Getlink (Eurotunnel): Still und leise zum Infrastruktur-Profiteur – Chancen für deutsche Anleger
21.02.2026 - 19:37:40 | ad-hoc-news.deEurotunnel ist zurück auf den Radarschirmen institutioneller Investoren – aber viele Privatanleger in Deutschland übersehen die Getlink-Aktie noch immer. Der Betreiber des Kanaltunnels zwischen Frankreich und Großbritannien meldet stabile Verkehrszahlen, baut das Geschäft mit Strom- und Gütertransport aus und erhöht die Ausschüttung an die Aktionäre. Wer als deutscher Anleger auf dauerhafte Infrastruktur-Cashflows setzt, sollte jetzt genauer hinsehen.
Was Sie jetzt wissen müssen: Getlink ist kein spekulärer Hype-Wert, sondern ein reguliertes Infrastruktur-Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht, langfristigen Konzessionen und wachsendem Energiegeschäft. Die Bewertung liegt im Mittelfeld der europäischen Infrastruktur-Titel – die entscheidende Frage ist: Wie viel Wachstum steckt noch im Eurotunnel?
Mehr zum Unternehmen Getlink (Eurotunnel)
Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Getlink SE (vormals Eurotunnel) betreibt den Kanaltunnel zwischen Calais und Folkestone, inklusive Shuttle-Zügen für Autos und Lkw sowie Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge wie den Eurostar. Darüber hinaus betreibt die Gruppe mit ElecLink eine Stromverbindungsleitung zwischen Frankreich und Großbritannien – ein strategisch wichtiges Asset im europäischen Energiemarkt.
In den vergangenen Quartalen zeigte sich das Geschäftsmodell ausgesprochen robust: Nach dem pandemiebedingten Einbruch haben sich Passagier- und Frachtzahlen weitgehend normalisiert, während das Energiegeschäft zusätzliche Ertragsquellen erschließt. Parallel dazu wirkt der nach wie vor schwankende britische Pfund-Kurs auf die Euro-Reportingzahlen – ein Risiko, das deutsche Anleger im Blick behalten müssen.
Kursperformance und Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Aktueller Stand* | Einordnung |
|---|---|---|
| ISIN / Ticker | FR0010533075 / GET | Handel u.a. in Paris, auch über deutsche Broker gut erreichbar |
| Marktkapitalisierung | Mehrere Mrd. EUR (Mid Cap) | Solide Größe, dennoch in Deutschland eher Nebenwert |
| Geschäftsmodell | Tunnel-Maut, Shuttles, Trassenentgelte, Strom-Interkonnektor | Mischung aus Transport- und Energieinfrastruktur |
| Dividendenprofil | Regelmäßige Ausschüttung, zuletzt wieder erhöht | Attraktiv für Einkommensinvestoren |
| Verschuldung | Deutlich, aber für Infrastruktur typisch | Zinsniveau und Refinanzierung ein wichtiger Treiber |
*Hinweis: Aktuelle Kurse und exakte Kennzahlen bitte immer in Echtzeit bei Ihrem Broker oder auf Finanzportalen prüfen.
Warum das für deutsche Anleger relevant ist
- Getlink ist über nahezu alle großen Online-Broker in Deutschland handelbar (Paris, teils auch Tradegate/außerbörslich).
- Die Aktie korreliert zwar nicht direkt mit dem DAX, reagiert aber sensibel auf den europäischen Konjunkturzyklus, den Reiseverkehr und den Gütertransport – alles Faktoren, die auch deutsche Exportwerte bewegen.
- Für Anleger, die bereits stark in deutsche Zykliker oder klassische Autobauer investiert sind, kann Getlink eine ergänzende Wette auf den Waren- und Personenstrom zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien sein.
Ein weiterer Aspekt mit Deutschland-Bezug: Der Kanaltunnel ist ein zentraler Korridor für deutsche Exportgüter nach Großbritannien. Lkw mit Produkten aus NRW, Bayern oder Baden-Württemberg nutzen regelmäßig die Shuttle-Verbindungen. Störungen, Kapazitätsengpässe oder regulatorische Änderungen wirken damit indirekt auch auf deutsche Unternehmen – und spiegeln sich letztlich in der Ertragslage von Getlink.
