Ginkgo-Studie: Bei Demenz wirksam, bei Gedächtnisproblemen nicht
21.03.2026 - 06:31:58 | boerse-global.deEine neue Mega-Analyse bringt Klarheit in den jahrzehntelangen Streit um Ginkgo biloba. Der Pflanzenextrakt hilft leicht bis mäßig bei diagnostizierter Demenz – bei leichten Gedächtnisproblemen ist er dagegen wirkungslos. Das ist das Ergebnis der bislang umfangreichsten Auswertung von 82 Studien mit über 10.000 Teilnehmern.
Die Cochrane-Metaanalyse, geleitet von Dr. Lisa Wieland, unterscheidet scharf zwischen zwei Gruppen. Für Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI), einer möglichen Demenz-Vorstufe, brachte Ginkgo keinen messbaren Vorteil gegenüber einem Placebo.
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Anders sieht es bei Patienten mit bereits diagnostizierter Alzheimer- oder vaskulärer Demenz aus. Hier zeigten sich leichte bis moderate Verbesserungen der Denkleistung und der Alltagsfähigkeiten.
Leitlinie bestätigt, Präventions-Hoffnung gedämpft
Die Ergebnisse stützen die aktuelle deutsche S3-Leitlinie „Demenzen“. Diese empfiehlt den speziellen Ginkgo-Extrakt EGb 761 bereits zur Behandlung leichter bis mittelgradiger Demenzformen. Die neue Analyse stärkt nun diese Evidenz.
Gleichzeitig enttäuscht sie die Hoffnung, Ginkgo könne dem geistigen Abbau vorbeugen. Für die wachsende Zahl Menschen mit altersbedingten Gedächtnislücken ist die Botschaft klar: Von frei verkäuflichen Präparaten ist kein nennenswerter Effekt zu erwarten.
Warum wirkt Ginkgo überhaupt?
Forscher schreiben dem Extrakt mehrere Mechanismen zu. Er wirkt antioxidativ, verbessert den Energiestoffwechsel im Gehirn und könnte Entzündungsprozesse dämpfen. Doch offenbar reichen diese Effekte nicht aus, um frühe kognitive Störungen aufzuhalten.
Das Sicherheitsprofil bewertet die Analyse als gut. Ein erhöhtes Blutungsrisiko im Vergleich zu Placebo wurde nicht festgestellt.
Was bedeutet das für Patienten und Ärzte?
Die Studie beendet eine Phase widersprüchlicher Forschungsergebnisse. Für die Praxis liefert sie eine klare Handlungsgrundlage: Ärzte können den Extrakt bei bestehender Demenz evidenzbasiert empfehlen. Bei leichten Gedächtnisproblemen sollten sie dagegen von einer Einnahme abraten.
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Statt auf Ginkgo zur Prävention zu setzen, rücken andere Maßnahmen in den Vordergrund. Körperliche Aktivität, kognitives Training und gesunde Ernährung gelten weiterhin als wissenschaftlich besser belegt.
Die Analyse dürfte internationale Leitlinien in den kommenden Jahren präzisieren. Ginkgo biloba bleibt damit eine gut verträgliche, pflanzliche Option für die symptomatische Therapie – nicht aber ein Wundermittel zur Vorbeugung.
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