Goldpreis crasht um 6-9 Prozent: Iran-Krieg treibt Ölpreise, doch Gold verliert Safe-Haven-Status
23.03.2026 - 16:03:55 | ad-hoc-news.deDer Goldpreis startet die Woche dramatisch: Am Montag, den 23. März 2026, rutscht Spot-Gold zeitweise um fast 9 Prozent ab und notiert mittags bei rund 4.250 Dollar pro Unze. Das ist der neunte Rückgang in Folge und löscht alle Zugewinne seit Jahresbeginn.
Stand: 23. März 2026
Dr. Lukas Meier, Edelmetall-Analyst und Makro-Stratege. Spezialist für Goldmärkte in unsicheren Zeiten.
Iran-Krieg blockiert Hormus-Straße - Ölpreis explodiert, Gold ignoriert
Der Ausbruch des Iran-Kriegs hat die Straße von Hormus, Nadelöhr für 20 Prozent des globalen Öls, weitgehend blockiert. US-Präsident Trump drohte am Wochenende mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, falls die Meerenge nicht freigegeben wird. Die Revolutionsgarde konterte mit Schließungsdrohungen. Ölpreis Brent schoss früh auf über 120 Dollar, korrigierte dann auf 100 Dollar.
Diese Eskalation gilt als klassischer Safe-Haven-Trigger für Gold. Doch der Spot-Gold-Preis reagiert konträr: Von über 5.400 Dollar nach Kriegsbeginn verlor er 18 Prozent. Aktuell bei 4.427 Dollar (9:20 ET), minus 7 Dollar zum Vortag, aber minus 6 Prozent intraday laut Schweizer Berichten.
Fakt: Geopolitik dominiert Energie, nicht mehr Edelmetalle. Anleger rotieren in Cash oder andere Assets.
Warum Gold trotz Krise fällt: Zinsdruck und Dollar überwiegen
Bestätigte Fakten: Goldpreis unter 4.400 Dollar zum Wochenstart. Feinunze bei 4.300 Dollar früh, minus 4 Prozent zum Freitag. Seit Januar-Rekord von 5.600 Dollar sind 23 Prozent Verlust.
Gründe getrennt: Erstens, starker US-Dollar durch Fed-Hawkishness. Reale Renditen steigen, da Nominalzinsen trotz Inflation höher laufen. Gold als nullrentiges Asset leidet direkt.
Zweitens, Liquiditätsabzug. Börsen crashen - SMI minus 1,3 Prozent auf 13.834 Punkte, DAX minus 0,8 Prozent. Anleger verkaufen Gold, um Margin Calls in Aktien oder Futures zu decken.
Drittens, Ölpanik lenkt ab. Hohe Energiepreise pushen Inflation, aber kurzfristig Risiko-Off-Stimmung ohne Gold-Flucht.
COMEX-Futures und Spot-Gold: Backwardation signalisiert Stress
Auf COMEX notieren Gold-Futures bei 4.376 Dollar, minus 2,18 Prozent. Spread zu Spot eng, Markt liquid, aber volatil. Backwardation droht, wenn Futures unter Spot fallen - typisch in Krisen mit physischer Nachfrage.
Kein ETF-Flow-Daten heute, aber vergangene Wochen zeigten Abflüsse bei Risiko-Rallyes. Zentralbanken kaufen strukturell, doch täglicher Preisdruck ignoriert das.
Für physisches Gold: Schweizer Raffinerien melden stabile Importe, aber Preisdip nutzen Händler für Einkäufe.
DACH-Perspektive: SMI-Luxuswerte bluten, Gold als Hedge enttäuscht
In der Schweiz crasht der SMI um 3 Prozent mittags, Schlusstand minus 1,3 Prozent. Richemont minus 5,8 Prozent, Swatch minus 6,5 Prozent - Luxus leidet unter geopolitischer Unsicherheit und Reisenstörungen. Flughafen Zürich minus 3,3 Prozent.
Deutsche DAX erholt sich auf minus 0,8 Prozent. Österreichische ATX ähnlich betroffen. Für DACH-Investoren: Gold-ETCs wie Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0) fallen mit, bieten aber physische Deckung.
ECB-Kontext: Euro schwach vs. Dollar, reale Renditen in Europa negativ, doch Gold-Druck global. Inflation durch Öl steigt - langfristig Gold-freundlich, kurzfristig Verkaufsdruck.
Sentiment und technische Analyse: Bären übernehmen
Markt-Sentiment: Bären dominieren. Gold unter 4.400 Dollar signalisiert Schwäche. Seit Hoch 5.600 Dollar (Ende Januar) 23 Prozent minus. Silber crasht härter, minus 50 Prozent seit Rekord.
Technisch: Unter 4.300 Dollar droht Test von 4.000 Dollar. RSI oversold, aber Momentum nach unten. Volatilität hoch, VIX-Äquivalent für Gold steigt.
Soziale Medien: X und Reddit diskutieren Iran-Risiken, doch Fokus auf Öl und Aktien. Wenig Gold-Bullishness.
Risiken und Chancen: Dip-Kauf oder weiterer Fall?
Kurze Sicht: Weiterer Druck durch Fed-Minutes heute Abend. Hawkish-Ton könnte Dollar pushen, Gold auf 4.100 Dollar drücken.
Mittelfristig: Iran-Eskalation könnte Safe-Haven reaktivieren. Physische Nachfrage aus Asien stabil, Zentralbanken (China, Indien) kaufen monatlich Tonnen.
Risiken: Liquidationen in Mining-ETFs, Hebel-Positionen auf COMEX. Chancen: ECB-Senkungswarten in Eurozone boostet Gold vs. Euro.
Für DACH: Schweizer Goldmarkt (Zürich) sieht Preisdip als Einstiegschance für physisches Bullion. Steuervorteile in CH und AT relevant.
Ausblick: Was treibt Gold nächste 72 Stunden?
Nächste Katalysatoren: US-Daten (PMI, Jobless Claims) morgen. Ölpreis-Entwicklung entscheidend - bei 120 Dollar Return above 4.500 Dollar möglich.
Strategie: Positionieren unter 4.300 Dollar für Rebound. Vermeiden von Futures-Hebel bei Volatilität. DACH-Investoren: Diversifizieren mit Silber/Platin, aber Gold-Kern behalten.
Langfristig: Strukturelle Käufe (ZBs) und Inflation sichern Boden bei 4.000 Dollar.
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