen Faktoren überlagert.

Bestätigt durch Quellen: Seit Kriegsstart verlor Gold 18 Prozent, trotz anfänglicher Rally. Hohe Zinsen belasten nicht-zinstragende Assets wie Spot-Gold und COMEX-Futures gleichermaßen.

Für DACH-Investoren relevant: Der starke Dollar macht Gold in Euro teurer, aber der Preisverfall kompensiert das. Dennoch: Inflation in der Eurozone könnte durch Ölpreise steigen, ECB-Zinssenkungen rücken in Ferne.

Implikationen für Spot-Gold und Futures

Spot-Gold und COMEX-Gold-Futures bewegen sich synchron: Beide unter 4.300 USD. Wichtige Verfallstermine Donnerstag/Freitag an der COMEX könnten Volatilität erhöhen. Bodenbildung möglich um 4.100 USD, aber abhängig von Aktien- und Anlehemärkten.

ETF-Flows: Keine frischen Daten zu Abflüssen, aber Liquiditätsdruck deutet auf Verkäufe hin. Zentralbanken kaufen weiter, doch das ist strukturell und dämpft den Crash nicht kurzfristig.

DACH-Perspektive: Schweizer Goldmarkt spürt physische Verkäufe. In Deutschland und Österreich sinkt der Goldpreis in Euro, was Einstiegschancen bietet – aber Risiko weiterer Eskalation bleibt.

Risiken und Katalysatoren vor uns

Kurze Liste der nächsten Trigger:

  • Chicago Fed National Activity Index heute: Schwache Daten könnten Risk-off verstärken.
  • Eurozone-Verbrauchervertrauen: Unterstützt ECB-Politik.
  • Weitere Iran-Entwicklungen: Eskalation könnte Öl über 100 USD treiben.
  • COMEX-Verfälle: Positionierungswechsel möglich.

Interpretation: Solange reale Renditen steigen und Dollar stark bleibt, bleibt Gold unter Druck. Umkehrung nur bei Deeskalation oder Rezessionsängsten.

Ausblick für europäische Investoren

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der Crash löscht Gewinne, birgt aber Chancen. Physisches Gold oder ETCs könnten bei Bodenbildung attraktiv sein. Achten Sie auf Euro-Preis: Unter 3.700 EUR ein psychologischer Schwellenwert.

Vergleichstabelle: Gold-Performance Kontexte

PeriodeGold-Änderung USDGrund
Letzte 24h-6,5%Iran, Ölpreise
Letzte Woche-10%Liquidität, Zinsen
Seit Hoch Jan-23%Reale Renditen

Warum DACH-spezifisch? Hohe Energieabhängigkeit Europas verstärkt Inflationsdruck. Gold als Hedge gegen ECB-Unsicherheit bleibt relevant, trotz kurzfristigem Schmerz.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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