Getränkebranche setzt auf grüne Logistik
25.03.2026 - 00:00:40 | boerse-global.deDer deutsche Getränkefachgroßhandel steckt mitten in einem teuren Umbruch. Auf einem Branchentreffen in Hamm diskutierten Experten, wie sich Klimaneutralität und die komplexe Mehrweg-Logistik wirtschaftlich bewältigen lassen. Der Druck durch neue EU-Berichtspflichten und steigende Energiekosten treibt den Wandel voran.
Hamm wird zum Labor für klimaneutrale Lieferketten
Die westfälische Stadt Hamm etabliert sich als Testfeld für die grüne Transformation der Branche. Beim jüngsten Nachhaltigkeitsstammtisch des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) stand eine Frage im Mittelpunkt: Wie kommt die Flasche vom Werk zum Kunden, ohne das Klima zu belasten?
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Die Antwort liegt im Multi Hub Westfalen. Auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs entsteht ein multimodaler Güterverkehrsknoten. Das Ziel ist ambitioniert: Längere Strecken sollen künftig per Bahn zurückgelegt werden, nur die letzte Meile zum Supermarkt oder Gastronomiebetrieb übernehmen dann Elektro- oder Wasserstoff-Lkw. Experten rechnen mit bis zu 70 Prozent weniger CO?-Ausstoß im Vergleich zum reinen Lkw-Transport.
„Nachhaltigkeit ist kein Nice-to-have mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, brachte es ein Branchenvertreter auf den Punkt. Die regulatorischen Vorgaben, etwa durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), lassen den Unternehmen keine Wahl.
KI soll das Chaos im Mehrwegsystem bändigen
Ein riesiges Logistikproblem treibt die Branche um: Tausende verschiedene Flaschen- und Kasten-Typen sind im Umlauf. Das Sortieren und Zurückführen von Leergut frisst Ressourcen. Die Lösung soll die Digitalisierung bringen.
Unternehmen wie die gastgebende LOGIPACK GmbH setzen auf künstliche Intelligenz. KI-gestützte Tools für Absatzprognosen und Routenoptimierung sollen Leerfahrten minimieren – eine der größten Kostentreiber und Emissionsquellen. Digitale Trackingsysteme für Mehrweggebinde sollen zudem die Umlaufgeschwindigkeit erhöhen. Die Folge: Es müssen weniger neue Glasflaschen produziert werden, was die CO?-Bilanz der gesamten Branche entlastet.
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Wachstum trotz Branchenflaute
Die grüne Transformation findet in schwierigem Fahrwasser statt. Der deutsche Getränkemarkt stagniert. Der Bierabsatz ist auf einem Jahrzehnttief, während Mineralwasser und zuckerreduzierte Functional Drinks stabil bleiben. Diese Verschiebung erfordert maximale Flexibilität in Logistik und Sortiment.
Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte. „Unternehmen, die in moderne, ergonomische Lagertechnik und saubere E-Flotten investieren, punkten als Arbeitgeber“, so ein Teilnehmer. In Zeiten des akuten Fahrermangels ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Der Weg zur Kreislaufwirtschaft ist vorgezeichnet
Der Stammtisch in Hamm war nur der Auftakt. Der BV GFGH plant, solche regionalen Treffen zu einer Dauerinstitution auszubauen, um den Fortschritt der „grünen Transformation“ zu messen. Die Agenda für die kommenden Monate ist voll: Dezentrale Energieerzeugung mit Photovoltaik auf Lagerhallen und die weitere Verzahnung von Schiene und hochfrequentem Getränketransport stehen oben auf der Liste.
Bis 2030 muss die Branche ihre Klimaziele erreichen. Der Konsens in Hamm: Nur wer Nachhaltigkeit heute in seine Kernprozesse integriert, wird den Druck aus steigenden Kosten und schärferen Gesetzen überstehen. Das Experiment im westfälischen Logistik-Hub könnte zur Blaupause für ganz Deutschland werden.
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