Getlink SE (Eurotunnel)-Aktie (FR0010533075): Verkehrswachstum und Energiewende im Fokus
21.05.2026 - 16:07:56 | ad-hoc-news.deGetlink SE (Eurotunnel) betreibt den Tunnel unter dem Ärmelkanal und steht damit im Zentrum des Verkehrs zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa. In den vergangenen Monaten meldete das Unternehmen steigende Verkehrs- und Frachtvolumina sowie Fortschritte beim Ausbau seines Energiegeschäfts. Diese Kombination aus Transport- und Infrastrukturthema macht die Aktie für viele Anleger erneut interessant, zumal der Konzern nach der Pandemiephase wieder deutlich höhere Auslastungen meldet, wie aus jüngsten Veröffentlichungen hervorgeht.
Der Konzern berichtete für das erste Quartal 2024 einen Anstieg der Konzernumsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum, getragen von stabilen Einnahmen im Shuttle-Geschäft und einem wachsenden Beitrag der Stromübertragungsaktivitäten über die Interconnexion France-Angleterre (IFA2), wie aus einer Mitteilung vom 24.04.2024 hervorgeht, auf die sich unter anderem Reuters Stand 25.04.2024 bezog. Damit bestätigt das Unternehmen seinen Status als wichtiger Player an der Schnittstelle von Transport und Energieinfrastruktur.
Stand: 21.05.2026
Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.
Auf einen Blick
- Name: Getlink
- Sektor/Branche: Verkehrsinfrastruktur, Maut- und Tunnelbetreiber
- Sitz/Land: Paris, Frankreich
- Kernmärkte: Verkehr zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa, Energietransport zwischen Frankreich und Großbritannien
- Wichtige Umsatztreiber: Eurotunnel-Shuttles für Pkw und Lkw, Schienenverkehrsdurchleitungen, Energieübertragung über IFA2, Konzessionseinnahmen
- Heimatbörse/Handelsplatz: Euronext Paris (Ticker: GET)
- Handelswährung: Euro
Getlink SE (Eurotunnel): Kerngeschäftsmodell
Getlink erwirtschaftet den größten Teil seiner Erlöse mit dem Betrieb des Eurotunnels, der Frankreich und Großbritannien unter dem Ärmelkanal verbindet. Das Unternehmen betreibt eigene Shuttle-Züge, mit denen Pkw, Busse und Lkw auf speziellen Waggons durch den Tunnel transportiert werden. Zusätzlich erhält der Konzern Gebühren für Trassen, die von anderen Bahngesellschaften genutzt werden, etwa von Anbietern des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen London und Kontinentaleuropa. Durch diese Doppelrolle als Infrastrukturbetreiber und Transportdienstleister entsteht eine relativ stabile Einnahmebasis.
Das Geschäftsmodell von Getlink basiert auf einer langlaufenden Konzession für den Betrieb des Tunnels bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts. Diese Konzession verschafft langfristige Sichtbarkeit der potenziellen Cashflows, ist aber mit regelmäßigen Instandhaltungs- und Investitionspflichten verbunden. In den vergangenen Jahren standen turnusmäßige Investitionen in Sicherheitssysteme, Fahrwegtechnik und digitale Steuerungssysteme im Fokus, um die Verfügbarkeit der Strecke hochzuhalten und den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden, wie der Konzern etwa im Geschäftsbericht 2023 erläuterte, der im März 2024 veröffentlicht wurde, laut Getlink Stand 15.03.2024.
Neben dem Tunnelgeschäft hat Getlink ein zweites Standbein im Energiebereich aufgebaut. Über die Interconnexion France-Angleterre IFA2 ist der Konzern an einer Unterseekabelverbindung beteiligt, über die Strom zwischen Frankreich und Großbritannien übertragen wird. Für diese Verbindung erhält das Unternehmen Kapazitätsentgelte, die vergleichsweise wenig von täglichen Verkehrsschwankungen abhängen. Damit erweitert Getlink sein Profil vom reinen Verkehrsunternehmen hin zu einem Mischkonzern aus Verkehrsinfrastruktur und Energietransport, was die Diversifikation der Umsätze erhöht.