Makro-Trends: Verkehr, Energie, Brexit-Folgen
Die wesentlichen Treiber der Getlink-Aktie liegen in drei Bereichen: Verkehrsvolumen, Energiepreise und Regulierung.
- Verkehrsvolumen: Die Erholung nach Corona ist weitgehend abgeschlossen, das Verkehrsaufkommen liegt wieder in der Nähe der Vor-Krisen-Niveaus. Für deutsche Anleger bedeutet das: Der zyklische Rebound-Effekt ist größtenteils gelaufen – jetzt geht es um strukturelles Wachstum.
- Energiegeschäft (ElecLink): Die Stromverbindung durch den Tunnel ermöglicht Handelsgewinne aus Preisunterschieden zwischen dem französischen und britischen Strommarkt. In Zeiten hoher Volatilität an den Energiemärkten kann das ein ertragsstarker Puffer sein.
- Brexit und Regulierung: Zusätzliche Zoll- und Grenzformalitäten hatten zeitweise das Verkehrsaufkommen belastet. Inzwischen hat sich vieles eingespielt, aber politische Risiken (Zollstreitigkeiten, neue Regulierungsrunden) bleiben ein struktureller Unsicherheitsfaktor.
Für deutsche Investoren, die bereits in Infrastrukturwerte wie Deutsche Bahn-Anleihen, Flughafenbetreiber oder Mautkonzessionäre investiert sind, kann Getlink als geografische Diversifikation innerhalb derselben Anlageklasse dienen – mit zusätzlicher Exponierung gegenüber dem britischen Markt.
Bewertung und Chancen-Risiko-Profil
Aus Analystensicht bewegt sich Getlink in einer interessanten Nische: Das Unternehmen ist kein klassischer Versorger, aber auch kein hochzyklischer Reise- oder Touristikwert. Die Cashflows sind relativ gut planbar, da große Teile der Erlöse aus Maut- und Trassenentgelten stammen, die auf langfristigen Verträgen und regulierten Rahmenbedingungen basieren.
Die Bewertung (KGV, EV/EBITDA) liegt üblicherweise im Rahmen anderer europäischer Infrastrukturwerte. Entscheidend ist, ob es dem Management gelingt, zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen – etwa durch Effizienzsteigerungen im Tunnelbetrieb, höhere Kapazitätsauslastung sowie den weiteren Ausbau des Energiegeschäfts.
- Potenzial nach oben: Zusätzliche Passagier- oder Gütervolumina wirken aufgrund der hohen Fixkostenstruktur überproportional auf den Gewinn (Skaleneffekte).
- Risiken: Höhere Zinsen belasten Infrastrukturunternehmen mit hoher Verschuldung doppelt – über Finanzierungskosten und über die Bewertungsmodelle (Discounted-Cash-Flow).
- Währung: Deutsche Anleger tragen neben dem Aktienmarktrisiko auch das Pfund-/Euro-Risiko mit, da ein wesentlicher Teil der Umsätze pfundbasiert ist.
Im Ergebnis ist Getlink eher ein strategischer Depotbaustein für langfristig orientierte Investoren als ein kurzfristiger Trading-Wert. Wer Infrastruktur-Renditen mit einem gewissen Wachstumsprofil kombinieren möchte, findet hier einen interessanten, aber nicht risikolosen Kandidaten.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Mehrere internationale Analysehäuser beobachten die Getlink-Aktie regelmäßig, darunter große Investmentbanken und spezialisierte Infrastruktur-Researchhäuser. Das aktuelle Bild: Die Mehrheit der Analysten ist verhalten positiv eingestellt, sieht aber keine völlig unterbewertete Sondersituation, sondern ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis.
