Gmail beendet POP3-Unterstützung und Gmailify
20.02.2026 - 23:48:48 | boerse-global.deGoogle schaltet zwei zentrale Funktionen ab, die es erlaubten, externe E-Mail-Konten in Gmail zu verwalten. Betroffen sind der POP3-Abruf und der Gmailify-Dienst. Der Schritt soll die Sicherheit erhen, zwingt aber Millionen Nutzer zum Umstieg.
Die Abschaltung erfolgt gestaffelt über das Jahr 2026 und betrifft sowohl private Nutzer als auch Google-Workspace-Kunden. Bereits importierte Nachrichten bleiben erhalten, doch der Abruf neuer E-Mails von verknüpften Konten wie Yahoo oder Outlook wird komplett eingestellt. Google begründet den Schritt mit veralteten Sicherheitsstandards des POP3-Protokolls.
Google setzt auf einen zweistufigen Fahrplan. Ab dem ersten Quartal 2026 können keine neuen POP3-Verbindungen zu Drittanbieter-Konten mehr eingerichtet werden. Bestehende Nutzer erhalten eine Übergangsfrist. Später im Jahr werden die Dienste dann für alle vollständig abgeschaltet. Ein genaues Enddatum nannte der Konzern noch nicht.
Nutzer sehen bereits jetzt Warnhinweise in ihrem Gmail-Interface. Der geplante Stopp ist Teil einer langfristigen Strategie, veraltete Technologien zugunsten moderner Authentifizierungsmethoden auszumustern.
Was genau fällt weg?
Die beiden betroffenen Funktionen dienten dazu, mehrere Postfächer in Gmail zu bündeln. ?E-Mails von anderen Konten abrufen? nutzte das POP3-Protokoll aus den 1980er Jahren, um Nachrichten von externen Servern in den Gmail-Posteingang zu laden.
Gmailify, 2016 eingeführt, bot eine tiefere Integration. Es verlieh externen Konten fortschrittliche Gmail-Features wie den mächtigen Spam-Schutz und die intelligente Postfach-Sortierung ? ohne die ursprüngliche E-Mail-Adresse zu ändern. Künftig wird die Web-Version von Gmail nicht mehr als Abruf-Client für diese externen Postfächer dienen.
Sicherheit als treibende Kraft
Die zentrale Begründung für die Abschaltung ist der Schutz der Nutzer. Das POP3-Protokoll gilt als veraltet und hat inhärente Sicherheitslücken. So können Benutzernamen und Passwörter im Klartext übertragen werden, wenn die Verbindung nicht ausreichend gesichert ist.
Der Schritt ist konsistent mit Googles mehrjähriger Initiative gegen ?weniger sichere Apps? (Less Secure Apps). Dabei wurde die einfache Passwort-Authentifizierung für Drittanbieter-Apps zugunsten des OAuth-Standards ausgemustert. Das Ende von POP3-Abruf und Gmailify ist der nächste logische Schritt in dieser Sicherheitsoffensive.
Alternativen für betroffene Nutzer
Für Privatpersonen und Unternehmen, die Gmail als zentrale Schaltstelle nutzen, bedeutet dies eine Umstellung. Google empfiehlt mehrere Wege:
- Automatische Weiterleitung: Nutzer sollten sich in ihren Drittanbieter-Konten (z.B. Yahoo, Outlook) einloggen und eine automatische Weiterleitung an ihre Gmail-Adresse einrichten. So landen alle neuen Nachrichten weiterhin im Gmail-Posteingang.
- Gmail Mobile App: Die Änderungen betreffen primär die Web-Version. In der Gmail-App für Android und iOS lassen sich externe Konten weiterhin hinzufügen. Hier kommt das modernere und sicherere IMAP-Protokoll zum Einsatz.
- Dedizierte E-Mail-Clients: Für Nutzer mit vielen Konten kann der Wechsel zu einem Desktop-Client wie Microsoft Outlook oder Thunderbird sinnvoll sein. Diese können über IMAP mit mehreren Diensten verbunden werden.
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Branchentrend weg von veralteten Protokollen
Googles Entscheidung spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Während POP3 ein Grundpfeiler des frühen Internets war, ist sein Design nicht für die Sicherheitsherausforderungen der heutigen Zeit gemacht. Die Industrie setzt längst auf IMAP und proprietäre APIs mit OAuth, die mehr Sicherheit und eine bessere Synchronisierung über Geräte hinweg bieten.
Der Schritt vereinfacht die Rolle von Gmail: weg vom universellen Aggregator für veraltete Systeme, hin zu einem sicheren, leistungsstarken Dienst. Die Betonung der Mobil-App unterstreicht zudem den Mobile-First-Ansatz der Produktentwicklung.
Nutzer der betroffenen Funktionen sollten proaktiv auf eine der Alternativen umsteigen, um einen Unterbruch ihres E-Mail-Dienstes zu vermeiden. Die Einrichtung einer automatischen Weiterleitung ist ein unkomplizierter Prozess. Das Ende von POP3 und Gmailify ist ein klares Signal: Legacy-Kompatibilität wird nicht auf Kosten der Nutzersicherheit aufrechterhalten.
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