GlobalFoundries übernimmt Synopsys-ARC-Prozessor-Sparte
15.01.2026 - 06:39:12GlobalFoundries stärkt seine Chip-IP-Strategie durch die milliardenschwere Übernahme der ARC-Prozessor-Sparte von Synopsys. Der Deal soll die Entwicklung von KI-Chips für den Alltagseinsatz beschleunigen.
Die Übernahme umfasst das gesamte ARC-Prozessor-Portfolio – inklusive der RISC-V-basierten ARC-V-CPUs, klassischer ARC-Cores, DSPs und neuronaler NPU-Einheiten. Auch die zugehörigen Software-Entwicklungstools gehen an GF. All diese Assets sollen in die erst 2025 übernommene MIPS-Tochter integriert werden.
Für GlobalFoundries ist dies ein strategischer Schritt weg vom reinen Auftragsfertiger hin zum ganzheitlichen Lösungsanbieter. „Wir senken die Einstiegshürden für Kunden, die KI-Geräte für die physische Welt entwickeln“, erklärt das Unternehmen. Gemeint sind Wearables, Roboter und intelligente Consumer Electronics.
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Für Synopsys ist der Verkauf eine Portfoliobereinigung. Das Unternehmen will sich verstärkt auf sein profitables Grundlagen-IP-Geschäft konzentrieren – darunter Logik-Bibliotheken, Speicher- und Schnittstellen-IP für USB oder PCIe. Die Transaktion sei für das Gesamtgeschäft nicht wesentlich, so Synopsys. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.
Bereits im Dezember 2025 hatte der Synopsys-CEO signalisiert, dass 2026 ein Übergangsjahr für das IP-Geschäft werde. Der Fokus liege auf essenzieller Interconnect- und Foundation-IP.
RISC-V bekommt mächtigen Player
Die Konsolidierung hat weitreichende Folgen für den Halbleitermarkt, besonders für die offene RISC-V-Architektur. Durch die Fusion von MIPS’ RISC-V-Aktivitäten mit dem etablierten ARC-V-Ökosystem entsteht ein starker Mitbewerber in einem bisher von wenigen dominierten Markt.
Chipdesigner erhalten eine attraktive Alternative: lizenzierbare Prozessor-Kerne direkt vom Foundry, der auch die Fertigung übernimmt. Analysten sehen darin eine geschickte Kundenbindungsstrategie. GF schaffe eine „IP + Tools“-Einstiegsrampe, die natürlicherweise zu seinen Fertigungsdienstleistungen führe.
Nahtloser Übergang für Kunden versprochen
Beide Unternehmen betonen, dass der Übergang für bestehende ARC-Kunden und Partner nahtlos verlaufen soll. Support und Services bleiben unverändert. Der Deal unterliegt noch den üblichen Schlussbedingungen und regulatorischen Genehmigungen. Die Fertigstellung wird für die zweite Hälfte 2026 erwartet. Bis dahin operiert das ARC-Geschäft weiter als Teil von Synopsys.
Die Strategie zielt klar auf den wachsenden Markt für Edge-KI und das Internet der Dinge. Durch die enge Verzahnung von Prozessor-IP, Software-Tools und Fertigungs-Know-how will GF die Entwicklung kostengünstiger, intelligenter Chips für Alltagsgeräte beschleunigen.
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