Glencore, Aktie

Glencore Aktie: Umbaupläne

04.02.2026 - 10:54:33

Glencore verhandelt Teilverkauf von Kongo-Minen im Wert von 9 Mrd. Dollar, während in Kanada ein 300-Mio.-Dollar-Projekt wegen Umweltauflagen pausiert. Die Aktie zeigt sich robust.

Glencore zieht gleich an zwei Stellschrauben – und beide haben Sprengkraft für die künftige Kapitalallokation. In Afrika könnte ein Teilverkauf Milliarden freisetzen, in Kanada bremst ein Regulierungsstreit Investitionen aus. Wie gut gelingt es dem Konzern, Risiko zu teilen, ohne wichtige Ertragsquellen zu schwächen?

Kongo-Deal: 40% der Minen im Fokus

Im Zentrum steht eine unverbindliche Absichtserklärung (MoU) mit dem Orion Critical Mineral Consortium (Orion CMC). Verhandelt wird der Verkauf von 40% an den Kongo-Assets Mutanda Mining und Kamoto Copper Company. Laut Glencore impliziert die mögliche Transaktion einen kombinierten Unternehmenswert von rund 9 Mrd. US-Dollar für beide Minen. Abschließend ist der Schritt noch nicht: Due Diligence und weitere Prüfungen stehen aus.

Für Glencore sind damit zwei Effekte verbunden: Erstens würde der Konzern Kapital freisetzen. Zweitens könnte die Einbindung eines US-gestützten Partners helfen, operatives und geopolitisches Risiko in der Region breiter zu verteilen. Zum Konsortium zählt Unterstützung durch die US-Behörde International Development Finance Corporation.

Wichtige Fakten auf einen Blick:
– MoU über 40%-Teilverkauf der Kongo-Minen Mutanda und KCC
– Implizierter Gesamtwert der beiden Assets: ~9 Mrd. US-Dollar
– Deal steht unter Vorbehalt (Due Diligence)
– Zielrichtung: Kapitalfreisetzung und Risikoteilung durch Partnerstruktur

Quebec: 300 Mio. Dollar vorerst gestoppt

Ganz anders das Bild in Kanada. Glencore Canada setzt eine geplante Investition von 300 Mio. US-Dollar in die Horne-Hütte (Rouyn-Noranda, Quebec) aus. Das war ein Baustein eines größeren 1-Mrd.-US-Dollar-Programms über fünf Jahre. Der Grund: fehlende Planungssicherheit bei künftigen Umweltauflagen.

Konkret geht es um Arsen-Grenzwerte. Glencore will die Emissionen bis 2027 auf 15 ng/m³ senken (von 39,1 ng/m³ im Jahr 2024). Die Provinz diskutiert jedoch einen deutlich strengeren Standard von 3 ng/m³. Das Management warnt: Ohne Einigung könnte der Betrieb der Anlage mit rund 1.000 Mitarbeitern ab März 2027 gefährdet sein.

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Kursbild: Robust, aber nicht ohne Haken

An der Börse wirkt der Titel trotz der Gemengelage stabil. Der Schlusskurs von gestern (Dienstag) lag bei 5,92 €. Auf 12 Monate steht ein Plus von 40,59%, zugleich notiert die Aktie rund 9,91% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 6,57 € (15.01.2026). Auffällig: Der RSI (14 Tage) bei 34,0 signalisiert eher eine schwächere kurzfristige Dynamik, während der Kurs über dem 50‑Tage‑Durchschnitt (5,32 €) liegt.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten die Papiere durch anhaltende Spekulationen um eine mögliche Annäherung zwischen Rio Tinto und Glencore. Laut Berichtslage läuft am 5. Februar eine Frist für potenzielle Gespräche aus; genannt werden dabei Größenordnungen von über 200 Mrd. US-Dollar.

Unterm Strich setzt Glencore heute auf zwei Linien: Wertrealisierung und Risikoteilung im Kongo – und gleichzeitig Investitionsdisziplin in Quebec, solange die Umweltauflagen nicht geklärt sind. Der nächste konkrete Termin im Nachrichtenfluss ist morgen, der 5. Februar, wenn die genannte Frist rund um mögliche Gespräche ausläuft.

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