Darüber hinaus generiert Getlink weitere Erlöse aus flankierenden Dienstleistungen rund um den Tunnel, etwa aus kommerziellen Flächen in Terminals, Parkdienstleistungen und technischen Services. Im Verhältnis zum Kerngeschäft sind diese Einnahmen zwar kleiner, sie können aber die Profitabilität verbessern, da ein Teil der Fixkosten des Tunnels auf zusätzliche Aktivitäten verteilt wird. Insgesamt zielt die Strategie darauf ab, die vorhandene Infrastruktur möglichst effizient auszulasten und gleichzeitig neue Nutzungsformen zu erschließen, die auf denselben physischen Assets aufsetzen.
Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Getlink SE (Eurotunnel)
Ein zentraler Umsatztreiber von Getlink ist die Nachfrage nach Pkw- und Reisetransporten durch den Eurotunnel. Wenn Tourismus und Geschäftsreisen zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa zunehmen, steigt in der Regel auch das Volumen der transportierten Fahrzeuge. Nach dem pandemiebedingten Einbruch der Jahre 2020 und 2021 berichtete Getlink von einer schrittweisen Erholung der Pkw-Verkehre, die 2023 in einigen Urlaubsperioden wieder an frühere Niveaus heranreichte, wie aus Verkehrszahlen hervorging, die das Unternehmen im Januar 2024 auf seiner Website publizierte, laut Getlink Stand 18.01.2024.
Der zweite wesentliche Treiber sind Lkw-Transporte, die stark von der Entwicklung des Handels zwischen der Europäischen Union und Großbritannien abhängen. Die Einführung neuer Zoll- und Grenzformalitäten im Zuge des Brexits hat die Abläufe an Grenzen teilweise verkompliziert, jedoch berichtet das Unternehmen, dass der Tunnel dank digitalisierter Prozesse häufig als zuverlässige Route für zeitkritische Güter genutzt wird. 2023 verzeichneten die Lkw-Shuttles laut Unternehmensangaben zunächst eine schwächere, im weiteren Jahresverlauf aber stabilisierende Nachfrage, während im ersten Quartal 2024 eine leichte Belebung in einzelnen Produktsegmenten zu beobachten war.
Ein wachsender Beitrag zum Konzernumsatz stammt aus dem Energietransport. Über die IFA2-Verbindung werden Stromflüsse zwischen dem französischen und dem britischen Netz ermöglicht, was im Kontext der Energiewende an Bedeutung gewinnt. Kapazitätsauktionen und langfristige Verträge bestimmen die Einnahmen aus diesem Segment. In den Quartalszahlen 2024 erläuterte Getlink, dass die Energieaktivitäten einen zweistelligen Millionenbetrag zum Umsatz beisteuerten und damit einen zunehmend sichtbaren Anteil am Gesamtgeschäft ausmachen. Diese Entwicklung reduziert die Abhängigkeit von zyklischen Verkehrstrends und könnte langfristig zu stabileren Erträgen führen.
Zudem beeinflussen regulatorische Rahmenbedingungen, Gebührenstrukturen und Wettbewerbsdynamiken die Erlöse. Preisentscheidungen für Shuttle-Tickets, mögliche Anpassungen von Trassenentgelten und die Positionierung gegenüber Fähranbietern spielen eine wichtige Rolle. Getlink betonte in früheren Mitteilungen, dass Preisanpassungen vorsichtig und in Abstimmung mit Marktentwicklungen umgesetzt werden, um die Attraktivität des Tunnels für Kunden zu erhalten, ohne Marktanteile an Fährgesellschaften zu verlieren. Für Anleger sind insbesondere die Entwicklung der durchschnittlichen Erlöse pro Fahrzeug und die Auslastung der Züge wichtige Kennzahlen.
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Fazit
Getlink SE (Eurotunnel) verbindet mit seinem Tunnelgeschäft zwei europäische Wirtschaftsräume und ergänzt dieses Kerngeschäft zunehmend um Energietransportaktivitäten. Die jüngsten Zahlen zeigen ein Umfeld mit stabilisierten bis wachsenden Verkehrsvolumina und einem sichtbaren Beitrag des Stromsegments. Für deutsche Anleger ist die Aktie unter anderem durch die Bedeutung des Handelsverkehrs zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien sowie durch die Positionierung im Bereich Energieinfrastruktur relevant. Wie sich Nachfrage, Regulierung und Investitionsbedarf künftig entwickeln, bleibt ein wichtiger Beobachtungspunkt für die weitere Einschätzung des Unternehmensprofils.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.
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