GesundheitsID: Kartenlose Arztbesuche erst 2027 möglich
05.01.2026 - 08:03:12Die digitale GesundheitsID ersetzt die Plastikkarte der Krankenkasse nicht wie geplant in diesem Jahr. Der vollständige Umstieg ist auf 2027 verschoben.
Berlin – Wer diese Woche zum Arzt geht, braucht weiterhin seine Plastikkarte von der Krankenkasse. Die digitale GesundheitsID wird die elektronische Gesundheitskarte (eGK) erst ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen ersetzen. Ein Gesetzesbeschluss vom Oktober 2025 hat den Stichtag vom 1. Januar 2026 auf den 1. Januar 2027 korrigiert. Grund sind laut Gesetzestext „noch ausstehende technische Vorarbeiten“.
Bereits im Herbst 2025 deutete sich an, dass die technische Infrastruktur für einen flächendeckenden Wechsel noch nicht robust genug ist. Die Verzögerung bestätigt diese Berichte. Einem Änderungsgesetz zufolge, das im Zuge des „Gesetzes zum Ausbau von Befugnissen und zur Bürokratieentlastung in der Pflege“ beschlossen wurde, wurde die Frist um zwölf Monate verlängert.
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Für das gesamte Jahr 2026 bleibt die physische eGK somit der Standardnachweis in jeder Arztpraxis. Im Hintergrund wird jedoch weiter an der digitalen Infrastruktur gearbeitet. Experten verweisen auf die Komplexität sicherer Authentifizierungsprotokolle, die den neuen Zeitplan nötig machten.
2026 wird zum Testjahr für „kartenlosen“ Check-in
Trotz der Verschiebung bleibt 2026 ein entscheidendes Jahr für die Technologie. Die nationale Agentur Gematik rollt das Protokoll zum „Nachweis der Patientenpräsenz“ (PoPP) aus. Dieser Standard ist der Schlüsselstein, der die GesundheitsID später unabhängig von einem physischen Kartenlesegerät machen soll.
Das PoPP‑Protokoll soll bestätigen, dass ein Patient tatsächlich in der Praxis ist – ohne dass eine Karte eingelesen werden muss. In diesem Jahr wird das System schrittweise in Praxismanagementsysteme integriert und pilotgetestet. Ziel ist es, den kartenfreien Check‑in bis 2027 betrugssicher und herstellerübergreifend funktionsfähig zu machen.
Parallel schreitet die Einführung von VSDM 2.0 voran. Diese Aktualisierung ändert, wie Patientendaten abgeglichen werden: Statt über einen Kartenlesevorgang erfolgt die Prüfung direkt online gegen die Server der Krankenkassen. Die Backend‑Systeme werden bereits für den digitalen Trigger durch die GesundheitsID fit gemacht.
Was die GesundheitsID heute schon kann
Auch wenn sie die Versichertenkarte an der Anmeldetheke noch nicht ersetzen kann, ist die GesundheitsID für andere digitale Dienste bereits voll funktionsfähig. Millionen Versicherte nutzen sie seit 2025 als sicheren Login‑Schlüssel für die elektronische Patientenakte für alle (ePA).
Die Krankenkassen stellen die GesundheitsID auf Antrag bereits seit 2024 aus. Aktuell dient sie vor allem dazu:
* Sich sicher in die App der Krankenkasse einzuloggen.
* Die eigene elektronische Patientenakte (ePA) zu verwalten.
* Rezepte in der E‑Rezept‑App abzurufen und einzulösen, ohne einen Papiercode zu benötigen.
Die Kassen raten Versicherten, die Einrichtung der digitalen ID in diesem Jahr dennoch vorzunehmen. Der Registrierungsprozess – oft mit einmaliger Identifikation über den Personalausweis mit eID‑Funktion – bereitet auf das endgültige Aus der Plastikkarte vor.
Anbindung an die europäische digitale Brieftasche
Die langfristige Strategie für die GesundheitsID zielt auf europäische Integration. Berichten zufolge koordiniert das Bundesgesundheitsministerium mit Digitalministerien, um die deutsche Lösung in die kommende EU‑Digital‑Identity‑Wallet (EUDI‑Wallet) einzubinden.
Das Ziel ist, dass die europäische Wallet bis 2027 als Behälter für die GesundheitsID dienen kann. Bürger könnten dann Ausweis, Führerschein und Krankenversicherungsnachweis in einer einzigen digitalen Brieftasche vereinen. Voraussetzung ist jedoch, dass die nationale Infrastruktur der GesundheitsID zuvor stabil läuft.
Erleichterung in den Arztpraxen
Die Verschiebung stößt bei niedergelassenen Ärzten auf ein gemischtes Echo aus Erleichterung und Resignation. Ärzteverbände hatten lange gewarnt, die ursprüngliche Deadline 2026 sei angesichts häufiger Störungen in der Telematikinfrastruktur (TI) zu ambitioniert. Das zusätzliche Jahr gibt Softwareentwicklern und Praxen nun Luft, um Kartenlesegeräte und Praxissoftware ohne Hektik upzudaten.
Für Patienten gilt also vorerst: Die Plastikkarte gehört weiter in die Geldbörse, die GesundheitsID aufs Smartphone. Der komplett kartenfreie Arztbesuch rückt in greifbare Nähe – pünktlich zum Neujahrstag 2027.
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