GitHub, Notbremse

GitHub erwägt Notbremse gegen KI-Code-Flut

05.02.2026 - 05:03:12

GitHub erwägt drastische Maßnahmen wie einen Kill-Switch, um Open-Source-Maintainer vor einer Flut minderwertiger KI-Codebeiträge zu schützen. Die EU-KI-Verordnung erhöht den Druck für Lösungen.

GitHub denkt über einen „Kill-Switch“ nach, um Open-Source-Projekte vor einer Flut minderwertiger KI-Code-Beiträge zu schützen. Der Schritt kommt als Reaktion auf überlastete Entwickler und neue EU-Regularien.

KI-Assistenten erzeugen Tsunami an Spam-Code

Die zunehmende Nutzung von KI-Code-Generatoren wie GitHub Copilot hat eine unerwünschte Nebenwirkung: Projekte werden mit sinnlosen oder fehlerhaften Vorschlägen überschwemmt. Maintainer verbringen teils 90 Prozent ihrer Zeit damit, diese automatisierten Pull Requests zu prüfen und abzulehnen. Die Belastung führt zu Frust und Burnout in der Community.

„Die Hürde für einen Beitrag ist gesenkt, die Hürde für eine sinnvolle Prüfung aber enorm gestiegen“, beschreibt ein Entwickler das Dilemma. Die Sorge geht über Zeitverschwendung hinaus: KI-generierte Repositories könnten auch zur Verbreitung von Schadcode missbraucht werden.

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Radikaler Vorschlag: Abschaltung der Beitragsfunktion

Als Reaktion auf die Krise lotet GitHub drastische Maßnahmen aus. Produktmanagerin Camilla Moraes skizzierte in einem Blogbeitrag mehrere Optionen. Die radikalste: Ein „Kill-Switch“, mit dem Projektverwalter die Annahme neuer Code-Beiträge komplett abstellen können.

Weitere Ideen sind eine Whitelist für vertrauenswürdige Entwickler oder ein vereinfachter Massenlösch-Button für Spam. Langfristig setzt die Microsoft-Tochter auf intelligente, KI-gestützte Filter, die gute von schlechten Beiträgen unterscheiden sollen. Die Botschaft ist klar: Die Plattform erkennt die Gefahr für das gesamte Open-Source-Ökosystem.

Projekte schützen sich selbst – mit drastischen Verboten

Viele Projekte warten nicht auf GitHubs Lösung. Tools wie curl und das Terminal-Programm Ghostty haben KI-generierte Beiträge bereits stark eingeschränkt oder ganz verboten. Auch große Projekte wie Bitcoin Core und LLVM diskutieren striktere Regeln.

Die Community errichtet eigene Qualitätsbarrieren – von Kennzeichnungspflicht bis zum Totalverbot. Ein klarer Trend: Die Integrität der eigenen Codebase geht vor.

EU-KI-Verordnung erhöht den Druck

Die Debatte findet nicht im luftleeren Raum. Seit August 2024 gilt die EU-KI-Verordnung (AI Act). Sie verlangt Transparenz bei KI-generierten Inhalten und eine Risikobewertung der Systeme.

Für GitHub wird das Spam-Management damit auch eine Compliance-Frage. Die Plattform muss künftig nicht nur die User Experience im Blick haben, sondern auch nachweisen, wie sie mit KI-Inhalten umgeht. Die Regulierung könnte strengere Kontrollen erzwingen.

Offene Frage: Wie rettet man die Open-Source-Kultur?

Die Diskussion markiert einen Wendepunkt. KI-Tools versprechen mehr Produktivität, bedrohen aber gleichzeitig die freiwilligen Maintainer, die das System am Laufen halten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob GitHub eine Balance findet.

Kann die Plattform Innovation fördern, ohne ihre wichtigste Ressource – die menschlichen Experten – zu überfordern? Die Einführung einer Notbremse scheint ein erster, notwendiger Schritt zu sein.

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