| Analyst / Haus | Einstufung | Tendenz | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Große europäische Investmentbank | "Kaufen" bzw. "Overweight" | Positiv | Betont strukturelle Stärke des Tunnelgeschäfts und Potenzial von ElecLink |
| Internationales Research-Haus | "Halten" | Neutral | Sieht viel Positives bereits im Kurs eingepreist, verweist auf Verschuldung |
| Weitere europäische Banken | Gemischtes Bild zwischen "Halten" und "Kaufen" | Leicht positiv | Durchschnittlich moderates Aufwärtspotenzial, Fokus auf Cashflow-Stabilität |
Im Schnitt ergibt sich aus den veröffentlichten Studien ein Bild von leichtem Aufwärtspotenzial, allerdings ohne extremen Bewertungsabschlag. Für deutsche Anleger bedeutet das: Wer heute einsteigt, spekuliert weniger auf eine plötzliche Neubewertung, sondern eher auf kontinuierliche Cashflows, Dividendensteigerungen und moderates Wachstum.
Wie deutsche Anleger die Getlink-Aktie einsortieren können
Bei der Depotallokation stellt sich die Frage, wo Getlink thematisch hingehört. Sinnvoll ist ein Vergleich mit drei Schubladen:
- Transport & Logistik: Thematischer Bezug zu Lkw-, Bahn- und Passagierverkehr – ähnlich wie Infrastrukturbetreiber oder Frachtgesellschaften.
- Infrastruktur & Utilities: Hohe Fixkosten, regulierte Einnahmen, lange Nutzungsdauern – Nähe zu Versorgern und Mautkonzessionären.
- Europa-/UK-Exposure: Wer neben DAX, MDAX und EuroStoxx bewusst auch Großbritannien abdecken will, bekommt hier ein kombiniertes Frankreich-/UK-Exposure.
Von der Risikostruktur her eignet sich die Aktie vor allem für Anleger, die:
- Bereit sind, Währungs- und Zinsrisiken auszuhalten,
- Infrastruktur nicht nur über breit gestreute ETFs, sondern gezielt über Einzeltitel spielen möchten,
- einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont mitbringen und nicht auf kurzfristige Kursverdopplungen aus sind.
Wer bereits stark in deutschen Blue Chips wie Deutsche Telekom, Siemens oder BASF engagiert ist, kann mit Getlink die Branchen- und Länderdiversifikation seines Portfolios erhöhen. Gleichzeitig sollte die Positionsgröße moderat bleiben, da es sich trotz stabilen Geschäftsmodells nicht um einen defensiven Staatskonzern, sondern um ein börsennotiertes Unternehmen mit unternehmerischem Risiko handelt.
So handeln deutsche Anleger die Getlink-Aktie praktisch
Für Privatanleger in Deutschland ist der Zugang unkompliziert. Die Aktie ist beispielsweise:
- über die Euronext Paris mit hohem Volumen handelbar,
- bei vielen Neobrokern (Trade Republic, Scalable, etc.) und klassischen Direktbanken im Angebot,
- oft auch auf außerbörslichen Handelsplätzen (z.B. Lang & Schwarz) verfügbar.
Zu beachten sind die Handelszeiten in Paris sowie gegebenenfalls leicht höhere Spreads in weniger liquiden Nebenhandelsplätzen. Für größere Orders empfiehlt sich daher in der Regel der Handel während der Kernhandelszeiten an der Heimatbörse.
Wer Währungsrisiken begrenzen möchte, kann die Positionsgröße entsprechend anpassen oder das Pfund-Risiko durch Gegenpositionen teilweise hedgen. Für die Mehrheit der Privatanleger in Deutschland ist eine bewusste, aber begrenzte Fremdwährungsexponierung meist ausreichend.
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Hinweis für Anleger: Diese Analyse ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Prüfen Sie vor einem Investment stets aktuelle Kursdaten, Unternehmensberichte und Ihre persönliche Risikobereitschaft. Insbesondere Fremdwährungs-, Zins- und Regulierungseffekte können die Getlink-Aktie spürbar beeinflussen.


