Goldman Sachs Aktie: Ruemmler-Affäre eskaliert
11.06.2026 - 12:38:14 | boerse-global.de
Der Rücktritt einer Führungskraft ist das eine. Der Versuch, sie als Beraterin zu halten, das andere — und genau diese Entscheidung von CEO David Solomon zieht nun politisches Feuer auf Goldman Sachs.
Politischer Druck aus Washington
US-Senatorin Elizabeth Warren und Repräsentant Raja Krishnamoorthi haben in einem Brief an Solomon ernste Bedenken formuliert. Auslöser: Berichte, wonach Solomon die scheidende Chefjuristin Kathy Ruemmler nach ihrem Rücktritt als Beraterin im Haus halten will. Ruemmler hatte ihre Position 2026 nach dem Bekanntwerden von DOJ-Dokumenten geräumt, die ihre Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegten — darunter angenommene Geschenke und Medienberatung für Epstein. Ihr Abgang wird zum 30. Juni wirksam.
Die Abgeordneten stellen Solomons Urteilsvermögen grundsätzlich infrage. "Die Informationen werfen ernsthafte Fragen dazu auf, ob Goldman Sachs beim Amtsantritt von Ruemmler keine angemessene Sorgfalt walten ließ — und stellen nun Ihre Fähigkeit in Frage, eine der größten Banken der USA weiter zu führen", heißt es in dem Schreiben. Die Gesetzgeber verlangen bis zum 26. Juni Antworten: Was wusste Goldman vor ihrer Ernennung? Hat Solomon sie aktiv gedrängt zu bleiben? Und welche Rolle und Vergütung wäre für sie als Beraterin vorgesehen?
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Imageproblem in einer heiklen Debatte
Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Solomon hatte im Februar gegenüber CNBC erklärt, er habe Ruemmlers Rücktritt "widerwillig" akzeptiert. Dass er nun offenbar über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nachdenkt, liefert der wachsenden politischen und öffentlichen Diskussion rund um die Verbindungen großer Finanzinstitute zu Epstein weiteren Stoff.
Ruemmler war eine der ranghöchsten Führungskräfte an der Wall Street — ihr Abgang gilt als der prominenteste im Umfeld der Epstein-Dokumentenveröffentlichung. Für Goldman ist die Episode ein Reputationsrisiko, das sich schwer eingrenzen lässt: Je länger der Name Ruemmler mit dem Institut verbunden bleibt, desto mehr rückt die Frage nach der internen Kontrollkultur in den Vordergrund.
Bis zum 26. Juni muss Solomon antworten — eine Frist, die dem Thema politische Halbwertszeit verschafft und garantiert, dass der Druck vorerst anhält.
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