GitGuardian, Millionen

GitGuardian sichert sich 50 Millionen Euro für Kampf gegen KI-Angriffe

12.02.2026 - 12:55:11

Der französische Cybersicherheitsspezialist schließt eine Serie-C-Finanzierung ab und richtet seinen Fokus auf den Schutz von Maschinenidentitäten mit fortschrittlichen Täuschungstechnologien.

Frankreichs Cybersecurity-Spezialist GitGuardian erhält frisches Kapital, um täuschend echte digitale Köder gegen Hacker einzusetzen. Der Fokus liegt auf der Sicherung von Maschinen-Identitäten in Zeiten explodierender KI-Nutzung.

Die Bedrohung durch KI-gesteuerte Cyberangriffe wächst rasant. Als Antwort darauf hat das französische Unternehmen GitGuardian, bekannt für die Überwachung von Code-Repositories, eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld soll in die Entwicklung fortschrittlicher Abwehrtechnologien fließen, die speziell nicht-menschliche Identitäten wie KI-Agenten und automatisierten Code schützen.

Serie-C-Finanzierung für Maschinen-Identitäten

Die am Mittwoch bekanntgegebene Serie-C-Runde bringt das gesamte eingesammelte Kapital des 2017 gegründeten Unternehmens auf über 100 Millionen Euro. GitGuardian vollzieht damit eine strategische Wende: weg von der reinen Erkennung geleakter Passwörter im Code, hin zur umfassenden Governance für nicht-menschliche Identitäten.

Der Grund ist einfach: In modernen IT-Landschaften übersteigt die Zahl der Maschinenkonten, API-Schlüssel und Service-Accounts die der menschlichen Nutzer bei Weitem. Herkömmliches Identity and Access Management (IAM) stößt hier an Grenzen. „Das Marktumfeld hat einen Wendepunkt erreicht“, so das Unternehmen. Die neuen Mittel sollen die Plattform erweitern, um speziell KI-Agenten und die Geheimnisse in komplexen Software-Lieferketten zu schützen.

Honeytokens: Der Köder für Hacker

Kern der neuen Strategie ist der aggressive Einsatz sogenannter Honeytokens. Dabei handelt es sich um digitale Köder – gefälschte Zugangsdaten, die gezielt in der IT-Infrastruktur platziert werden. Sie dienen als hochempfindliche Stolperdrähte für die Eindringlingserkennung.

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Im Gegensatz zu traditionellen Sicherheitssystemen, die viele Fehlalarme produzieren, bleiben Honeytokens stumm – solange sie nicht von einer unbefugten Entität berührt werden. Wird ein Köder verwendet, löst das System sofort einen Alarm mit hoher Zuverlässigkeit aus. Dies ermöglicht es Sicherheitsteams, Angreifer früh im Prozess zu identifizieren, bevor kritische Systeme kompromittiert werden.

GitGuardians Plattform soll künftig die Überwachung potenzieller Lecks verbessern und die proaktive Platzierung dieser Köder in Code-Repositories und Lieferketten erleichtern.

Die Herausforderung durch KI-Agenten

Die Dringlichkeit dieser Entwicklung wird durch die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen befeuert. Autonome KI-Agenten, die komplexe Aufgaben übernehmen, benötigen privilegierten Zugang. Dadurch entstehen neue Schwachstellen, die Angreifer ausnutzen können.

Die „Assume Breach“-Mentalität – also die Annahme, dass ein Eindringling bereits im System ist – wird 2026 zum Standard. In diesem Kontext gilt die Integration von Honeytokens in das Management von KI- und Maschinen-Identitäten als essenziell. GitGuardian will eine einheitliche Übersicht über Geheimnisse aus verschiedenen Quellen bieten. So können Sicherheitsteams Nutzungsmuster analysieren und inaktive oder riskante Zugangsdaten identifizieren.

Marktausblick: Täuschung wird zum Standard

Die Finanzierungsnachricht fällt in eine Phase, in der sich die Cybersecurity-Branche verstärkt aktiven Verteidigungs- und Täuschungstechnologien zuwendet. Seit Ende 2025 ist ein wachsendes Augenmerk auf „Identity Threat Detection and Response“ (ITDR) zu beobachten. Große Anbieter integrieren Täuschungstaktiken direkt in ihre Identity-Plattformen.

Experten sehen in GitGuardians Fokus eine Lücke im aktuellen Sicherheitsmarkt. Während der Schutz menschlicher Identitäten mit Multi-Faktor-Authentifizierung ausgereift ist, werden Maschinenidentitäten oft nur durch statische Passwörter geschützt. Dynamische Honeytokens setzen Angreifer unter Druck und zwingen sie, die Gültigkeit jedes erbeuteten Zugangsdatensatzes zu hinterfragen.

Mit den frischen Mitteln wird erwartet, dass GitGuardian seine Produktentwicklung beschleunigt. Für Chief Information Security Officers (CISOs) unterstreicht die Entwicklung eine Notwendigkeit: Nicht-menschliche Identitäten müssen mit derselben Strenge behandelt werden wie menschliche Nutzer – mit Täuschung als zentralem Pfeiler der Sicherheitsarchitektur.

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