Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: Bilanzkrise eskaliert

09.03.2026 - 23:44:34 | boerse-global.de

Gerresheimer korrigiert Umsatz um 35 Mio. Euro nach Bilanzierungsfehlern, erwartet hohe Abschreibungen und verkauft US-Tochter Centor zur Stabilisierung.

Gerresheimer Aktie: Bilanzkrise eskaliert - Foto: über boerse-global.de
Gerresheimer Aktie: Bilanzkrise eskaliert - Foto: über boerse-global.de

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer steckt in der schwersten Bilanzkrise seiner jüngeren Geschichte. Zwei laufende BaFin-Prüfungen, ein verschobener Jahresabschluss und drastische Abschreibungen haben das Vertrauen der Anleger tief erschüttert. Wie will das Management den finanziellen Schaden begrenzen und den Konzern operativ stabilisieren?

Schwerwiegende Mängel und BaFin-Ermittlungen

Was im vergangenen Jahr als reguläre Aufsichtsmaßnahme der Finanzaufsicht BaFin begann, hat sich zu einer umfassenden Affäre ausgeweitet. Im Zentrum der Untersuchungen stehen sogenannte „Bill-and-Hold“-Vereinbarungen, bei denen Umsätze offenbar vor der tatsächlichen Warenauslieferung verbucht wurden. Eine von Gerresheimer beauftragte zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft deckte bei einer Sonderprüfung schwerwiegende Mängel für die Jahre 2024 und 2025 auf.

Allein im Geschäftsjahr 2024 wurde der Umsatz voraussichtlich um 35 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen, während das bereinigte EBITDA um 24 Millionen Euro niedriger ausfiel als ursprünglich berichtet. Gerresheimer kündigte an, diese umstrittene Bilanzierungspraxis nun vollständig einzustellen und rückwirkend zu korrigieren.

Rote Zahlen und historischer Kursverfall

Die notwendigen Korrekturen hinterlassen tiefe Spuren in den Finanzkennzahlen. Neben einer gesenkten Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge auf 16,5 bis 17,5 Prozent im Jahr 2025 erwartet der Konzern nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro. Diese betreffen vor allem Technologieprojekte der Sensile Medical AG in der Schweiz sowie das US-Geschäft in Chicago. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte infolgedessen deutlich einbrechen und könnte im negativen Bereich landen.

Diese Kette negativer Nachrichten hat den Börsenwert des Unternehmens dezimiert. Mit einem aktuellen Kurs von 19,04 Euro hat das Papier auf Sicht von zwölf Monaten knapp 76 Prozent an Wert verloren und spiegelt die enorme Unsicherheit der Marktteilnehmer wider.

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Harte Einschnitte zur Schadensbegrenzung

Um die angespannte Kapitalstruktur zu optimieren, reagiert das Management mit strukturellen Einschnitten. Der Verkauf der auf US-Medikamentenverpackungen spezialisierten Tochter Centor Inc. wurde initiiert und soll durch die Investmentbank Morgan Stanley noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Zudem wird das betroffene Werk in Chicago Heights zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen.

Während die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bereits mögliche Schadenersatzansprüche für betroffene Anleger prüft, positionieren sich erste Investoren neu im Aktionariat. So meldete der CastleKnight Master Fund kürzlich eine Beteiligung von gut vier Prozent am Unternehmen.

Die nächste entscheidende Hürde ist nun die Vorlage eines testierbaren und bereinigten Jahresabschlusses. Nach Marktinformationen strebt Gerresheimer dies bis Ende März an, auch wenn ein offizieller Termin bislang nicht bestätigt wurde. Gelingt die Präsentation einer belastbaren Bilanz samt nachvollziehbarer Korrekturen, wäre eine wichtige Basis für die Aufarbeitung der Krise geschaffen. Spätestens beim geplanten Trading-Update am 16. April 2026 müssen weitere handfeste Fakten zur operativen Entwicklung vorliegen.

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