Gesundheitsbranche, Springerpools

Gesundheitsbranche setzt 2026 auf 7 / 7-Modelle und Springerpools

28.12.2025 - 22:53:12

Kliniken und Pflegeeinrichtungen setzen ab 2026 verstärkt auf flexible Schichtmodelle wie 7/7 und interne Springerpools, um Fachkräfte zu halten und den gesetzlichen Druck zu bewältigen.

Das Gesundheitswesen verabschiedet sich vom starren Drei-Schicht-System. Kurz vor dem Jahreswechsel setzen Kliniken und Pflegeeinrichtungen massiv auf flexible Arbeitszeitmodelle, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Im Fokus stehen das 7/7-Modell und der Ausbau interner Springerpools.

Abschied vom klassischen Schichtdienst

Der Druck auf Arbeitgeber hat einen neuen Höchststand erreicht. Angesichts neuer gesetzlicher Regelungen ab Januar 2026 strukturieren Einrichtungen ihre Dienstpläne radikal um. Große Klinikverbünde planen, die Quote flexibler Modelle im ersten Quartal deutlich zu erhöhen.

Das Ziel ist klar: Die „Verheizung“ des Stammpersonals soll beendet werden. Im Zentrum stehen Konzepte, die Freizeit blockweise garantieren und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern.

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7/7-Modell: Eine Woche Arbeit, eine Woche Freiheit

Besonders das 7/7-Modell gewinnt an Popularität. Das Prinzip ist simpel: Pflegekräfte arbeiten sieben Tage am Stück, gefolgt von sieben Tagen ununterbrochener Freizeit.

  • Funktionsweise: Die tägliche Arbeitszeit erhöht sich dabei oft auf 10 bis 12 Stunden. Im Gegenzug reduzieren sich die Anfahrtswege, und die freien Wochen bieten echte Erholung.
  • Vorteile: Das Modell ist bei Pendlern und Fachkräften mit hohem Wunsch nach Planungssicherheit beliebt. Belastende Dienstwechsel entfallen. Arbeitgeber berichten von sinkenden Krankheitsquoten in Pilot-Teams.
  • Herausforderungen: Arbeitsmediziner warnen vor der hohen Belastung während der Arbeitswoche. Das Modell ist nicht für alle Lebensphasen geeignet, etwa für Alleinerziehende ohne gesicherte Kinderbetreuung.

Springerpools: Die interne Antwort auf Zeitarbeit

Parallel investieren Kliniken massiv in den Ausbau interner Springerpools. Diese fungieren als hauseigene Zeitarbeitsfirma.

Mitarbeitende im Pool erhalten oft eine höhere Vergütung und bestimmen ihre Dienstzeiten weitgehend selbst. Sie springen dort ein, wo akuter Personalmangel herrscht. Für die Generation Z ist diese Flexibilität inzwischen oft wichtiger als das reine Grundgehalt.

Doch die Medaille hat eine Kehrseite: Die Diskrepanz zwischen hochbezahltem Pool-Personal und dem festen Stationspersonal führt zu Konflikten. Pool-Kräfte werden mancherorts als „Rosinenpicker“ wahrgenommen. Krankenhausleitungen sind gefordert, den Betriebsfrieden durch transparente Regelungen zu wahren.

Gesetzesänderungen erhöhen den Druck

Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch neue Rahmenbedingungen ab Januar 2026 verstärkt.

  • In Deutschland zwingt die Krankenhausreform zur Effizienz. Flexible Pools sind ein Schlüsselinstrument, um teure externe Leasingkräfte zu vermeiden.
  • In Österreich werden Pflegeberufe offiziell als Schwerarbeit anerkannt. Das erleichtert den Zugang zur Frührente und erhöht den Druck auf Arbeitgeber, Arbeitsbedingungen attraktiv zu gestalten.
  • Gewerkschaften wie ver.di haben „Zeit-Souveränität“ ganz oben auf die Agenda der kommenden Tarifrunden gesetzt.

Was bringt das erste Quartal 2026?

Experten prognostizieren eine „Abstimmung mit den Füßen“. Fachkräfte werden verstärkt zu Arbeitgebern wechseln, die attraktive Flexible-Modelle anbieten.

Es ist zu erwarten, dass:
* Digitale Dienstplanung zum Standard wird.
* Hybrid-Modelle entstehen, um die Kluft zwischen Pool- und Stammpersonal zu verringern.
* Die 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich als nächster großer Verhandlungspunkt in den Fokus rückt.

Das Jahr 2026 wird zeigen, ob die Flexibilisierung den Pflegenotstand lindern kann. Fest steht: Der 9-to-5-Gedanke ist in der Pflege Geschichte.

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